Auch wer bislang noch nicht in der Kartei einer bestimmten Arztpraxis ist, kann künftig für eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung deren Videosprechstunde nutzen. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen. Der G-BA ist das höchste Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen Deutschlands. Er setzt zum Beispiel fest, welche Leistungen die Krankenkassen bezahlen müssen. Bislang war die Krankschreibung per Videosprechstunde nur für Patient:innen eine Option, die der Praxis bereits bekannt waren.

Die generelle Voraussetzung für eine Krankschreibung ohne einen  persönlichen Gang in eine Praxis verändert sich trotz der beschlossenen  Richtlinienänderung nicht: Die Erkrankung und die Symptome müssten eine  Untersuchung per Videosprechstunde grundsätzlich zulassen, so der G-BA.

Einschränkung für unbekannte Patient:innen

Digitale  Untersuchungen per Videosprechstunde sparen Zeit und sind  unkompliziert. Doch bei der Öffnung der Videosprechstunde auch für  praxisfremde Menschen gibt es in der Anzahl der Krankheitstage einen  wichtigen Unterschied. Die Dauer der Krankschreibung variiere, je  nachdem, ob Versicherte in der Praxis bekannt seien oder nicht, so der  G-BA. "Während im ersten Fall eine Krankschreibung von bis zu sieben  Tagen möglich ist, können Versicherte aus der zweiten Patientengruppe  bis zu drei Tage krankgeschrieben werden", sagt G-BA-Mitglied Dr. Monika  Lelgemann.

Der G-BA weist außerdem darauf hin, dass Patient:innen  sich auch weiterhin telefonisch krankschreiben lassen können. Möglich  macht das die Corona-Sonderregelung, die sich an Menschen mit leichten  Atemwegserkrankungen richtet und noch bis zum 31. Dezember 2021 gilt.