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APC-Resistenz

Die APC-Resistenz ist bei zirka fünf bis acht Prozent der Bevölkerung der häufigste laborchemisch fassbare Risikofaktor für Venenthrombosen und Lungenembolien überhaupt. Bei Frauen kann damit eine Neigung zu Aborten verbunden sein

von Dr. med. H. Becker, aktualisiert am 13.04.2017

Aktiviertes Protein C (APC) ist ein Hemmstoff der Blutgerinnung. Eine Resistenz gegen den Gerinnungshemmer hat eine Verstärkung der Gerinnungsneigung zur Folge.

In den meisten Fällen ist eine genetische Veränderung (Polymorphismus) des Gerinnungsfaktors V (Faktor-V-Leiden-Mutation) die Ursache.

Folgen dieser Mutation sind Thrombosen in den tiefen Bein- und in den Beckenvenen, Lungenembolien oder Entzündungen der Venen an der Körperoberfläche.

Menschen, die das veränderte Gen auf einem Chromosom tragen, haben ein fünf- bis zehnfach erhöhtes Thromboserisiko. Menschen, bei denen das veränderte Gen auf beiden Chromosomen vorkommt, weisen ein 50- bis 80-fach erhöhtes Risiko auf.

Der Verdacht auf eine APC-Resistenz und eine Faktor-5-Leiden-Mutation kann durch spezielle Labortests überprüft werden.

Wenn die Tests eine APC-Resistenz bestätigen, wird der Arzt mögliche Konsequenzen für die Therapie oder die Verhinderung von Thrombosen mit den Patienten besprechen.

Rauchen sollte tabu sein. Die Einnahme einer Anti-Baby-Pille ist mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden. Nutzen und Risiko sollten sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. In Risikosituationen wie Langstreckenflügen empfiehlt sich eine Thromboseprophylaxe mit Kompressionsstrümpfen, bei vorangegangenen Thrombosen (Thromboseanamnese) mit Heparinspritzen.

Bei spontanen oder häufig wiederkehrenden Thrombosen verordnet der Arzt auch eine dauerhafte Behandlung mit gerinnungshemmenden Medikamenten.

Der Arzt wird eine Testung auf eine mögliche APC-Resistenz vor allem empfehlen, wenn

  • Thrombosen ohne äußerlichen Anlass auftreten
  • Thrombosen innerhalb der Familie häufig auftreten
  • Thrombosen an ungewöhnlichen Stellen vorkommen
  • Spontanaborte auftraten

 

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.