Erhöhte LDL-Cholesterinwerte lassen das Herz schneller altern und erhöhen das Risiko für einen Herzinfarkt. Darauf macht die gemeinnützige Assmann-Stiftung für Prävention anlässlich des „Tags des Cholesterins“ am 18. Juni aufmerksam, der ursprünglich von der Lipid-Liga ins Leben gerufen wurde.

Die Assmann-Stiftung hat vor zwei Jahren die Initiative „Deutschland bestimmt das Herzalter“ gestartet. Mit einem Online-Gesundheitstest können Erwachsene zwischen 20 und 75 Jahren ihr Herzalter anonym berechnen lassen. Der Test basiert auf der sogenannten PROCAM-Studie (prospektive cardiovaskuläre Münster-Studie), in der bestimmte Risikofaktoren für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall identifiziert wurden.

Den Test haben bislang (Stand 18. Juni 2021) über 287.000 Menschen durchgeführt. Eine Auswertung der Daten zeigt: Bei jedem sechsten Teilnehmenden lag das Herzalter mehr als fünf Jahre über dem tatsächlichen Alter, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Bei diesen Menschen besteht die Gefahr, in den nächsten zehn Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden.

LDL-Cholesterin bei Risikopatienten erhöht

Bei einer Untergruppe der Teilnehmenden – nämlich der 40- bis 70-Jährigen, für die ein vollständiges Profil der Blutfette vorlag –, wurden die Blutfettwerte ausgewertet. Das Ergebnis laut Pressebericht: Diejenigen, deren Herzalter um fünf Jahre erhöht war, wiesen deutlich erhöhte LDL-Cholesterinwerte auf. Bei Männern lagen diese im Durchschnitt bei 192 mg/dl, bei Frauen bei 200 mg/dl. Empfohlen werden für Risikopatienten dagegen Werte unter 100 mg/dl.

Was macht ein Zuviel an LDL-Cholesterin so gefährlich? Beim LDL (Low Density Lipoprotein) handelt es sich um Fett-Eiweiß-Verbindungen, die fettlösliche Substanzen wie Cholesterin binden und durch den Blutkreislauf transportieren. Bei zu hohen Werten kann sich das Cholesterin in den Gefäßen ablagern und zu Gefäßverkalkungen führen. Die Blutgefäße verengen sich, das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall steigt. Dies gilt vor allem dann, wenn Gefäße bereits durch bestimmte Faktoren vorgeschädigt sind. Umgangssprachlich ist das LDL-Cholesterin im Vergleich zum HDL-Cholesterin daher als „schlechtes Cholesterin“ bekannt.

Cholesterinspiegel aktiv senken

Generell gilt: Wie hoch der LDL-Cholesterinspiegel idealerweise sein sollte, hängt vom Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen ab. Beeinflusst wird dieses durch Faktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder eine familiäre Veranlagung. Je mehr Risikofaktoren bestehen, desto niedriger sollte der LDL-Cholesterinspiegel sein.

Mit einem gesunden Lebensstil kann man erhöhte LDL-Cholesterinwerte wieder senken. Dazu zählt: sich regelmäßig bewegen, bei Übergewicht abnehmen, sich ausgewogen und ballaststoffreich ernähren sowie tierische Fette möglichst reduzieren. Reicht eine Anpassung des Lebensstils nicht aus, kommen in der ärztlichen Therapie in der Regel bestimmte Medikamente zum Einsatz, um den LDL-Cholesterinspiegel auf das gewünschte Maß zu senken.