Nachtschweiß: Was uns ins Schwitzen bringt

Schweiß sorgt für Abkühlung. Wir schwitzen, wenn es heiß ist, wenn wir uns körperlich anstrengen oder aufgeregt sind. Selbst nachts gibt der Körper in Maßen, aber unmerklich, Schweiß ab

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 22.12.2016

Schweiß im Gesicht: schön kühl


Der Schweiß: Nützlich und reichhaltig

Schwitzen ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um überschüssige Wärme von innen nach außen zu leiten, etwa bei Sommerhitze, bei körperlicher Aktivität oder bei Fieber. Es spielt somit eine wichtige Rolle für den notwendigen Ausgleich der Körpertemperatur. Ein plötzlicher Wechsel von Kältegefühl und Schweißausbrüchen kündigt oft eine Grippe oder eine andere Infektion an. Das Schwitzen, das dem Fieberanstieg folgt, hilft dem Körper, sich von der Fieberhitze zu befreien, und deutet oft erste Besserung an. Ist der Infekt überstanden, normalisiert sich die Schweißproduktion wieder auf den üblichen individuellen Rhythmus eines jeden Menschen.

Etwa zwei Millionen Schweißdrüsen verteilen sich fast in der ganzen Haut. Sie sondern Flüssigkeit ab, die auf der Hautoberfläche verdunstet und damit den in der Haut liegenden Blutgefäßen Wärme entzieht. Mit dem Schweiß verliert der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Salze und weitere Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium. Das Schweißsekret enthält außerdem bestimmte Stoffe, die der körpereigenen Abwehr dienen. Sie wirken gegen Bakterien und Pilze auf der Haut oder machen Giftstoffe unschädlich.

Steigt die Temperatur, läuft auch der Schweiß

Im Körper findet allerdings eine beständige Wärmeregulierung statt, auch wenn die Außentemperatur gemäßigt ist und wir uns kaum bewegen. Durch den Stoffwechsel selbst entsteht andauernd Wärme. Sie wird zunächst über die Atemluft und durch eine nicht sichtbare Verdunstung über die Haut abgeleitet. Allein dadurch scheidet der Körper jeden Tag etwa einen Liter Wasser aus. Steigt die Außentemperatur, kommen die Schweißdrüsen zum Zuge, ebenso bei erhöhter körperlicher Aktivität. Wer sich intensiv bewegt, verbrennt mehr Energie, die den Organismus aufheizt. Leistungssportler können durch das Schwitzen bis zu drei Liter und mehr pro Stunde verlieren. Wer stark schwitzt, muss den Verlust an Flüssigkeit und Salzen wieder ausgleichen, indem er viel trinkt, zum Beispiel Mineralwasser.

Die Schweißproduktion wird von Fasern des vegetativen Nervensystems gesteuert. Hierfür ist das sympathische Nervengeflecht zuständig, das die Aktivität vieler unwillkürlich ablaufender Körperfunktionen regelt. Es fördert die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin und Noradrenalin, beschleunigt zum Beispiel den Herzschlag und verengt die Blutgefäße.

In der Haut weiten sich dagegen die Gefäße. Das erklärt, warum uns unter Stress oder Angst der Schweiß ausbricht. Auch reagieren – eine weitere Ausnahme – die Schweißdrüsen hier nicht etwa auf das Adrenalin, sondern auf den Stoff Acetylcholin, der auch im Gegensystem, im parasympathischen Nervengeflecht, aktiv ist. Dieses sorgt ansonsten für Ruhe und Ausgleich.

Kein Nachtschlaf ist schweißfrei

Auch im Schlaf schwitzen ist zunächst ein normaler, physiologischer Vorgang, der im Rahmen der natürlichen Wärmeregulierung abläuft und den der Schläfer nicht wahrnimmt. Ist es jedoch im Schlafzimmer zu warm, muss der Körper vermehrt Wärme abgeben. Ebenso, wenn bestimmte Stoffe, wie scharfe Gewürze, Alkohol, Medikamente, den Stoffwechsel ankurbeln beziehungsweise den sympathischen Teil des vegetativen Nervensystems weiter aktiv halten. Das gilt auch für starke Emotionen und Dauerstress. Ebenso können bestimmte körperliche Erkrankungen die normalen Regelvorgänge stören.


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