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Transplantation: Arten

Abhängig von der Herkunft des Transplantats unterscheiden Mediziner mehrere Arten von Transplantationen

von Ulrich Kraft, aktualisiert am 21.12.2016
Organspende (Symbolbild)

Ein Herz kann einzeln oder zusammen mit der Lunge transplantiert werden


Die bei weitem häufigste Art ist die allogene Transplantation. Hier stammen die in den Organismus des Empfängers übertragenen Zellen, Gewebe oder Organe von einem anderen Menschen. Ist der Spender der eineiige Zwilling, spricht man von einer syngenen oder isogenen Transplantation. Weil Empfänger und Spender identische Gewebemerkmale aufweisen, kann bei dieser Sonderform der allogenen Transplantation auf eine Behandlung mit Immunsuppressiva verzichtet werden.

Bei einer autologen Transplantation sind Spender und Empfänger ein und dieselbe Person. Beispiele dafür sind Haut- und Haartransplantationen. Oder auch die so genannte autologe Knochenmarktransplantation. Dabei bekommt der Patient vor einer Behandlungsmaßnahme – etwa einer Strahlentherapie – Blutstammzellen entnommen, die ihm dann später wieder zurückgegeben werden.

Transplantieren Chirurgen über die Artgrenze hinweg, also vom Tier auf den Mensch, handelt es sich um eine xenogene Transplantation. Dazu gehört beispielsweise die schon länger mit guten Erfolgen durchgeführte Übertragung von Schweine-Herzklappen ins menschliche Herz.

Welche Bestandteile des Körpers werden transplantiert?

Zellen sind die Grundbausteine des menschlichen Organismus. Sie bilden Gewebe und Organe. Als Gewebe bezeichnet die Biologie einen Verband von gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Zellen, die eine gemeinsame Funktion haben – wie etwa das Nervengewebe, das Muskel- oder das Fettgewebe. Bei einem Organ handelt es sich um einen abgegrenzten Teil des Organismus, der aus – teils sehr unterschiedlichen – Zellen und Geweben besteht, und ganz bestimmte Aufgaben erfüllt. So ist zum beispielsweise die Lunge dafür zuständig, Sauerstoff ins Blut aufzunehmen und Kohlendioxid aus dem Blut in die Atemluft abzugeben.

Ob Zellen, Gewebe oder ganze Organe – alle genannten Bestandteile unseres Körpers werden in Transplantationen übertragen. Die weitaus häufigste Organtransplantation ist die Nierentransplantation. Darüber hinaus transplantieren Ärzte Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und inzwischen auch den Dünndarm. Werden nicht nur ein sondern gleich mehrere Organe übertragen, etwa Herz und Lunge, sprechen Mediziner von einer Multiorgan-Transplantation.

An Geweben werden heutzutage vor allem Haut, Knochen, Knorpel, Sehnen, Blutgefäße und die Hornhaut der Augen transplantiert. Die am meisten durchgeführte Zelltransplantation ist die Knochenmarktransplantation, von Medizinern auch Blutstammzelltransplantation genannt. Weitere Beispiele für Zelltransplantationen sind die Übertragung von Knorpelzellen bei Gelenkschäden und von insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zur Therapie der Zuckerkrankheit. Inzwischen ist es Medizinern sogar gelungen, Gliedmaßen wie einen Arm zu transplantieren.