Der 3 Millimeter lange und 1,2 Millimeter breite Mikroroboter stammt aus einem 3D-Drucker und wurde mit magnetischem Lack beschichtet; gesteuert wird er über Magnetfelder. Mit dem Mikroroboter sollen medizinische Eingriffe und Behandlungen besonders schonend möglich sein und Medikamente direkt an den Ort der Erkrankung gebracht werden können.

Moderne Behandlungsmethoden

Entwickelt und getestet wurde er von Fachleuten des Instituts für Medizintechnik der Universität zu Lübeck, der Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte und Zellbasierte Medizintechnik IMTE sowie der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin und der Klinik für Neuroradiologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Lübeck. Sie berichteten im Fachmagazin "Scientific Reports" über ihre Arbeit.

"In Zukunft könnte dieser Roboter Medikamente zum Beispiel direkt zu  einem Tumor bringen und so Nebenwirkungen von Chemotherapeutika  verringern", sagt Anna Bakenecker, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am  Fraunhofer IMTE, laut Pressemitteilung.

Außerdem könnte der  Mini-Roboter bei verstopften Gefäßen oder gefährlichen  Gefäßausstülpungen, sogenannten Aneurysmen, eingesetzt werden. "Wenn ein  Mikroroboter ferngesteuert in das Aneurysma gebracht werden und es  verschließen kann, wäre das ein großer Fortschritt.", sagt Dr. Franz  Wegner, Radiologe des UKSH laut Mitteilung.

So funktioniert der Mini-Roboter

Durch  sich drehende magnetische Felder dreht und bewegt sich der Roboter  vorwärts. Per sogenannter Magnetpartikelbildgebung wird der Weg des  Roboters verfolgt. "Wir haben ein Modell einer mittleren Hirnarterie aus  Patientendaten erstellt, durch das wir den Mikroroboter erfolgreich in  ein Aneurysma steuern konnten", erklärt Dr. Hannes Schwenke,  Neuroradiologe des UKSH laut Pressemitteilung. Dies sei ein wichtiger  erster Schritt, bevor es in die klinische Anwendung geht.