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Transplantation: Durchführung

Was wird transplantiert und von wem stammt das Transplantat? Von diesen beiden Punkten hängt der Ablauf einer Transplantation maßgeblich ab

von Ulrich Kraft, aktualisiert am 21.12.2016

Laut Gesetz dürfen nur Ärzte in Transplantationszentren eine Organtransplantation vornehmen. Stirbt ein Mensch, der sich zu Lebzeiten für die Organspende bereit erklärt hatte oder dessen Angehörige die Zustimmung gegeben haben, ist sein Hirntod zweifelsfrei festgestellt und scheint eine Organentnahme möglich, dann kommt ein Koordinator von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Er veranlasst für die Ermittlung des optimalen Empfängers notwendige Untersuchungen wie die Typisierung der Gewebemerkmale und übermittelt alle relevanten Informationen an Eurotransplant. Eurotransplant ermittelt mit Hilfe des Computers die am besten passenden Empfänger. Der DSO-Koordinator organisiert außerdem die Entnahme und die Transporte.

Steht der Empfänger fest, wird er sofort in sein Transplantationszentrum einbestellt und für die Operation vorbereitet. Gleichzeitig entnimmt ein spezialisiertes Ärzteteam das Spenderorgan beziehungsweise die Spenderorgane. Von jetzt ab ist höchste Eile geboten. Denn je länger sich die Organe außerhalb des Körpers befinden, desto größer ist das Risiko, dass es zu Funktionsstörungen kommt und die Transplantation scheitert.

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Ablauf der Operation

Bei einer Nieren- oder Bauchspeicheldrüsentransplantation wird mit einem so genannten Crossmatch nochmals geprüft, ob das Organ zum Empfänger passt: Zeigt die Kreuzprobe keine Antikörper (Abwehrstoffe) gegen das Spenderorgan an, beginnen die Chirurgen unverzüglich mit der Operation. Bei einer Nierentransplantation dauert es meist nur zwei bis drei Stunden, bis das Organ in den Körper des Empfängers verpflanzt ist. Eine kombinierte Herz-Lungen-Transplantation kann aber durchaus auch zehn Stunden oder mehr in Anspruch nehmen.

Gewebe- und Zelltransplantationen sind operationstechnisch oft leichter und gehen entsprechend schneller. Dass sich hier Transplantate länger konservieren lassen, vereinfacht auch die Koordination und ermöglicht es den Ärzten oft sogar, die Operation im Voraus zu planen.