Was tun bei Verstopfung?

Läuft es im Darm nicht richtig rund, fühlen sich Mann oder Frau schnell unwohl. Die häufigsten Gründe für Verstopfung und die besten Tipps dagegen
von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 23.05.2017

Kommt der Darm nicht in Gang, bleibt das stille Örtchen unbenutzt

iStock/Nina Malyna

Der eine klagt schon über Verstopfung, wenn er nicht jeden Morgen auf Toilette kann. Der andere erst, wenn am dritten Tag immer noch nichts geht. Jeder Mensch pflegt also ein individuelles Verhältnis zu seiner Darmtätigkeit. Verstopfung lässt sich nicht so einfach definieren. Harter, klumpiger Stuhl, starkes Pressen und das Gefühl, den Darm nicht vollständig entleert zu haben, sprechen dafür. Je älter der Mensch, desto eher bekommt er Probleme mit der Verdauung. Denn "der Darm wird im Laufe des Lebens träger", erklärt Dr. Andreas Leodolter, Gastroenterologe am Evangelischen Krankenhaus Herne.

Ursachen der Verstopfung

Warum aber ist der Darm manchmal so faul? Schuld ist meist das eigene Verhalten. "Wer sich wenig bewegt, lieber Fastfood als Gemüse isst und nicht ausreichend trinkt, leidet oft an Verstopfung", fasst Leodolter die Hauptgründe zusammen. Sitzt jemand den ganzen Tag am Schreibtisch und abends auf der Couch, kommt auch der Darm nicht in Schwung.

Im Gegensatz zu Brokkoli oder Paprika enthalten Chips und Pommes kaum Ballaststoffe. Die vergrößern aber das Volumen des Darminhaltes und regen die Verdauung an. Wer das Trinken vergisst oder meint, ein Glas Wasser pro Tag reiche aus, braucht sich nicht zu wundern, wenn es im Darm nicht rund läuft. Normal holt sich der Körper über den Dickdarm fehlende Flüssigkeit zurück, der Stuhl wird dadurch eingedickt. "Trinkt jemand zu wenig, wird im Darm noch mehr Wasser abgezweigt und der Stuhl dadurch fester", sagt der Gastroenterologe.

Medikamente – zum Beispiel Mittel gegen Sodbrennen, Depressionen oder starke Schmerzen – können als unerwünschter Nebeneffekt ebenfalls verstopfend wirken. Und laut Leodolter nicht zu vergessen: Mangelnde Stuhlhygiene verleitet zu Darmträgheit. Gemeint ist damit, dass sich viele Menschen nicht genügend Zeit für ihr "Geschäft" nehmen, den Stuhlgang unterdrücken. Auch die Psyche beeinflusst die Verdauung.

Mittel gegen Verstopfung

Abführmittel, die Bisacodyl oder Natriumpicosulfat enthalten, bringen den Darm zwar schnell auf Trab, dürfen aber nur kurzfristig angewendet werden. Wer diese Arzneistoffe öfter benutzt, kann der Verdauung womöglich schaden. Denn bei längerer Einnahme führen die Mittel ihrerseits zu Verstopfung.

Eine Alternative ist Macrogol. Die Substanz bindet Wasser im Dickdarm, erhöht dadurch das Volumen des Stuhls und weicht ihn auf. Ebenso wirkt Lactulose. Allerdings berichten Patienten bei diesem Arzneistoff häufig von einem unerwünschten Effekt: Blähungen.

Als pflanzliche Alternative stehen Leinsamen oder indischer Flohsamen zur Verfügung. Die Samen quellen im Darm auf und regen auf diesem Weg die Verdauung an. Ganz wichtig: Viel trinken! Sonst droht eventuell ein Darmverschluss.

Von Glauber- und Bittersalz sollte Mann oder Frau lieber die Finger lassen. "Die Mittel führen zu einem starken Verlust an Mineralstoffen, die für den Körper wichtig sind", mahnt Leodolter.

Tipp: Lassen Sie sich zur Auswahl geeigneter Präparate und zur Anwendung in Ihrer Apotheke beraten!

Darmträgheit vorbeugen

Wie lässt sich vorbeugen? Eigentlich ganz einfach: Mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken – sofern der Arzt nichts anderes verordnet hat. Tägliche Verdauungsspaziergänge einplanen und genügend Obst, Gemüse sowie Vollkornbrot essen.

Ändern sich die Stuhlgewohnheiten plötzlich, kommt es abwechselnd zu Verstopfung und Durchfall oder halten die Beschwerden länger an, sollte unbedingt ein Arzt die Probleme abklären.


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