Phlebitis (Venenentzündung)

Eine Entzündung der oberflächlichen Venen heißt Phlebitis. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie
aktualisiert am 29.09.2014

Infusion in die Vene – dabei kann es im ungünstigen Fall zu einer Venenentzündung (Phlebitis) kommen

Thinkstock/iStockphoto

Eine Phlebitis ist eine entzündliche Erkrankung der oberflächlichen, hautnahen Venen. Die genauere Bezeichnung lautet Thrombophlebitis superficialis. Die Entzündung betrifft die Venenwand. Ein Thrombus (Blutgerinnsel) kann sich in der Folge bilden, aber auch fehlen.

Sind oberflächliche Krampfadern entzündet, spricht man von Varikophlebitis.

Sind die tiefen, in der Muskulatur liegenden Venen thrombosiert und entzündet, besteht eine Phlebothrombose (tiefe Venenthrombose).

Welche Ursachen hat eine Phlebitis?

Eine Venenentzündung ist häufig Folge einer Verletzung der Venenwand, zum Beispiel

  • bei der Blutentnahme
  • bei Einführung eines Katheters (eines dünnen "Kunststoffschlauchs")
  • durch Infusionslösungen
  • durch einen Schlag
  • durch einen Insektenstich

In Krampfadern an den Beinen fließt das Blut langsamer als üblich. Das begünstigt Thrombose und Entzündung.

Venenentzündungen (Thrombophlebitiden) können auch vorkommen bei bestimmten Bindegewebserkrankungen oder bösartigen Tumoren. Seltenere Formen sind die Thrombophlebitis migrans, die sich langsam entlang von Venen ausbreitet, die Thrombophlebitis saltans oder die Thrombangiitis obliterans.

Unser Experte: Professor Wolfram Delius, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie

W&B/Bernhard Huber

Welche Symptome sind typisch?

Schwellung, Rötung, Druckempfindlichkeit, Schmerzhaftigkeit, Verhärtung sind die typischen Symptome eines entzündlich veränderten oberflächlichen Venenabschnitts. Bei bakterieller Superinfektion können Fieber und Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens hinzukommen.

Eine Beteiligung der tiefen Venen (Phlebothrombose) ist bei einer Thrombophlebitis superficialis selten.

Entzünden sich allerdings Krampfadern, sind die tiefen Venen bei etwa einem Drittel der Patienten beteiligt.

Wie sieht die Therapie aus?

Der Arzt kann eine kurzstreckige Phlebitis bei fehlenden Hinweisen auf eine Beteiligung tiefer Venen ambulant mit örtlichen Maßnahmen behandeln. Wichtig sind körperliche Aktivität (in Rücksprache mit dem Arzt) und das Anlegen von Kompressionsstrümpfen. Alkoholwickel und bei Bedarf entzündungshemmende, nichtsteroidale Antirheumatika und Einreibungen mit Heparinsalbe werden üblicherweise angewandt.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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