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Stuhlinkontinenz: Diagnose

Erhebung der Vorgeschichte, körperliche Untersuchung einschließlich der Austastung des Enddarms sowie die Darmspiegelung gehören zur Basisdiagnostik bei Stuhlinkontinenz

aktualisiert am 08.07.2014
Sprechstunde

In der Sprechstunde: Ein ausführliches Gespräch trägt dazu bei, die Diagnose zu sichern


Zu Beginn führt der Arzt ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, er erkundigt sich zum Beispiel nach früheren Operationen und – bei Frauen – nach Entbindungen. 

Wichtige Diagnosekriterien sind:

  • Häufigkeit des Stuhlgangs
  • Konsistenz und Form des Stuhls
  • Fähigkeit, den Stuhlgang zu verzögern
  • Fähigkeit, zu unterscheiden, ob der Mastdarm mit Stuhl oder nur mit Luft gefüllt ist
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Notwendigkeit mehrerer, kurz aufeinander folgender Stuhlgänge

Basisdiagnostik

Der Arzt wird den Bauch sowohl abtasten als auch abhören. Darmgeräusche können Hinweise auf Transportstörungen des Darmes geben. Beim Austasten des Enddarms kann der Arzt die Eigenspannung des Schließmuskels in Ruhe und beim willkürlichen Zukneifen untersuchen und etwaige Polypen oder Tumore im Analbereich nachweisen oder ausschließen.

Die Spiegelung des gesamten Dickdarms (Koloskopie) und des Enddarms (Rektoskopie) gehören ebenso wie die Spiegelung des Analkanals (Proktoskopie) zur Basisdiagnostik der Stuhlinkontinenz. Bei der Koloskopie wird ein dünner Schlauch in den After eingeführt und bis zum Kolon vorgeschoben. Integriert in dieses Koloskop ist eine Optik, über die der Arzt das Darminnere beurteilen kann. Auf diese Weise können Tumore, Polypen und Darmentzündungen festgestellt werden.

Als Vorbereitung für die Untersuchung muss eine gründliche Reinigung des Darmes erfolgen – anders als bei der Rektoskopie: Hier muss nur der Enddarm entleert werden. Die Untersuchung ist weniger aufwendig und erfolgt mit dem Rektoskop, einem starren Rohr. Ähnlich läuft auch die Proktoskopie ab: Hier können etwaige Hämorrhoiden nachgewiesen und gegebenenfalls gleich durch einen ambulanten Eingriff entfernt werden. Eine spezielle Vorbereitung ist meistens nicht notwendig.

Spezielle Diagnostik

Bei der Endosonografie wird der Schließmuskel mittels Ultraschall untersucht. Das ist schmerzlos und belastet den Patienten nicht. Während der Untersuchung wird eine kleine Sonde, die mit Wasser gefüllt ist und um 360 Grad rotiert, in den Analkanal eingeführt. Verletzungen des Schließmuskels, wie sie beispielsweise nach Entbindungen oder Operationen auftreten können, lassen sich so gut nachweisen.

Bei der ebenfalls schmerzlosen Analsphinktermanometrie wird die Funktion des Schließmuskels geprüft. Durch Einführen einer kleinen Sonde in den Analkanal wird zunächst der unwillkürliche Ruhedruck und dann der willkürliche Kneifdruck bestimmt. Dazu muss der Patient den Schließmuskel anspannen.

Bei der analen Manometrie wird mit Hilfe eines kleinen ballonartigen Instruments der Druck bei Anspannung und Entspannung der Muskeln gemessen. Der Ballon wird in luftleerem Zustand in den After eingeführt und dann befüllt. So können auch Reflexe und das Empfindungsvermögen getestet werden.

Bei der Defäkografie wird der Enddarm mit einem zähflüssigen Röntgen-Kontrastmittel gefüllt und während des Stuhlganges ein Video-Röntgenfilm aufgenommen. Damit lassen sich die funktionellen Abläufe während der Darmentleerung analysieren und auch Aus- oder Einstülpungen sowie innere Vorfälle der Darmwand nachweisen.

Mit einem Elektromyogramm kann geprüft werden, ob die Nervensignale alle wichtigen Muskeln – zum Beispiel den Schließmuskel – erreichen und korrekt steuern. Die Untersuchungsmethode ist zugunsten der Sonografie und der analen Manometrie in den Hintergrund getreten und bleibt sehr speziellen Fragestellungen vorbehalten.