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Verhütung: Kupferspirale

Die Kupferspirale ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, das der Frauenarzt in die Gebärmutter einsetzt. Dort kann es mehrere Jahre bleiben und zuverlässig vor einer Schwangerschaft schützen

aktualisiert am 12.02.2019
Kupfer Spirale

T-förmige Kupferspirale


Rechtwinklig T-förmig und mit einem zweieinhalb- bis dreieinhalb Zentimeter langen Stab aus Kunststoff, um den sich ein feiner Kupferdraht windet, ein T mit leicht gebogenen Seitenarmen, ein hufeisenförmiges Oval mit Widerhaken, ein Kunststoffgerüst in Form einer 7, jeweils mit Kupferdraht um den Trägerstab: So sehen Kupferspiralen aus.

Am unteren Ende tragen sie zwei Kontroll- beziehungsweise Rückholfäden aus nicht resorbierbarem Kunststoff. Im Normalfall zieht der Arzt zu gegebener Zeit die Spirale wieder mithilfe der Fäden heraus. Bis dahin kann die Frau regelmäßig den Faden selbst tasten und so das Vorhandensein der Spirale überprüfen.

Kupferspirale: Viele Modelle

Die Spirale heißt auch Intrauterinspirale; intrauterin bedeutet in der Gebärmutter. Manche Ärzte sprechen lieber von einem Intrauterinpessar (IUP). Es gibt die oben beschriebenen verschiedenen Formen in verschiedenen Größen und unterschiedlichen Metall-Legierungen, rein aus Kupfer oder Kupfer mit Gold- oder Silberanteil. Gold oder Silber sollen die Haltbarkeit verbessern, Silber zudem gegen Erreger schützen.

Wie wirkt die Kupferspirale?

Entscheidend für die verhütende Wirkung ist der Kupfergehalt. Die stetig abgegebenen Kupferionen hemmen die Spermien und verkürzen ihre Lebensdauer. Das Kupfer verändert den Schleim im Gebärmutterhals und das Sekret von Gebärmutter und Eileitern. Eventuell noch aktive Spermien gelangen schlechter zur Eizelle, und diese, falls ausnahmsweise befruchtet, kann sich nicht einnisten. Empfängnisschutz besteht sofort nach dem Einlegen.

Und was ist die Kupferkette?

Die Kupferkette ist eine Weiterentwicklung der Kupferspirale. Da sie kein starres Rahmengerüst hat, ist sie sehr flexibel (engl. frameless IUP) und passt sich der Gebärmutterform an. Sie besteht aus mehreren Kupfergliedern, die perlenartig auf einem chirurgischen Faden aufgereiht sind. Sein oberes Ende wird im Gewölbe der Gebärmutterwand verankert. Das Einlegen und Entfernen – dabei wird das eingewachsene Ende der Kette wieder herausgelöst – führen spezialisierte Ärzte durch. Die Kupferkette kann zum Beispiel auch für Frauen mit Myomen infrage kommen.

Sprechstunde

Einlegen der Spirale, Kontrollen

Eine Frau sollte sich zunächst einmal genau von ihrem Frauenarzt darüber beraten lassen, welche Verhütungsmethode sich am besten für sie eignet, wie Nutzen und mögliche Risiken aussehen. Vor dem Einlegen untersucht der Gynäkologe die Frau körperlich. Er schließt Veränderungen aus, die gegen das Einlegen der Spirale sprechen, zum Beispiel eine Schwangerschaft, eine Entzündung im Genitalbereich oder eine Veränderung der Gebärmutter. Wenn alles passt, bestätigt die Frau schriftlich, dass sie ausreichend aufgeklärt wurde und die Verhütungsmaßnahme wünscht.

Am besten wird die Kupferspirale während oder am Ende der Regelblutung in die Gebärmutter eingelegt. Der Gebärmutterhals ist dann etwas geweitet und eine Schwangerschaft unwahrscheinlich. Bei Bedarf kann die Frau vorher ein Schmerzmittel erhalten.

Nach dem Einsetzen kürzt der Arzt die Rückholfäden passend, sie ragen dann etwa zwei Zentimeter in die obere Scheide hinein. Mittels Ultraschall kontrolliert er die Lage der Spirale. Außerdem erklärt er der Frau, wie sie die Rückholfäden selbst ertasten kann.

Vier bis sechs Wochen später oder nach der ersten anschließenden Monatsblutung schaut der Arzt nach, ob alles in Ordnung ist. Eine Ultraschalluntersuchung zeigt, ob die Spirale richtig liegt. Normalerweise bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen diese erste Kontrolluntersuchung.

Die späteren Kontrollen finden etwa halbjährlich statt, bei Besonderheiten jederzeit früher.

Vorteile der Kupferspirale

Die Kupferspirale ist für Frauen aller Altersgruppen geeignet. Der natürliche Monatszyklus bleibt erhalten. Die Kupferspirale verhütet langfristig und hormonfrei. Nebenwirkungen, die bei Hormonpräparaten auftreten können, kommen bei der Spirale also nicht vor. Je nach Modell kann sie im Normalfall drei bis fünf Jahre oder länger, maximal bis zehn Jahre, in der Gebärmutter bleiben. Nach Entfernen der Spirale ist schon im nächsten Zyklus eine Schwangerschaft möglich.

