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Symptome: Wie erkennt man Morbus Basedow?

Zittern, Schwitzen, Herzrasen, hervortretende Augen – die Beschwerden dieser Schilddrüsenkrankheit sind vielfältig. Ein Überblick

von apotheken-umschau.de, aktualisiert am 16.05.2018
Schwitzen

Sie schwitzen vermehrt? Manchmal kann die Schilddrüse die Ursache sein


Die Krankheit beginnt oft relativ plötzlich, manchmal im Zusammenhang mit einschneidenden Ereignissen – zum Beispiel anhaltenden Belastungssituationen.

Die Schilddrüse wird bei Morbus Basedow durch körpereigene Antikörper übermäßig stark stimuliert. Das hat zur Folge, dass das Organ zu viele Hormone ins Blut ausschüttet. Es kommt zu einer Schilddrüsenüberfunktion, die Beschwerden verursacht.

Symptome der Schilddrüsenüberfunktion

  • verstärktes Schwitzen, den Patienten ist es sehr schnell zu warm, sie vertragen Hitze schlecht
  • die Betroffenen sind nervös und reizbar, zittern, schlafen schlecht
  • erhöhter Blutdruck
  • Gewichtsabnahme, trotz gesteigerten Appetits
  • die Haare fallen verstärkt aus, dieser Haarausfall ist diffus über den Kopf verteilt
  • die Muskeln können schmerzen oder geschwächt sein

Diese interaktive Grafik zeigt, welche Körperfunktionen die Schilddrüse beeinflusst und welche Auswirkungen eine Über- und Unterfunktion haben (bitte auf die roten Punkte gehen):

Vergrößerung der Schilddrüse (Kropf, medizinisch: Struma)

Bei Morbus Basedow vergrößert sich die Schilddrüse manchmal. Sie ist dann – vor allem bei zurückgebeugtem Kopf – am Hals sichtbar und tastbar. Dieser Kropf kann mit einem Druckgefühl am Hals oder Schluckstörungen einhergehen. Das Tragen von Rollpullovern ("Rolli") oder Hemdkragen wird häufig als unangenehm empfunden, eventuell wird die Kleidung am Hals plötzlich zu eng. In seltenen, schweren Fällen kann sogar Luftnot auftreten.

Wie sich Morbus Basedow am Auge bemerkbar macht

Morbus Basedow äußert sich bei circa 50 Prozent der Erkrankten nicht nur an der Schilddrüse, sondern auch an den Augenhöhlen. Die Augäpfel treten stärker aus den Augenhöhlen hervor als es normalerweise der Fall ist (medizinisch: Exophthalmus). Die Augen erscheinen dadurch übermäßig groß und weit aufgerissen. Ursache dieser Störung (medizinisch: endokrine Orbitopathie) ist eine Zunahme des Gewebes hinter dem Augapfel. Wie es genau dazu kommt, ist nicht restlos geklärt. Vermutlich liegt die gleiche Störung im körpereigenen Abwehrsystem zugrunde, die auch zu Symptomen an der Schilddrüse führt.

Die hervorgetretenen Augen können verschiedene Probleme bereiten. Sie lassen sich nicht mehr so gut schließen und manche Patienten spüren ein Fremdkörpergefühl oder ein schmerzhaftes Druckgefühl am Auge. Die Augen tränen übermäßig, die Bindehaut kann sich röten, die Lider können anschwellen. Oft wird Licht als unangenehm empfunden. Sehstörungen wie Doppelbilder kommen vor. In seltenen und schweren Fällen nimmt der Sehnerv des Auges Schaden.

Die endokrine Orbitopathie, der schnelle Herzschlag und die Schilddrüsenvergrößerung gelten in ihrer Kombination als besonders charakteristische Symptome des Morbus Basedow. Sie werden als "Merseburger Trias" zusammengefasst. Fehlen diese Symptome, schließt das die Krankheit aber nicht aus.

Schwellung an den Unterschenkeln

In sehr seltenen Fällen bildet sich eine teigige Schwellung (Myxödem) an den Schienbeinen.

Thyreotoxische Krise – wenn Morbus Basedow gefährlich wird

Eine gefährliche Komplikation bei einer Schilddrüsenüberfunktion ist die thyreotoxische oder auch hyperthyreote Krise. Auslöser kann zum Beispiel die Gabe von jodhaltigem Röntgenkontrastmittel im Rahmen einer Röntgenuntersuchung sein. Seltener sind Infekte oder Operationen in Kombination mit schweren Verläufen der Stoffwechselerkrankung der Grund. Die Schilddrüse schüttet dann plötzlich sehr viele Schilddrüsenhormone aus, was Fieber, Schwäche und Bewusstseinsstörungen, im schlimmsten Fall sogar Bewusstlosigkeit auslöst (thyreotoxisches Koma).

Um das Überleben der Betroffenen zu gewährleisten und Organschäden zu vermeiden, muss die thyreotoxische Krise sofort intensivmedizinisch überwacht und behandelt werden. Wichtig: Ist die Krankheit schon bekannt, sollten Patienten den Arzt vor einer entsprechenden Untersuchung auf jeden Fall auf den Morbus Basedow hinweisen.