Lernprogramme am Computer können Menschen mit Depressionen genauso gut helfen wie eine persönliche Psychotherapie. Zu diesem Schluss kommt eine Gruppe aus deutschen, finnischen, niederländischen und italienischen Forscher:innen. Kontakt zu echten Menschen ist bei der Behandung zwar wichtig, dies müssen aber keine ausgebildeten Therapeut:innen sein. Auch geschulte Hilfskräfte können Betroffe begleiten und sie zum Beispiel unterstützen, am Ball zu bleiben.

Wirksamkeit von Apps kaum erforscht

Was die Wirksamkeit von Smartphone-Apps betrifft, identifiziert die Studie große Forschungslücken. Zwar gebe es mehr als 10.000 Apps zur Behandlung psychischer Probleme, so die Autor:innen, doch deren Wirksamkeit sei nur in wenigen Fällen wissenschaftlich überprüft.

Depressionen gehören weltweit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen, Tendenz steigend. Nicht mal einer:e von fünf Betroffenen erhält eine angemessene Behandlung. Mit ein Hauptgrund dafür ist, dass qualifizierte Therapeut:innen fehlen und die Wartelisten für Therapieplätze lang sind. Digitale Behandlungsansätze in Form von Selbsthilfeprogrammen oder Apps könnten hier Abhilfe schaffen. Bislang werden sie bei leichten und mittelschweren Depressionen vor allem therapiebegleitend oder zur Überbrückung von Wartezeiten eingesetzt. Ob diese Angebote auch eine persönliche Therapie ersetzen können und welche Rolle der menschliche Kontakt für den Erfolg der Therapie spielt, war bislang unklar.

Für ihre im Fachmagazin Psychological Bulletin veröffentlichte Analyse haben die Forscher:innen 83 wissenschaftliche Studien aus den Jahren 1990 bis 2020 zur Behandlung von Depressionen mit Computerprogramme und Smartphone-Apps ausgewertet. Dabei hatten sie Einblick in die Behandlungsdaten von insgesamt 15.530 Betroffenen.

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