Weißkohl: Besser als Sauerkraut bekannt

Weißkohl wird in Deutschland häufig zu Sauerkraut verarbeitet. Das Vitamin-C-reiche Gemüse schmeckt aber zum Beispiel auch in winterlichen Eintöpfen

30.10.2014
Weisskohl

Weißkohl ist gesund. Manche Menschen reagieren allerdings mit Blähungen darauf


Inhaltsstoffe: Vitamin-C-reicher Kopf

Weißkohl ist eine gute Quelle für Vitamin C. Ballaststoffe im Kohl regen die Verdauung an. Weißkohl enthält Vitamin K, das die blutverdünnende Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten mindern kann. Wer entsprechende Medikamente einnimmt, sollte das beachten und Weißkohl lieber nur in Maßen genießen.

Weißkohl gehört zu den eher nitrathaltigen Gemüsesorten. Nitrate können sich unter bestimmten Bedingungen in gesundheitlich bedenkliches Nitrit beziehungsweise Nitrosamine umwandeln. Nitrit kann insbesondere für Säuglinge in den ersten Lebensmonaten problematisch sein. Sie sollten nitratreiche Gemüsesorten daher nicht erhalten. Auch Erwachsene sollten auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Gemüseauswahl achten, um nicht übermäßig Nitrat aufzunehmen.

Für den typischen Geschmack im Weißkohl sind die Glucosinolate verantwortlich.

Herkunft: Sauerkraut eine Erfindung der Chinesen?

Erfunden haben es wohl die Chinesen, aber die Deutschen lieben Sauerkraut – und damit auch Weißkohl, aus dem es hergestellt wird. Er ist hierzulande nicht nur der am meisten gegessene Kohl, nach den Karotten ist er sogar das Gemüse, das am häufigsten angebaut wird. So wundert es nicht, dass Deutschland einer der größten Weißkohl-Produzenten Europas ist. Der Weißkohl stammt vom Gemüsekohl ab und kommt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum sowie Kleinasien. Seit dem 11. Jahrhundert wird zwischen Weiß- und Rotkohl unterschieden. Wesentlich mehr Sorten als nur die beiden führen bereits Kräuterbücher aus dem 16. Jahrhundert auf.

Botanik: Spitzkohl ist Sonderform des Weißkohls

Die grünen bis weißlich-grünen Köpfe des Weißkohls sind je nach Sorte unterschiedlich rund und können bis zu zwei Kilogramm schwer werden. Wie bei anderen Kohlarten auch, wird je nach Erntezeit Frühkohl unterschieden, dann folgen die Sommer- und Herbstsorten. Später im Jahr bekommt man überwiegend die Dauerkohlsorten.

Eine Sonderform des Weißkohls ist der Spitzkohl. Er ist feiner strukturiert, zarter und aromatischer. Eine Variante dieses eiförmigen Kohls ist das Filderkraut, benannt nach den Fildern, einer landwirtschaftlich genutzten Hochebene bei Stuttgart.

Weißkohl-Saison: Ganzjährig verfügbar

Weißkohl aus einheimischem Anbau ist das ganze Jahr über auf dem Markt, der Hauptumsatz wird aber zwischen Juli und November gemacht. Traditionell ist Weißkohl ein deftiges Wintergemüse. Importierten Spitzkohl gibt es bereits ab November aus Portugal und Spanien, deutschen ab Mai. Beim Kauf sollten Sie auf frische, fleckenfreie Blätter achten.

Lagerung: Angeschnittene Köpfe in Frischhaltefolie wickeln

Ein paar Tage hält sich ein Weißkohlkopf wenn er angeschnitten ist, im Gemüsefach des Kühlschranks, sofern die angeschnittenen Stellen in Frischhaltefolie verpackt sind. Als typisches Lagergemüse kann ein ganzer Kohlkopf im kühlen Keller bei optimalen Lagerungsbedingungen sogar Monate unbeschadet überdauern.

Tipps zur Zubereitung: Sauerkraut und mehr

Zunächst die äußeren Blätter sowie große Blattrippen abschneiden, den Mittelstrunk herauslösen. Anschließend mit warmen Wasser waschen. Um der blähenden Wirkung etwas entgegenzusetzen, empfiehlt es sich, Kohlgemüse mit Kümmel zu würzen. Es muss aber nicht immer Sauerkraut sein: In Suppen und Eintöpfen passt Weißkohl ebenso.

Die Blätter des Spitzkohls sind, wie auch die des Frühkohls, klein geschnitten ideal als Salat.

Zur Übersichtsseite des Obst- und Gemüselexikons

Nährwerttabelle: Weißkohl und Spitzkohl (pro 100 Gramm)







Weißkohl
Spitzkohl

Energie





kcal

25

23
Fett




gesamt (g)

Spuren

Spuren

Kohlenhydrate





gesamt (g)

4

3

Mineralstoffe (mg)





Natrium (Na)

10

5
Kalium (K)

270

250
Calcium (Ca)

45

50
Magnesium (Mg)

15

10
Phosphat (P)

35

30
Eisen (Fe)

0,5

0,5
Zink (Zn)

0,2

0,2

Vitamine





Beta-Carotin (µ)

72

150
Vitamin E

1,7

0,2
Vitamin B1

0,05

0,05
Vitamin B2

0,04

0,05
Vitamin B6

0,19

0,15
Folsäure

30

75
Vitamin C

50

60

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle