Chemische Verhütungsmittel

Spermizid-haltige Mittel, etwa Schaumzäpfchen, töten Spermien ab und sollen so vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Alleine angewandt sind sie aber sehr unsicher
aktualisiert am 22.06.2015

Vaginalzäpfchen enthalten Spermizide

W&B/Brigitte Sporrer

Was sind chemische Verhütungsmittel?

Chemische Verhütungsmittel enthalten Substanzen, die Samenzellen abtöten, zum Beispiel Spermizide wie Nonoxinol-9 oder Benzalkoniumchlorid. So sollen sie vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen.

Heute gibt es im Wesentlichen nur noch Schaumzäpfchen (Ovula) mit diesem Wirkstoff. Als spermizide Gele sind sie rezeptpflichtig und überwiegend nur über Internetversender erhältlich. Das Mittel muss mindestens zehn Minuten vor dem Geschlechtsverkehr tief in die Scheide bis vor den Muttermund eingeführt werden, um sich auflösen und wirken zu können.

Der Effekt auf die Spermien hält höchstens etwa zwei Stunden an. Beachten Sie aber immer die Gebrauchsanweisung. Mithin sind chemische Präparate ohne zusätzliche Verhütungsmaßnahmen ziemlich unzuverlässig.
 Etwas sicherer werden sie, wenn Frauen sie in Kombination mit einer mechanischen Barriere wie Diaphragma oder Verhütungskappe benutzen.

Dafür eignen sich zum Beispiel Gels mit Milchsäure oder Zitronensäure, die das Scheidenmilieu saurer machen und die Spermien hemmen.

Vorteile chemischer Verhütungsmittel

Frauen nehmen bei dieser Methode keine Hormone ein, um zu verhüten. Spermizide Ovula (oder Gels) sind einfach anzuwenden und werden nur bei Bedarf eingesetzt. Sie kommen eventuell für Frauen infrage, die nur ab und zu einen Verhütungsschutz benötigen.

Nachteile chemischer Verhütungsmittel

Chemische Verhütungsmittel sind recht unsicher. Die meisten müssen zudem kurz vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingebracht werden, für jeden Geschlechtsverkehr wieder neu.

Nonoxinol-9 reizt mitunter die Vaginalschleimhaut oder die Penishaut des Mannes, was sich in Wärmegefühl, Brennen oder Jucken äußern kann. Bei regelmäßigem Gebrauch wurden auch Entzündungen in der Scheide und am Muttermund beobachtet.
Möglicherweise steigt durch die Reizungen die Gefahr für sexuell übertragene Infektionen.
Bezüglich Benzalkoniumchlorid liegen keine Mitteilungen vor.

Zusammen mit einem Kondom für den Mann sollten unbedingt nur geeignete Spermizide gemäß Gebrauchsinformation angewendet werden. Manche Mittel können das Gummi schädigen.

Risiken und Gegenanzeigen

Frauen, die zu Scheideninfektionen neigen oder eine HIV-Infektion haben, sollten chemische Verhütungsmittel wie etwa Nonoxinol-9 nicht anwenden. Allergien oder Unverträglichkeiten gegen Bestandteile chemischer Verhütungsmittel sind ebenfalls Gegenanzeigen.

Wichtig

Chemische Verhütungsmittel können nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV/Aids schützen.

Pearl-Index: 3 bis 21 beziehungsweise 2 bis 7 bei zusätzlicher Anwendung eines Pessars wie Diaphragma oder Verhütungskappe.



Bildnachweis: W&B/Brigitte Sporrer

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