Sportler-Beratung in der Apotheke

In Apotheken gibt es mehr als nur Medikamente. Wie Freizeit- und Leistungssportler von der Beratung durch ihren Apotheker profitieren. Plus: Eine Checkliste für Sportverletzungen

von Barbara Kandler-Schmitt, aktualisiert am 27.08.2016

Gut gerüstet: Bei Sportverletzungen zählt schnelle erste Hilfe


Tischtennis, Tennis, Leichtathletik, Badminton, Radfahren – ein Leben ohne Bewegung kann sich Ulrich Clanzett nicht vorstellen. Er hat sich deshalb in seiner Düsseldorfer Apotheke auf die Beratung von Sportlern spezialisiert. Seine Botschaft: "Wir warten nicht, bis die Leute krank werden, sondern helfen ihnen, fit zu bleiben!" Keine einfache Aufgabe: Noch immer gelten Apotheken in erster ­Linie als Anlaufstelle für ältere und kranke Menschen. Doch der frühere Leistungssportler hat den Schritt gewagt. Mit Erfolg: "Die Resonanz unserer Kunden ist durchweg positiv."

Apotheken sind nicht nur für Kranke da

Auch der österreichische Apotheker Dr. Thomas Riedl spricht mit Breitensportlern gezielt junge, gesunde Kunden an. Er berät sie zu Nahrungsergänzungsmitteln und Sportlergetränken, Hautpflegeprodukten und Sonnenschutzmitteln. Gibt Tipps zur Vorbeugung von Verletzungen mithilfe gelenkstabilisierender Bandagen und zur Soforttherapie von Schürfwunden, Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen.

Damit Sie Ihre Sporttasche mit allem packen können, was Sie benötigen, laden Sie sich einfach unsere Checkliste als PDF herunter. Die Liste können Sie ausdrucken und Ihrem Apotheker vorlegen, damit er Sie berät. Damit sind Sie für jeden Sportunfall gerüstet.

Fachberater für Sportler

"Wir Apotheker können aber noch viel mehr leisten, als nur die Notfallapotheke für die Sporttasche zusammenzustellen", betont der immer noch begeisterte Freizeit-Ausdauersportler und Apotheker Riedl aus dem niederösterreichischen Krems. Der ausgebildete Fitness-Coach hat der Betreuung von Sportlern in der Apotheke ein eigenes Buch gewidmet, sieht deren Beratung jedoch eher als Hobby: "Leben könnte ich nicht davon."

Sein Düsseldorfer Kollege Clanzett bietet gegen Honorar verschiedene Beratungspakete an. "Ich sehe mich nicht als Verkäufer von Produkten, sondern als Fachberater, der Sportler individuell betreut", erklärt er. Neben Sportart und Trainings­zustand berücksichtigt er Alter, Lebensumstände und Ernährungsgewohnheiten. Eine Stoffwechselanalyse soll eine an den persönlichen Bedarf angepasste Ernährung ermöglichen. "Das empfehle ich aber nur passionierten Sportlern, die ihre Leistungen ganz gezielt verbessern wollen."

Ohne Beschwerden keine Motivation

Doch die sind in der Apotheke eher selten anzutreffen. Häufiger kommen Menschen, die sich schon länger vorgenommen haben, sportlich aktiv zu werden, aber ihren Vorsatz nicht in die Tat umsetzen. Oder denen der Arzt nahegelegt hat, sich mehr zu bewegen, um Krankheiten vorzubeugen.

Diese Kunden stellen die Apotheken vor Herausforderungen: "Solange sie keine Beschwerden haben, sind die Menschen schwer zu motivieren", weiß Clanzett. Mit großer Ausdauer versucht er, seine Kunden in ­Bewegung zu bringen und für jeden eine geeignete Sportart zu finden. Die Ziele dürfen freilich nicht zu hoch gesteckt sein: "Sonst geben viele wieder auf und tun dann gar nichts mehr für ihre Gesundheit." Schließlich gehe es nicht darum, Preise zu gewinnen, sondern mit regelmäßiger Bewegung und ausgewogener Ernährung so lange wie möglich gesund und vital zu bleiben.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Dabei gehen beide Apotheker ihren Kunden mit gutem Beispiel voran. Und motivieren nebenbei auch ihre Mitarbeiterinnen: "Es ist einfach ein schönes Gefühl, als Apothekenteam an einem Lauf teilzunehmen", sagt Riedl. "Wir spornen einander zu tollen Leistungen an."