{{suggest}}


Transplantation: Geschichte

Erste Berichte über Transplantationen datieren bereits aus dem dritten Jahrhundert nach Christus

von Ulrich Kraft, aktualisiert am 21.12.2016
Nierenmodell

1954 gelang die erste erfolgreiche Transplantation einer Niere


Die heiligen Zwillinge St. Cosmas und St. Damian sollen seinerzeit erfolgreich das Bein eines verstorbenen Schwarzen auf einen weißen Mann verpflanzt haben. Zur selben Zeit ist dem chinesischen Arzt Pien Ch’iao angeblich der Austausch zweier Herzen gelungen. Während es sich hier wohl eher um Legenden handelt, sind die im 19. Jahrhundert erstmalig durchgeführten Hautransplantationen auch tatsächlich dokumentiert.

Erste Erfolge in der Neuzeit

In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unternahmen Ärzte dann eine ganze Reihe von Versuchen, komplette Organe zu transplantieren. Sie schlugen aber allesamt fehl, weil der Organismus des Empfängers das körperfremde Gewebe – zumeist waren es Nieren – nicht annahm. Am 23.12.1954 führte ein Ärzteteam um Dr. Joseph Murray in Boston die erste erfolgreiche Nierentransplantation durch. Der Empfänger heiratete bald nach dem Eingriff, gründete eine Familie und lebte noch über zwanzig Jahre in völliger Gesundheit.

Allerdings stammte die Spenderniere von seinem eineiigen Zwillingsbruder und wies deshalb größtmögliche Ähnlichkeit in den Gewebeeigenschaften auf. Auf diese Weise vermied man die bereits bekannte Problematik, dass das Immunsystem körperfremdes Gewebe angreift und zerstört.

Unterdrückung der Abstoßungsreaktion

Erst die Entwicklung von Medikamenten, die diese Abstoßungsreaktion unterdrücken, verschaffte der Transplantationsmedizin dann den großen Durchbruch. Diese so genannten Immunsuppressiva machten auch Organübertragungen möglich, bei denen Spender und Empfänger nicht in einem engen verwandtschaftlichen Verhältnis zueinander stehen. Insbesondere das Ende der 1970er eingeführte Ciclosporin hat die Überlebenschancen von Transplantationspatienten entscheidend verbessert.

Organvermittlung durch Eurotransplant

Eine zweite, ähnlich wichtige, Maßnahme bestand darin, Spender und Empfänger mit möglichst ähnlichen Gewebemerkmalen zu finden. Deshalb wurden Ende der 1960er Vermittlungsorganisationen wie die in Deutschland zuständige Stiftung Eurotransplant gegründet. Heute ist die Übertragung von Organen, Geweben und Zellen längst eine etablierte Therapiemethode in der modernen Medizin – und oft die einzig verbleibende Option, das Leben eines Patienten zu retten.