{{suggest}}


Scheidenpilz: Behandlung

Scheidenpilz lässt sich mit Antimykotika in Cremes und Zäpfchen behandeln. Reicht dies nicht aus, helfen Tabletten zum Einnehmen

07.02.2017
Creme aus der Tube

Cremes mit speziellen Wirkstoffen töten die Pilze ab


Lokale Behandlung meist ausreichend

Tritt eine Scheidenpilzinfektion erstmals und ohne schwerwiegendere Komplikationen auf, lässt sie sich in der Regel gut mithilfe von lokal wirksamen Antipilzmitteln aus der Apotheke behandeln. Diese sogenannten Antimykotika hemmen das Pilzwachstum in der Scheide oder töten die Pilze ganz ab. Die Medikamente stehen in Form von Cremes oder Zäpfchen zur Verfügung. Die meisten Präparate bestehen aus einer Kombination von beidem: Zäpfchen für die Behandlung in der Scheide, eine Creme für die äußeren Genitalien. Meist liegt ein spezieller Applikator bei, mithilfe dessen die Zäpfchen eingeführt werden können. Es ist wichtig, das Zäpfchen tief in die Scheide einzuführen – am besten abends vor dem Schlafengehen. So wirkt es vom hinteren Teil der Scheide aus bis hin zum Scheideneingang.

Wichtig ist, die Mittel ausreichend lange anzuwenden. Je nach Präparat ist eine unterschiedlich lange Behandlungszeit vorgegeben, meist liegt sie zwischen zwei und sechs Tagen. Ohne oder bei zu kurzer Behandlung droht die Infektion, chronisch zu werden. Das kann auch passieren, wenn die Maßnahmen zum Vorbeugen eines Scheidenpilzes nicht berücksichtigt werden. Kehren die Symptome einer Pilzinfektion häufig wieder, sind sie besonders stark oder bestehen sonstige Fragen oder Zweifel, sollten Betroffene einen Gynäkologen aufsuchen.

Manchmal sind Tabletten nötig

Entscheidet der Arzt, dass eine lokale Behandlung der Genitalien nicht ausreicht, kommen Tabletten aus derselben Wirkstoffgruppe zum Einsatz. Manchmal dringen die Cremes nämlich nicht weit genug in die Schleimhautfalten vor und der Pilz wird nicht vollständig beseitigt. Kehrt er häufig oder stark wieder oder breitet sich weiter aus, hilft eine systemische Behandlung mit Tabletten in der Regel zuverlässig. Dabei gelangt der Wirkstoff über die Blutbahn in den ganzen Körper.

Liegt ein chronischer Scheidenpilz vor, müssen Frauen über längere Zeit Antipilzmittel einnehmen.

 

Welche Medikamente helfen?

Cremes und Zäpfchen gegen Scheidenpilz gibt es zum Beispiel mit den Wirkstoffen Clotrimazol oder Miconazol. Tabletten enthalten beispielsweise Fluconazol oder Itraconazol. Auch andere Pilz-abtötende Substanzen sind zur Behandlung geeignet, etwa Nystatin. In manchen Fällen sind die Pilze gegen bestimmte Medikamente resistent, dann sollte ein anderer Wirkstoff angewendet werden. Im Zweifel hilft der Arzt bei der Suche nach dem richtigen Präparat.

Schwangere und Stillende sollten bei Scheidenpilz auf jeden Fall zum Arzt. Für sie sind nicht alle Mittel zugelassen, weil unklar ist, ob sie dem ungeborenen Baby schaden könnten oder über die Muttermilch weitergegeben werden. Denn Medikamenten-Tests mit Schwangeren und Stillenden sind selten. Lokale Mittel gegen Scheidenpilz wie Cremes und Zäpfchen sind für sie aber zum Teil erlaubt, Tabletten in der Regel nicht.

Scheidenpilz ist ansteckend: Geschlechtspartner schützen

Hat eine Frau eine Pilzinfektion im Genitalbereich, kann sie auch ihren Partner damit anstecken – vor allem beim Geschlechtsverkehr. Beim Mann handelt es sich dann um eine sogenannte Balanitis (Eichelentzündung). Weil die Symptome erst einige Zeit nach der Infektion auftreten, kann die Übertragung auch schon geschehen sein, bevor die Frau den Scheidenpilz bemerkt hat. Deshalb sollten zumindest bei der ersten Infektion auf jeden Fall beide Partner ein Antimykotikum anwenden.

Während und für einige Zeit nach der Behandlung empfiehlt es sich, beim Geschlechtsverkehr ein Kondom zu benutzen, bis sich die Schleimhaut wieder erholt hat. Sonst kann es zum sogenannten "Ping-Pong-Effekt" kommen: Die Pilze gelangen beim ungeschützten Geschlechtsverkehr vom einen auf den anderen Partner, man steckt sich gegenseitig immer wieder von Neuem an.

Hausmittel bei Scheidenpilz? Joghurt nicht geeignet!

Die natürliche Scheidenflora enthält zwar überwiegend Milchsäurebakterien (Laktobazillen), genau wie Joghurt. Dass Joghurt ein gutes Hausmittel gegen Scheidenpilz ist und ein gesundes Scheidenmilieu herstellen könne, ist trotzdem ein Irrglaube. Denn zunächst muss der sich ausbreitende Pilz eingedämmt werden – mit Antimykotika. Joghurt kann den Pilz nicht abtöten. Im Anschluss können Kapseln mit Milchsäurebakterien aus der Apotheke helfen, die Scheidenflora zu regenerieren. Joghurt ist dafür jedoch ungeeignet. Er enthält neben Milchsäurebakterien viele weitere Bakterienarten, die der Scheidenflora eventuell schaden können. Zudem besitzt er weitere Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel oder andere Zusätze, die die Scheide reizen und eine Entzündung verschlimmern können.

Letzteres gilt auch für weitere vermeintliche Hausmittel gegen Scheidenpilz, wie Essig, Teebaumöl oder Knoblauch. Sie alle sind sehr aggressiv und können die empfindliche Scheidenflora angreifen.

Kräuteraufgüsse in Form von Sitzbädern oder Homöopathika sind ebenfalls nicht als Hausmittel gegen Scheidenpilz geeignet. Sie können den Pilz nicht abtöten und daran hindern, sich weiter auszubreiten. Wird seine Ausbreitung nicht gestoppt, kann die Scheideninfektion chronisch werden.