Den Job von zu Hause aus erledigen: Seit der Corona-Pandemie ist das oft Standard, für viele Menschen aber eine echte Herausforderung. Auf ungewohnte Teamarbeit in virtuellen Räumen folgt eine Videokonferenz nach der anderen, die Nudeln auf dem Herd kochen über und dann klingelt auch noch die Post. Das neue digitale Arbeiten aus dem Homeoffice ist für viele Menschen zunächst eher Fluch als Segen. Ihr Stress-Level steigt bei Einführung um sechs Prozent. Mit der Zeit wendet sich jedoch das Blatt, der Stress fällt um ganze 14 Prozent ab, zeigen die neuesten Ergebnissen einer Langzeitstudie welche die Krankenkasse Barmer gemeinsam mit der Universität St. Gallen durchführt. Woran liegt das?

Die repräsentative Studie „social health@work“ untersucht Chancen und Risiken digitaler Arbeitswelten. Etwa 8.000 Erwerbstätige nehmen über dreieinhalb Jahre an der Langzeiterhebung teil. Auch über die Corona-Pandemie hinaus schreitet der digitale Wandel weiter voran, so die Annahme der Studie. Fast 60 Prozent der Arbeitnehmer:innen arbeiten schon jetzt mobil, 80 Prozent von ihnen im Homeoffice. Die Studie soll auch aufzeigen, welche Voraussetzungen Betriebe für eine gesunde und zufriedene Belegschaft schaffen können .

Die wichigste Regel: Privates und Arbeit trennen

Damit die digitalen und flexiblen Arbeitsformen für alle erfolgreich sind, müssen bestimmte Spielregeln erfüllt werden. Viele arbeiten produktiver, wenn sie die Chance haben, von zuhause zu arbeiten, aber man muss sich abgrenzen können - zeitlich und räumlich. 

Leistungsfördernd und stressreduzierend sind laut der Studie eine bewusste räumliche Trennung von Arbeits- und Privatbereich, eine gute Integration innerhalb des Teams und eine faire Behandlung. Für alle selbstverständlich ist das aber nicht. „Frauen müssen immer noch häufiger den Spagat zwischen Familie und Karriere leisten. Das kann das ungestörte Arbeiten im Homeoffice enorm erschweren“, sagt Prof. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.

Auf lange Sicht kann Digitalisierung am Arbeitsplatz für viele Menschen also Vorteile bringen. Betriebe sind gefordert, hierfür die richtigen Bedingungen zu schaffen.

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