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AvP-Insolvenz trifft tausende Apotheken

Um die 3.500 Apotheken, die mit dem insolventen Rezeptabrechner AvP Geschäfte gemacht haben, müssen sich auf finanzielle Ausfälle einstellen. Dabei geht es pro Apotheke im Durchschnitt um sechsstellige Eurobeträge

von dpa, 23.10.2020
Schließung Insolvenz Tausende Apotheken dürften viel Geld verlieren Das Firmenschild des Apothekenrechenzentrums "AvP" hängt vor dem Eingang des Gebäudes.

Für das Apotheken-Abrechnungszentrum AvP in Düsseldorf wurde Mitte September der Insolvenzantrag gestellt


Der vorläufige Insolvenzverwalter Jan-Philipp Hoos teilte am Donnerstag mit, bei einem Großteil der Verträge habe er derzeit «erhebliche Zweifel, dass die betreffenden Apothekerinnen und Apotheker aussonderungsberechtigt sind».

Das heißt: Geld, das für die Apotheken bestimmt ist, würde nicht überwiesen, sondern in die Insolvenzmasse fließen. Im Insolvenzverfahren müssten sich die Apotheken neben anderen Gläubigern - etwa Banken - einreihen und bekämen nur einen Teil ihres Geldes zurück. Zuvor hatte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet.

Im Durchschnitt 120.000 Euro pro Apotheke

Die AvP-Insolvenz hat viele Apotheken in Deutschland stark unter Druck gebracht. In Rechenzentren hatte AvP das Zahlungsgeschäft der Apotheken mit den Krankenkassen abgewickelt, bis zu 3.500 Apotheken und damit etwa jede sechste in Deutschland waren Kunde der Düsseldorfer Firma. Einer Schätzung zufolge schuldet der Dienstleister den Apotheken im Durchschnitt 120.000 Euro.

In Einzelfällen sollen Apotheker sogar auf mehr als eine Million Euro warten. Eigentlich sollten die Gelder der Pharmazeuten dabei auf Treuhandkonten geschützt sein. Genau dies scheint bei AvP aber nicht ausreichend der Fall gewesen zu sein.

Stimmen zur AvP-Insolvenz:

In unserem Videopodcast "Nachgefragt" befassten sich die Folgen 136 bis 140 mit der AvP-Insolvenz.

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