Ein Armband, das verschiedene Körperfunktionen misst, konnte in einer Studie Covid-19 bis zu zwei Tage vor Erkrankungsbeginn erkennen. Die körperlichen Veränderungen der Probanden waren minimal und wären bei einem ärztlichen Check kaum aufgefallen. Doch die Forschenden ließen die Messwerte von einer Software auswerten, die auf maschinellem Lernen basiert.

Theoretisch könnten Wearables, ausgerüstet mit entsprechenden Algorithmen, dazu beitragen, die Aubreitung des Virus zu verhindern, schreiben die Forschenden im Fachjournal BMJ Open. Denn in der sogenannten präsymtomatischen Phase sind Infizierte bereits ansteckend.

Für die Studie haben über 1163 junge Erwachsene ein Armband bekommen, das ursprünglich für Frauen mit Kinderwunsch entwickelt wurde und fruchtbare Tage anzeigen soll. Es misst Atemfrequenz, Herzfrequenz, Herzratenvariabilität, Hauttemperatur und Durchblutung am Handgelenk und überträgt die Ergebnisse in eine App. Bei Erkältungssymptomen sollten die Testpersonen einen PCR-Test auf SARS-CoV-2 durchführen lassen. 127 Testpersonen wurden im Untersuchungszeitraum positiv getestet, 66 von ihnen hatten das Armband regelmäßig nachts getragen. Bei zwei von drei Erkrankten zeigte sich rückblickend, dass das Armband schon vor Erkrankungsbeginn Veränderungen der Herzwerte und der Hauttemperatur registriert hatte.

Die Forschenden haben bereits eine Folgestudie gestartet, an der bis zu 20.000 Menschen teilnehmen sollen. Sie wollen herausfinden, inwieweit Wearables und Algorithmen helfen können, Pandemien einzudämmen.

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