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Frauen: Probleme im Intimbereich

Reden rettet: Wer unter Juckreiz, Brennen oder Trockenheit der Scheide leidet, sollte offen mit dem Arzt oder Apotheker sprechen. Meist kann dann schnell geholfen werden

von Claudia Doyle, 18.02.2020
Probleme im Intimbereich Frau Liegen Hand Close Up Seitlich Bett Slip

Tabuthema Intimbereich? Bei Juckreiz, Trockenheit oder Brennen können Frauen das Gespräch mit ihrem Apotheker oder ihrer Apothekerin suchen. Sie geben Tipps


Fast jede Frau wird einmal von Brennen, Juckreiz oder Trockenheit im Intimbereich geplagt. Niemand muss sich schämen, dieses Thema beim Arzt oder bei der Apothekerin anzusprechen. Für alle, denen es unangenehm ist, hat Pharmazeutin Katja Renner einen Tipp:

Das Gespräch suchen

"Bitten Sie eine Mitarbeiterin um ein Gespräch unter vier Augen", so die Referentin der Apothekerkammer Nordrhein. In den Apotheken vor Ort steht dafür ein ruhigerer, separater Bereich zur Verfügung, wo man diskret und ohne Mithörer seine Symptome schildern kann. Das ausgebildete Personal weiß dann auch, welche Mittel die Beschwerden lindern.

Apothekerin Dr. Katja Renner

Renner: "Im persönlichen Gespräch kommt man der Ursache schneller auf die Spur, als wenn man wahllos im Internet sucht und auf eigene Faust Medikamente ausprobiert."

Trockenheit in den Wechseljahren

Oft leiden Frauen nach den Wechseljahren an einer trockenen  Scheide. Grund ist die Hormonumstellung. Sie führt dazu, dass die Haut im Intimbereich dünner und empfindlicher wird und sich weniger Vaginalsekret bildet. Auch stillende Frauen sind öfter betroffen, wenn noch keine Regelblutung eingesetzt hat.

"Treten keine anderen Symptome auf, dann reichen zur Behandlung rezeptfreie Gele, Cremes oder Zäpfchen", sagt Katja Renner. Diese enthalten meist den Wirkstoff Hyaluronsäure und führen der Scheide Feuchtigkeit zu. Bei weiteren Beschwerden kann der Gynäkologe auch hormonhaltige Vaginalcremes oder -zäpfchen verschreiben.

Juckreiz: Ist es ein Pilz?

Meist steckt eine Infektion mit dem Hefe­pilz Candida albicans dahinter. Diese lässt sich gut mit rezeptfreien Zäpfchen oder Cremes aus der Apotheke in den Griff bekommen. Anwendungsdauer: ein oder mehrere Tage.

Wichtig: Schwangere und Frauen mit geschwächtem Immun­system (etwa infolge eines schlecht eingestellten Diabetes) sollten sich bei Verdacht auf eine Pilzinfektion an den Arzt wenden.

"Wenn die Antimykotika keine Besserung bringen oder das Beschwerdebild sich verschärft, dann sollte bei einem Arztbesuch geklärt werden, ob eine andere Infektionskrankheit den Juckreiz verursacht", empfiehlt Katja Renner.

Doch nicht immer sind Keime überhaupt die Ursache. Übertriebene Hygiene oder die Rasur des Intimbereichs kann der Grund sein. "Klares Wasser ist für die Reinigung oft völlig ausreichend", sagt Doris Scharrel, Gynäkologin in Kronshagen und zweite Vorsitzende des Berufsverbands der Frauenärzte.

Auch Farbstoffe in schwarzer Unterwäsche und Slipeinlagen sowie einige Waschmittel wirken allergi­sierend und können Juckreiz verursachen.

Milchsäure gegen das Brennen

Auch dahinter können Hefepilze stecken. "Wir sehen in der Praxis in letzter Zeit ­häufiger neue Pilzarten, die eine trockene, wunde und brennende Scheide verursachen", berichtet Scharrel.

Vaginalkapseln mit Milchsäure oder Milchsäure-Bakterien können Infektionen vorbeugen, indem sie den pH-Wert des Scheidenmilieus im sauren Bereich stabilisieren und eine gesunde Scheidenflora aufbauen.

"Keinesfalls sollten Frauen sich mit joghurtgetränkten Tampons selbst therapieren", sagt Scharrel. Das führe nur dazu, unerwünschte Keime oder Schimmelpilze in die Vagina einzubringen.


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