«Der digitale Impfpass muss für alle leicht zugänglich sein», sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag. Deshalb sollten ihn künftig außer Praxen und Impfzentren auch Apotheken für bereits Geimpfte ausstellen können. «Mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz wollen wir die Weichen dafür schon jetzt stellen, damit im Sommer möglichst viele den digitalen Impfpass auch nutzen», sagte Spahn.

Digitaler Impfnachweis als Ergänzung zum gelben Heft

Die Apothekerschaft begrüßte diese Änderung: „Die Apotheken helfen gerne dabei, dass Millionen Menschen möglichst bald wieder ihre Grundrechte und Freiheiten in Anspruch nehmen können“, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA. Rechtliche, technische und betriebswirtschaftliche Details müssten dafür noch geklärt werden.

Der geplante digitale Impfnachweis für Smartphones soll in der EU als ein freiwilliges und ergänzendes Angebot zum weiterhin gültigen gelben Heft eingeführt werden. Ausstellen dürfen ihn nur autorisierte Personen in Impfzentren, Praxen, Krankenhäusern und nun zusätzlich in Apotheken. Millionen Bürger sollen zudem bereits erhaltene Impfungen nachträglich digital erfassen lassen können. Voraussichtlich bis Ende Juni 2021 soll der digitale Impfnachweis laut Ministerium starten.

Corona-Impfung: Apotheken wollen unterstützen

Wie ABDA-Präsidentin Overwiening ankündigte, wollen die Apotheken aber nicht nur dabei helfen – sondern bei Bedarf auch beim Impfen selbst: nämlich dann, wenn die Kapazitäten von Arztpraxen und Impfzentren nicht mehr ausreichen, um die wachsende Zahl an zur Verfügung stehenden Impfdosen schnellstmöglich zu verimpfen. Die Apotheken in Deutschland sind laut ABDA auch jetzt schon eng in die Impflogistik eingebunden. Dazu gehöre etwa die Aufklärung der Menschen über die Impfungen.

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