Sodbrennen: Lebensstil – und was Sie selbst tun können

Bestimmte Nahrungs- und Genussmittel können zu Sodbrennen führen. Sie kurbeln die Säureproduktion im Magen an oder schwächen die Muskeln im Bereich der Speiseröhre

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 05.09.2017

Sodbrennen droht: Nicht zu viel und nicht zu fett essen. Manchmal lindert ein Glas Milch den Schmerz


Menschen, die gerne viel und sehr fett essen, haben häufiger mit Sodbrennen zu tun. Fette werden langsamer verdaut. Der Magen entleert sich verzögert. Ein Hormon, das die Magenbewegungen hemmt, scheint dabei Einfluss zu haben. Der längere Aufenthalt des Speisebreis begünstigt den Rückfluss in die Speiseröhre und damit Sodbrennen. Süßes, Alkohol und Kaffee, übrigens auch Schokolade, regen zudem die Säurebildung im Magen an. Solche Genussmittel bewirken teilweise, dass zudem der Speiseröhrenschließmuskel schlaffer wird.

Ist der Magen zu voll, besteht ein erhöhter Druck, der wiederum zum Rückfluss führt. Auch wenn Sie das Essen zu hastig hinunterschlingen, erschwert das die Weiterleitung der Nahrung im oberen Abschnitt des Verdauungstrakts. Zu enge Kleidung drückt den Mageninhalt wieder nach oben, der Speiseröhrenschließmuskel hält diesem Druck von unten oft nicht stand.

Darüber hinaus regen seelische Anspannung und Stress die Säurebildung im Magen an. Das vegetative Nervensystem ist hier entsprechend aktiv. Bestimmte Substanzen, vor allem Nikotin, beeinflussen die Muskelspannung. Der Speiseröhrenschließmuskel verliert unter der Wirkung des Nervengifts an Spannkraft.

Eine weitere Rolle spielt Übergewicht. Wer zu viel auf die Waage bringt, hat häufiger Probleme mit Sodbrennen. Zu einer fettreichen, eher üppigen Ernährung kommt der erhöhte Druck auf den Magen, so dass Speisebrei leichter wieder zurück in die Speiseröhre fließt. Zu wenig Bewegung trägt ihr übriges dazu bei, dass die Muskeltätigkeit vieler Körperorgane träge wird.
Was hilft

  • Für Raucher gilt ganz unmissverständlich: Hören Sie mit dem Rauchen auf. Raucherentwöhnprogramme haben sich für viele als nützliche Unterstützung erwiesen.
  • Vermeiden Sie Speisen und Getränke, die Ihrem Magen "sauer aufstoßen". Dazu gehören fetthaltige beziehungsweise in viel Fett gebackene Lebensmittel, geräucherte Wurst- oder Fleischwaren, Süßigkeiten, Schokolade. Bei den Getränken stehen Säfte aus Zitrusfrüchten, Kaffee, Kakao, kohlensäurehaltige Getränke, Cola und Alkoholhaltiges auf der Negativliste. Manche Menschen reagieren auch empfindlich auf scharfe Gewürze, auf Pfefferminze, etwa in Tees oder Bonbons, auf Tomaten und frisches Brot.
  • Oft hilft es bei akutem Sodbrennen, etwas warme Milch, am besten verdünnt, zu trinken oder ein Stück trockenes Brot zu essen.
  • Nehmen Sie sich, wenn möglich, Zeit zum Essen, und kauen Sie gründlich. Mehrere kleine, leichte Mahlzeiten am Tag sind besser als nur zwei oder drei üppige. Nach dem Essen hilft ein Verdauungsspaziergang, die Magenentleerung anzukurbeln.
  • Wer übergewichtig ist, hat gute Chancen, sein Sodbrennen durch Abnehmen mit einer ausgewogene Ernährung und viel Bewegung zu beseitigen.
  • Für eine ruhigere Nacht können Sie sorgen, indem Sie kurz vor dem Schlafengehen nicht mehr essen und das Kopfteil des Bettes etwas höher stellen. Das erschwert einen möglichen Rückfluss.
  • Entspannungstechniken, eine gute Alltagsplanung, gegebenenfalls psychotherapeutische Unterstützung tragen dazu bei, Stress und seelischen Belastungen zu begegnen. Wer zu mehr innerer Ruhe findet, tut nicht nur dem Magen Gutes.

In der Schwangerschaft: Auch Schwangeren helfen alle diese Tipps (mehr dazu auf unserem Partnerportal www.baby-und.familie.de). Insbesondere Alkohol ist tabu. Falls die Beschwerden hartnäckig sind, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, ob Sie vorübergehend säurebindende Mittel (Antazida) einnehmen können.