Nachtschweiß: Was Sie selbst tun können

Hier finden Sie hilfreiche Tipps, um Schweißausbrüchen vorzubeugen oder sie zu lindern. Auch eine notwendige ärztliche Behandlung lässt sich damit oft unterstützen

von Andrea Blank-Koppenleitner, aktualisiert am 22.12.2016

Entspannen am Abend: Salbeitee hat sich bei Schwitzattacken bewährt


Die Therapie von Nachtschweiß richtet sich immer nach den Ursachen. Meist legen sich die Beschwerden wieder, wenn etwa ein Infekt überstanden ist. Ist ein bestimmtes Arzneimittel für die Schweißausbrüche verantwortlich, kann der Arzt es eventuell in der Dosis anpassen oder mitunter eine andere Zusammensetzung wählen. Gezielte Therapien sind geeignet, Stress und schweißtreibende Ängste abzubauen. Mit der Behandlung einer zugrunde liegenden Krankheit hört häufig auch das Schwitzen auf. Eine Schilddrüsenüberfunktion zum Beispiel lässt sich mit Medikamenten wieder ausgleichen. Autoimmunerkrankungen können die Ärzte mit vielfältigen Therapiemaßnahmen oft weitgehend in Schach halten. Auch die insgesamt seltenen Tumorerkrankungen wie Lymphome haben heute immer bessere Heilungsaussichten.

Wichtig ist es deshalb, bei starken nächtlichen Schweißausbrüchen, die länger als drei bis vier Wochen andauern, den Arzt aufzusuchen, um mögliche krankhafte Ursachen abzuklären. Gehen Sie umgehend zum Arzt, wenn andere Beschwerden wie Fieber, Gewichtsverlust, ein Abgeschlagenheitsgefühl am Tag oder heftige Schmerzen dazukommen.

Sehr oft ist nächtliches Schwitzen jedoch hausgemacht. Dann bleibt nichts übrig, als einige Ernährungs- und Alltagsgewohnheiten zu überprüfen, Stressquellen und seelische Belastungen aufzuspüren und bewusst gegenzusteuern. Psychotherapeutische Unterstützung kann hier manchmal sinnvoll und hilfreich sein.

Praktische Tipps gegen Nachtschweiß

So können Sie nächtliche Schweißausbrüche lindern. Viele dieser Maßnahmen sind auch geeignet, eine ärztliche Therapie zu unterstützen.

  • Trinken Sie am Abend nur mehr wenig und nur selten oder keinen Alkohol. Aber nehmen Sie über den Tag verteilt ausreichend Flüssigkeit auf, am besten in Form von Mineralwasser (eineinhalb bis zwei Liter täglich – wenn Sie krank sind, klären Sie mit Ihrem Arzt ab, wie viel Sie täglich trinken sollen). Vermeiden Sie koffeinhaltige Getränke.
  • Vermeiden Sie scharf gewürzte und fette Speisen, vor allem abends.
  • Geben Sie das Rauchen auf.
  • Bewegen Sie sich untertags viel und regelmäßig.
  • Bei Übergewicht heißt es: abnehmen.
  • Tragen Sie zum Schlafen nicht zu eng anliegende, leichte Kleidung aus natürlichen oder wärmeausgleichenden Materialien. Wenn Sie sehr stark schwitzen, legen Sie sich frische Nacht- und Bettwäsche zum Wechseln bereit.
  • Achten Sie auf eine angemessene Temperatur im Schlafzimmer. Ideal sind etwa 18 Grad. Passen Sie die Zudecke der Jahreszeit an, im Sommer leichter, im Winter dicker.
  • Entspannen Sie vor dem Schlafengehen. Entspannungsübungen, ein schönes Buch, beruhigende Musik helfen, abzuschalten und dem Tagesstress hinter sich zu lassen.
  • Auch Salbeitee steht in dem Ruf, Nachtschweiß vorzubeugen.

Mehr Anregungen für eine entspannte Nachtruhe finden Sie im Symptome-Ratgeber "Schlafstörungen" im Kapitel "Therapie und Selbsthilfe".


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