Thema: Tiere

Hygienisch mit Hunden und Katzen umgehen

Kann ich den Hund auf die Schnauze küssen und darf die Katze mit ins Bett? Zwei Tierärzte erklären, welche Krankheiten Haustiere übertragen können und wie man sich davor schützt
von Sophie Schöninger, aktualisiert am 15.10.2016

In der Regel bringen Haustiere Freude. Aber sie können auch Krankheiten übertragen

iStock/skynesher

"Mein Hund ist sooo süß, den muss ich einfach manchmal küssen!" Ist das eine gute Idee oder macht der Hundekuss Menschen krank? "Rein aus hygienischer Sicht sollte man seinen Vierbeiner nicht auf die Schnauze küssen. Immerhin steckt der seine Nase überall hinein: Schmutz, Kot, Abfall", erklärt Dr. Bianca Stützer, Expertin für Gesundheitsvorsorge von der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Man wird zwar nicht zwangsläufig krank, aber es ist schon möglich, dass Erreger von Hund oder Katze auf den Menschen wandern.

"Aber keine Sorge, ein Haustier erhöht normalerweise ganz klar nicht die allgemeine Infektionsgefahr", so Professor Reinhard Straubinger, Lehrstuhlinhaber am Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwigs-Maximilians-Universität München. Viel häufiger steckt ein Mensch den anderen an. Der Tierarzt ist sich sicher, dass Menschen mit Hund sogar eher gesünder leben, da sie sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen, wenn sie mit dem Hund Gassi gehen. Welche Zoonosen unter anderem drohen können – so heißen Krankheiten, die der Mensch vom Tier bekommen kann – lesen Sie im folgenden Kasten zum Durchklicken.

Was kann man vom Hund bekommen?

Wie verhält man sich denn nun richtig – soll man nach jedem Streicheln die Hände waschen? "Nein, das wäre übertrieben und zerstört auf Dauer die natürliche Fettschicht der Haut", so Stützer. Vor dem Essen und bevor man jemand anderem die Hand schüttelt reicht aus.

Ein fremdes Tier streichelt man am besten gar nicht. Erstens weiß man nicht, ob es bissig ist. "Die häufigsten Worte von Hundebesitzern sind: Der tut nix. Oh, das hat er vorher noch nie gemacht", warnt Stützer. Manche Tiere wollen einfach nicht angefasst werden oder sie haben gerade Schmerzen, wollen sich schützen – und schnappen zu. Außerdem kann man sich eventuell auch eine Zecke einfangen.

Dürfen Hund und Katze mit ins Bett? "Hier scheiden sich die Geister der Verhaltensforscher", sagt Stützer. Die einen sagen, ein Tier ist in der Rangordnung ganz unten und darf nicht mit ins Bett. Die anderen meinen, Hauptsache konsequent sein, nicht heute so, morgen so. Die Tierärztin selber lässt ihren Hund nicht ins Bett. Man selber geht ja auch nicht mit Straßenschuhen unter die Decke. Klingt logisch. Außerdem erhöht das geteilte Bett auch die Gefahr einer Zeckenwanderung auf den Menschen.

"Gehen Sie mit Ihrem Haustier am besten einmal jährlich zur Gesundheitsvorsorge", rät Stützer. Der Tierarzt untersucht das Tier und bespricht mit Herrchen und Frauchen alle Gesundheitsrisiken.


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