Die Symptome einer Corona-Infektion sind vielfältig. Während manche eine Ansteckung nicht einmal bemerken, haben andere starke Symptome, darunter zum Beispiel Husten, Schnupfen, Fieber, Übelkeit, Kopf- oder Bauschmerzen. Doch wie genau breitet sich Covid-19 aus und welche akuten und langfristigen Folgen hat die Erkrankung? Längst nicht alle Fragen rund um SARS-CoV-2 sind geklärt. Eine umfangreiche Sammlung an Daten soll jetzt dazu beitragen, Licht ins Dunkel zu bringen. Mehr als 530.000 teilnehmende Personen haben sie der Wissenschaft über die Corona-Datenspende-App freiwillig zur Verfügung gestellt.

Das Corona-Datenspende-Projekt läuft seit April 2020. Über eine spezielle App sammeln Forscherteams der Humboldt-Universität Berlin und des Robert Koch-Instituts (RKI) gezielt Gesundheitsinformationen. Das funktioniert so: Sensoren in Fitnessarmbändern oder Smartwatches zeichnen sogenannte Vitalfunktionen wie Schrittzahl, Herzfrequenz, Ruhepuls oder Schlafqualität der Teilnehmenden des Projekts auf und übermitteln diese an die Datenspende-App. Auch über Fragebögen können Angaben zu Symptomen oder dem Lebensstil gemacht werden – Wearables sind für die Teilnahme an dem fortlaufenden Projekt also kein Muss.

Impfung scheint Krankheitsverlauf zu beeinflussen

Zusammengekommen sind bislang über 470 Millionen gespendete Daten von knapp 550.000 Menschen. 190.000 von ihnen sind derzeit regelmäßig als Spender:innen aktiv, so das Projekt-Team. Die aktuelle Auswertung der Daten zeigt: Eine Impfung gegen Covid-19 scheint nicht nur den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen, sondern auch die dadurch bedingte Einschränkung der Leistungsfähigkeit. So veränderten sich die Vitalfunktionen Geimpfter bei einer Infektion weniger stark als die Ungeimpfter und pendelten sich zudem schneller wieder auf ein normales Level ein. Impfungen scheinen also dazu beizutragen, dass die Erholung nach einer Covid-19-Erkrankung schneller verläuft.

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Einmaliges Projekt mit Einschränkungen

Laut RKI ist eine Datenspende in dieser Größenordnung vor dem Hintergrund der Verbreitung einer Viruserkrankung bisher einmalig. Gleichzeitig weisen die Forschenden auch auf die Grenzen ihrer Ergebnisse hin. Diese seien nicht repräsentativ und die Gruppe der Ungeimpften habe sich in erster Linie aufgrund des damaligen Impfstoffmangels ergeben. Die Folge: Ein Großteil der ungeimpften Teilnehmenden habe sich wahrscheinlich mit der Alpha-Variante infiziert, was möglicherweise zu unterschiedlichen physiologischen Folgen verglichen mit anderen Virus-Varianten geführt haben könnte. Schließlich fanden die Durchbruchsinfektionen bei Geimpften größtenteils in der vierten und fünften Welle statt - also zumindest teilweise mit anderen Virusvarianten, die möglicherweise zu unterschiedlichen, beziehungsweise milderen oder kürzeren Erkrankungsverläufen geführt haben könnten.

Mittlerweile seien nahezu alle Teilnehmenden des Projekts mehrfach geimpft. Aktuelle Daten zu Infektionen und Verläufen ungeimpfter Menschen könnten also nur durch ein aktives Anwerben neuer ungeimpfter Teilnehmender gesammelt werden, betonen die Wissenschaftler:innen. An dem Wert und der Relevanz der Erkenntnisse des Projekts ändere dies nach Ansicht der Forschenden jedoch nichts.

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