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Diagnose: Wie stellt man Morbus Basedow fest?

Spezielle Antikörper im Blut, die Schilddrüsenwerte und eine Ultraschalluntersuchung geben dem Arzt wichtige Hinweise

von apotheken-umschau.de, aktualisiert am 16.05.2018
Blutabnahme

Die Blutabnahme gehört zur Diagnostik bei einem Verdacht auf Morbus Basedow


Bei Verdacht auf Morbus Basedow erkundigt sich der Arzt zunächst nach den Beschwerden, insbesondere nach typischen Symptomen der Schilddrüsenüberfunktion wie schnellem Herzschlag, Schwitzen, Hitzegefühl, Gewichtsabnahme trotz Heißhunger. Dann untersucht der Arzt die Größe und Beschaffenheit der Schilddrüse.

Blutwerte: TRAK, TSH-Wert, Schilddrüsenhormone

Bei Verdacht auf Morbus Basedow wird Blut abgenommen und die Menge der Schilddrüsenhormone bestimmt. Typischerweise ist deren Konzentration zu hoch. Der Wert des Schilddrüsen-Steuerhormons TSH ist dagegen erniedrigt.

Ein deutliches Indiz für die Erkrankung ist der Nachweis von bestimmten Antikörpern im Blut, die sich gegen den TSH-Rezeptor der Schilddrüsenzellen richten. Diese körpereigenen Antikörper heißen TSH-Rezeptor-Autoantikörper, abgekürzt TRAK. Diese Antikörper können jedoch selten auch fehlen. Dann sind manchmal Antikörper gegen das Schilddrüsen-Enzym Peroxidase im Blut nachweisbar (Thyreoperoxidase-Antikörper, abgekürzt TPO-AK), was ebenfalls auf Morbus Basedow hindeutet.

Ultraschall-Untersuchung der Schilddrüse

Weitere Hinweise ergeben sich aus einer Ultraschall-Untersuchung (Sonografie) der Schilddrüse. Dabei ist für den Arzt eine entsprechende Veränderung des Schilddrüsengewebes erkennbar. Auch lässt sich die Größe des Organs ausmessen. Bei Morbus Basedow ist die Schilddrüse eventuell vergrößert. Mithilfe der sogenannten farbkodierten Dopplersonografie, einer speziellen Ultraschalluntersuchung, verschafft sich der Arzt zusätzlich einen Eindruck von der Durchblutung des Organs. Bei Morbus Basedow mit Schilddrüsenüberfunktion ist üblicherweise eine verstärkte Durchblutung feststellbar.

Weitere Untersuchungen

Wenn die Diagnose nicht eindeutig ist und andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen, kann der Arzt eventuell weitere Diagnoseverfahren einsetzen, zum Beispiel eine Schilddrüsen-Szintigrafie. Sie erlaubt genauere Rückschlüsse auf die Funktion der Schilddrüse.

Der Patient bekommt dafür ein schwach radioaktives Präparat gespritzt (meist Technetium). Es verhält sich im Stoffwechsel ähnlich wie das Spurenelement Jod und wird deshalb von den Schilddrüsenzellen aufgenommen – je "aktiver" die Schilddrüse ist, desto mehr. Mit einem Detektor wird nun die radioaktive Strahlung über der Schilddrüse gemessen. Je höher sie ist, desto "aktiver" sind die Schilddrüsenzellen.

Bei Morbus Basedow mit Schilddrüsenüberfunktion nimmt die Schilddrüse das Präparat verstärkt auf und speichert es vermehrt, gleichmäßig über das ganze Organ verteilt. Einzelne überaktive Bereiche (sogenannte heiße Knoten) deuten eher auf eine andere Form der Schilddrüsenüberfunktion hin: die Schilddrüsenautonomie. Hinweis: Die Szintigrafie darf nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden. Sie ist zudem nicht zur Diagnose der Schilddrüsenüberfunktion bei Morbus Basedow notwendig.