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Schlaganfall: Behandlung - wie die Therapie aussieht

Um die Schäden des Gehirns möglichst gering zu halten, muss die Behandlung im Krankenhaus schnell erfolgen. "Zeit ist Hirn" sagen Ärzte

aktualisiert am 23.10.2018

In der Notfalltherapie geht es darum, das Leben des Patienten zu erhalten und sein Gehirn zu schützen. Danach zielt die Behandlung auf ein weitestmögliches Wiederherstellen der durch den Schlaganfall beeinträchtigten Funktionen, wofür zudem meist eine Rehabilitation angeschlossen wird.

Behandlung eines ischämischen Schlaganfalls

Bei einem ischämischen Schlaganfall geht es darum, die Durchblutung des betroffenen Gehirnbereichs – falls möglich – so rasch wie es geht, wiederherzustellen. Das Mittel der Wahl ist dabei oft die sogenannte systemische Thrombolyse - auch kurz Lyse genannt, bei der ein blutgerinnselauflösendes Mittel über die Vene verabreicht wird. Das Zeitfenster dafür ist eng: die Therapie mithilfe der Blutgerinnsel-auflösenden sogenannten systemischen Thrombolyse mit rtPA sollte möglichst innerhalb von viereinhalb Stunden nach Auftreten der ersten Schlaganfallsymptome beginnen.

Eine möglichst rasche Wiedereröffnung des verstopften Gefäßes trägt dazu bei, Todesfälle zu reduzieren und die Behinderungen durch den Schlaganfall möglichst gering zu halten. Allerdings geht sie mit einem gewissen Risiko für Hirnblutungen einher und ist zum Beispiel aufgrund bestimmter Vorerkrankungen nicht für jeden Patienten geeignet.

Bei bestimmten Formen des ischämischen Schlaganfalls – wenn ein sehr großes Hirngefäß verstopft ist – kommt auch eine weitere, neue Behandlungsmethode, die mechanische Thrombektomie, infrage. Dabei verwenden die Ärzte einen sehr dünnen Katheter, der an die Stelle des Gefäßverschlusses geführt wird. Mit dem Katheter wird das Blutgerinnsel dann mechanisch entfernt und abgesaugt. Die Thrombektomie kommt, falls nichts gegen eine Lyse-Therapie spricht, ergänzend dazu zum Einsatz. Sie sollte innerhalb von sechs Stunden nach Beginn der Symptome erfolgen, in manchen Fällen ist auch ein späterer Beginn noch sinnvoll. Die Thrombektomie ist eine komplizierte und aufwändige Methode, die nur von erfahrenen Spezialisten durchgeführt werden kann und daher nur in größeren Zentren angeboten wird. Patienten, die für das Verfahren infrage kommen, können nach Beginn der Lysetherapie in ein entsprechendes Zentrum verlegt werden.

Behandlung eines hämorrhagischen Schlaganfalls

Bei einer Blutung stehen zwei Dinge im Vordergrund: Die Blutung – falls möglich und noch nicht von selbst geschehen – zum Stillstand zu bringen und negative Auswirkungen durch die Blutung zu vermeiden. Denn tritt Blut aus den Gefäßen in das Hirngewebe aus, so verdrängt das entstehende Blutgerinnsel das umliegende Gewebe und durch den daraus entstehenden Druck können noch gesund Gehirnteile geschädigt werden. Dies kann zu einer lebensbedrohlichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Patienten führen. Zudem schädigen die im Blut enthaltenen Stoffe teilweise die Gehirnzellen. Daher kann es gerade bei größeren Blutungen nötig sein, das Blut mittels einer Operation zu beseitigen. Um den Druck auf das Gehirn zu reduzieren, kann ein dünner Schlauch in das Hirnkammersystem gelegt werden, um das Blut abzuleiten und dem Hirngewebe Platz zu schaffen.

Handelt es sich um eine Blutung aus einem Aneurysma, so muss das Aneurysma entweder durch einen Clip oder durch per Katheter eingebrachte Platinspiralen (sogenannte Coils) verschlossen werden. Ist eine Blutung durch zur hohen Blutdruck bedingt, gilt es, diesen zu senken.

Was versteht man unter einer Stroke Unit?

Die sogenannte Stroke Unit ist eine auf die Behandlung und Betreuung von Patienten mit akutem Schlaganfall spezialisierte Abteilung mit der Möglichkeit einer besonders intensiven Betreuung dieser Personen, die so auf einer normalen Station nicht gewährleistet werden kann. Auf der Stroke Unit arbeitet ein Team aus besonders geschulten Ärzten und Pflegepersonal zusammen mit Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden (Sprachtherapeuten) und Sozialarbeitern.

Die Stroke Unit hat folgende Aufgaben:

  • die rasche Diagnostik des Schlaganfalls als Voraussetzung für eine gezielte Therapie (Thrombolyse, gegebenenfalls Thrombektomie)
  • die kontinuierliche Überwachung von Blutdruck, Herzaktion, Sauerstoffgehalt im Blut, Blutzucker, Körpertemperatur und Blutfluss der zum Gehirn führenden Blutgefäße über spezielle Geräte (Monitore)
  • die rasche Einleitung einer gezielten Behandlung mit Medikamenten einschließlich der Überwachung ihrer Nebenwirkungen
  • die Frührehabilitation durch das Pflegeteam, die Physiotherapeuten (Krankengymnasten), Ergotherapeuten und Logopäden

In der Akutphase des Schlaganfalls ist der Krankheitsverlauf meist noch instabil, so dass eine besonders intensive Versorgung des Patienten erforderlich ist. Durch eine rasche Behandlung soll eine Zunahme der Symptome vermieden beziehungsweise eine rasche Besserung erzielt werden. Besonders wichtig ist die gute Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen der Klinik. Ist bei einer großen Hirnblutung eine Operation erforderlich oder ist ein großes Gefäß verstopft, so ist gegebenenfalls die Verlegung in ein Neurozentrum erforderlich, in dem spezielle neurochirurgische oder neuroradiologische Eingriffe durchgeführt werden können.