Auch in der Stillzeit eignet sich die Kupferspirale gut zum Verhüten, wobei Ärzte sie frühestens sechs bis acht Wochen nach der Entbindung einlegen. Bevor die Gebärmutter sich nicht zurückgebildet hat, ist die Gefahr zu groß, dass die Spirale ausgestoßen oder die Gebärmutter verletzt wird.

Anwendungsfehler sind bei der Spirale so gut wie unmöglich. In Zeit, während der die Spirale im Körper bleibt, muss die Frau nicht an Verhütung denken.

Nachteile der Kupferspirale

In den ersten Tagen nach dem Einlegen sind vorübergehend Unterleibsschmerzen oder Rückenschmerzen möglich. Die Menstruationsblutungen können stärker, länger und schmerzhafter sein. Auch kann die Spirale unbemerkt mit der Blutung ausgestoßen werden. Deshalb ist es wichtig, dass die Anwenderin regelmäßig nach ihrer Periode den Rückholfaden ertastet.

Bei stärkeren oder anhaltenden Beschwerden, auch Blutungen, ungewöhnlichem Ausfluss oder Fieber sollte die Frau den Gynäkologen aufsuchen. Es könnten Anzeichen für eine Infektion sein. Vielleicht liegt auch die Spirale nicht mehr richtig, und die Verhütungssicherheit ist beeinträchtigt.

Das Risiko für eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft ist etwas erhöht. Allerdings treten Schwangerschaften unter der Spirale, die zu den sicheren Verhütungsmethoden zählt, insgesamt nur selten auf.

Ein Hinweis auf eine Schwangerschaft kann sein, dass die Periode ausbleibt. Setzen starke Unterleibsschmerzen ein, liegt eventuell eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter vor. Die Symptome sind hier jedoch verschiedenartig und unterschiedlich stark ausgeprägt. Auch können Unterleibsschmerzen viele Ursachen haben. Auf jeden Fall sollte man Störungen der Regelblutung und andere Unterleibsbeschwerden immer vom Frauenarzt abklären lassen, insbesondere wenn sie unter der Spirale aufgetreten sind.

Gegenanzeigen der Kupferspirale

Ganz klar: Schwangerschaft und Spirale – das verträgt sich nicht. Eine Schwangerschaft ist ein Ausschlusskriterium. Tritt sie bei liegender Spirale ein, wird der Arzt in der Regel dafür plädieren, die Spirale zu entfernen, auch wenn es dadurch möglicherweise zu einer Fehlgeburt kommen kann. Das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft, zum Beispiel eine Infektion oder Fehlgeburt, ist höher, wenn die Spirale in der Gebärmutter bleibt.

Für Frauen mit Veränderungen der Gebärmutter, etwa Myome oder eine bösartige Erkrankung, ist die Kupferspirale ebenfalls nicht geeignet. Auch bei erhöhtem Ansteckungsrisiko für sexuell übertragene Krankheiten, Neigung zu starken Blutungen, bei Unterleibsentzündungen oder nach vorausgegangenen Eileiterschwangerschaften scheidet die Spirale als Verhütungsmethode aus.

Blutgerinnungsstörungen oder Störungen des Kupferstoffwechsels (Kupferspeicherkrankheit) sind weitere Gegenanzeigen, ebenso eine Allergie gegen einen Bestandteil der Spirale.

Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen oder bestimmte Medikamentenbehandlungen, etwa mit einem blutverdünnenden oder das Immunsystem unterdrückenden Arzneimittel, sind zum Beispiel Situationen, in denen der Arzt eingehend prüfen wird, ob eine Spirale infrage kommt.

Wenn alle Stricke reißen: Spirale danach

Nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Verhütungsversagen kann die Kupferspirale, ebenso die Kupferkette (siehe oben) innerhalb von fünf Tagen notfallmäßig zur Verhütung einer Schwangerschaft eingesetzt werden. Mehr dazu im Beitrag "Notfallverhütung".

Wichtig

Die Spirale schützt nur vor einer Schwangerschaft. Um eine Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten zu vermeiden, sollten Kondome verwendet werden.

Wie bei jeder Verhütungsmethode ist es unbedingt empfehlenswert, die vorgeschlagenen Kontrolltermine beim Arzt einzuhalten.

Für Frauen bis zum 20. Lebensjahr, die gesetzlich krankenversichert oder sozialhilfeberechtigt sind, übernimmt der zuständige Kostenträger die Bezahlung der Spirale und für das Einlegen. Sicherheitshalber sollte man sich vorher beim Arzt, bei der Krankenkasse oder einer Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Verhütungsfragen erkundigen.


Pearl-Index:
Kupferspirale: 0,9 bis 3 (oder niedriger, etwa 0,4 bis 1), abhängig vom Kupfergehalt; Kupferkette: 0,1 bis 0,5