Wie lange soll man Zähne putzen?

Zwei Minuten, vier oder länger? Gelten für elektrische Zahnbürsten andere Empfehlungen? Zahnarzt Dr. Borwin Wolter beantwortet die wichtigsten Fragen
von Sophie Kelm, aktualisiert am 01.10.2015

Mit Plan: Für die Zahnhygiene sollte sich jeder genügend Zeit nehmen

Thinkstock/Photos.com

Viele elektrische Zahnbürsten piepen nach zwei Minuten. "Geschafft", mag da manch einer denken, "das langweilige Zähneputzen wäre auch mal wieder erledigt". Stimmt's? "Zwei Minuten sind für den Otto-Normal-Putzer meiner Meinung nach zu kurz angesetzt", sagt Dr. Borwin Wolter, Zahnarzt aus Weiskirchen.

"Mindestens einmal am Tag sollte man richtig intensiv und gründlich Zähne putzen, zusätzlich nach allen großen Mahlzeiten", rät Wolter. Ob der einzelne Putzvorgang nun drei oder fünf Minuten dauert ist egal, solange das Ergebnis stimmt. Insgesamt kommt es aber immer auf das individuelle Putzverhalten des einzelnen an.

Schrubben nach Schema

"Nicht Häufigkeit oder Zeit sind die entscheidenden Faktoren, sondern Gründlichkeit", so Wolter weiter. Karies bekommt man durch einen Zahnbelag namens Plaque, der hauptsächlich aus Bakterien und Speiseresten besteht. Bis dieser laut Wolter "reif" ist, vergehen 24 bis 36 Stunden. Spätestens innerhalb dieser Zeit sollte der Putzer den Belag also einmal komplett "herunterschrubben" – wobei man natürlich nicht wild schrubben, sondern nach der richtigen Technik vorgehen sollte. Wer zweimal am Tag putzt, entfernt in der Regel mehr Bakterien, als beim einmaligen Bearbeiten der Kauleiste.

Eine große Hilfe kann es sein, wenn man schematisch vorgeht. Zum Beispiel von rechts oben nach links unten. Dabei alle Innen- und Außenseiten sowie die Kauflächen berücksichtigen. Eine Anleitung hierzu bekommen Patienten auf unseren Seiten, beim Zahnarzt oder auch beim Dentalhygieniker.

Vorsprung durch Technik

Mit einer Handzahnbürste kann man ein sehr gutes Putzergebnis erzielen. Richtig angewandt, reinigen elektrische Zahnbürste allerdings noch effektiver. "Schallaktive Zahnbürsten können Mikroströmungen im Zahnpasta-Speichelgemisch hervorrufen, die durch Scherkräfte Bakterien von der Zahnoberfläche ablösen", erklärt Wolter die Vorteile der Technik. Das unterstützt auch die Reinigung der Zwischenräume, ersetzt allerdings niemals die Zahnseide.

Wenn Sie überprüfen wollen, ob Sie die Plaque ordentlich entfernen, dann kaufen Sie in der Apotheke Kautabletten, die den Bakterienfilm auf den Zähnen einfärben. Haben Sie genug geschrubbt, bleiben die Zähne weiß. "Ein gutes Ergebnis kann man mit weichen oder härteren Borsten erzielen, mit einer Handbürste oder dem elektrischen Modell. Auch bei der Wahl der Zahnpasta ist der Patient relativ frei – Hauptsache man nimmt sich für Zahnhygiene genügend Zeit und arbeitet gründlich", fasst Wolter zusammen.


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