Spezifischer Rückenschmerz: Immer krankhaft

Wenn angeborene oder erworbene Erkrankungen der Wirbelsäule oder anderer Organe zu Rückenschmerzen führen, sind diese spezifisch
aktualisiert am 13.11.2017

Anhaltende Rückenschmerzen in jüngeren Jahren: Am besten abklären lassen

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Dass echte Rückenleiden oft schmerzhaft sind, überrascht kaum, eher schon, dass auch andere Störungen Rückenschmerzen verursachen können. Spezifische Rückenschmerzen stellen nur einen kleinen Anteil an der Gesamtheit aller Rückenschmerzen dar. Dafür sind sie umso ernster zu nehmen. Hier mehr zu den wichtigsten Ursachen

Rückenweh in jungen Jahren: Was kommt infrage?

Noch jung und schon "Rücken"? Durchaus. Muskelschwäche bei Bewegungsmangel, Überbelastungen im Leistungssport, zu viele Pfunde auf der Waage, dazu Stress in Schule und Freizeit: Alles dies hat dazu geführt, dass Rückenschmerzen bei jungen Leuten zunehmend ein Thema sind.

Nicht immer sind solche Schmerzen funktionell oder, wie in diesem Beitrag erklärt, unspezifisch, also ohne strukturelle Schädigungen (siehe Kapitel "Rückenschmerzen: Ein Überblick").
An einen Morbus Scheuermann (Morbus, lat., Krankheit) zum Beispiel ist immer zu denken, wenn Jugendliche über Rückenschmerzen klagen. Die Krankheit ist ein Paradebeispiel für spezifische Rückenschmerzen, auch wenn der Rücken manchmal nur "verspannt" erscheint und dies als ein "funktionelles" Problem wahrgenommen wird. Ausgesprochen selten, noch seltener an der Wirbelsäule, kommen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Krebserkrankungen des Skeletts vor. Mehr dazu ganz unten im Abschnitt "Betreffen alle Altersgruppen: Tumore an der Wirbelsäule".

Leitsymptom Rundrücken: Scheuermann-Krankheit

Zwar spielt auch hier Überbelastung des Rückgrats eine Rolle, aber der wahre Grund sind krankhafte Wachstumsstörungen. Wirbel wachsen unregelmäßig, was zu Verformungen führt. Die Randzonen der wachsenden Wirbelkörper sind teilweise weniger belastbar, sodass Bandscheibengewebe sich in den Wirbel hinein verlagert (sogenannte Schmorl-Knötchen, sichtbar in Röntgenbildern). Oft und vor allem anfangs bleibt die Krankheit aber unbemerkt.

Zu den auffälligsten Symptomen gehört ein Rundrücken (Kyphose) durch eine verstärkt nach hinten gekrümmte Brustwirbelsäule. Außerdem kann sich ein deutliches Hohlkreuz bilden, manchmal auch eine leichte Seitverbiegung der Wirbelsäule. Betroffene klagen häufig über Muskelverspannungen im Rücken. Später können vermehrt Rückenschmerzen auftreten. Deutlich seltener erkrankt die Lendenwirbelsäule. Dann entstehen andere Verformungen, vor allem ein Flachrücken. Patienten mit dieser Form der Scheuermann-Krankheit sind meist noch anfälliger für Rückenschmerzen.

Die klassische Scheuermann-Krankheit kann durchaus milde verlaufen. Das andere Extrem: stärkere Verformungen mit letztlich unvermeidlichem Korrektureingriff (Aufrichtungsoperation).

Rundrückenbildungen können auch andere Ursachen haben, etwa angeborene Fehlbildungen, Rachitis, Bruchverletzungen oder Infektionen der Wirbel, außerdem die Bechterew-Erkrankung (zu letzteren beiden Themen siehe weiter unten). Hier noch mehr Informationen zur "Scheuermann-Krankheit".

Verbogen und verdreht: Skoliose

Bei einer Skoliose ist die Wirbelsäule zur Seite hin verbogen, die Wirbelkörper sind außerdem im gekrümmten Bereich verdreht. Typische Zeichen sind ein deutlich hervorstehendes Schulterblatt, ein Rippenbuckel und / oder ein Lendenwulst, das heißt ein vorgewölbter Muskelstrang.

Die häufigste Form ist die sogenannte idiopathische Skoliose, und zwar diejenige, die bei Mädchen in der Pubertät entsteht (Adoleszentenskoliose, Hauptkrümmung nach rechts). Idiopathisch bedeutet: Ursache unbekannt. Die Betroffenen haben meist keine Rückenschmerzen. Anders kann das später sein, wenn es vermehrt zu Verschleiß und Funktionsstörungen an der Wirbelsäule gekommen ist. Skoliosen zeigen sich sehr unterschiedlich ausgeprägt. Leichte Formen müssen nicht grundsätzlich behandelt werden. In anderen Fällen ist eine Physiotherapie, manchmal auch eine zusätzliche Korsettbehandlung, empfehlenswert. Diese kann ein zu erwartendes Fortschreiten der Verformung aufhalten – solange die Wirbelsäule noch wächst. In schweren Fällen werden Ärzte eine Korrektur-Operation vorschlagen.

Der Eingriff gehört in speziellen Wirbelsäulenzentren zum Alltag, ist aber dennoch nicht harmlos. Es gibt verschiedene Techniken mit häufig gutem Ergebnis. Die dabei vorgenommene Versteifung ist jedoch unwiderruflich. Sie beeinflusst die Dynamik der Wirbelsäule, die sich im Laufe des Lebens naturgemäß verändert. Daher sollten die Betroffenen und ihre nahen Angehörigen sich vor der Operation ausführlich über die Vor- und Nachteile informieren. Der Ratgeber "Skoliose" beschreibt das Krankheitsbild und die Therapiemöglichkeiten ausführlich.

Rückenverletzungen – vielfältige Folgen

Wirbelbrüche nach Verletzungen können akut und chronisch zu Verformungen der Wirbelsäule und damit verbunden zu Fehlstellungen, Fehlhaltungen und Rückenschmerzen führen. Die Behandlung richtet sich nach dem jeweiligen Befund. Es können auch Rehabilitationsmaßnahmen nötig werden.

Rückenschmerzen als Verletzungsfolgen lassen sich sowohl unspezifischen als auch spezifischen Beschwerden zuordnen. Wichtig ist das für die Therapie. Der Arzt wird den Schmerzauslösern nachgehen und versuchen, sie so gezielt wie möglich zu beeinflussen.

Ballett gehört zu den Aktivitäten, die bei entsprechender Veranlagung ein Wirbelgleiten fördern können

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Wenn Wirbel "gleiten": Spondylolisthese

Wenn am Wirbelbogen – meist geht es um den fünften Lendenwirbel – ein Spalt entsteht, liegt eine Spondylolyse vor. Offenbar begünstigen anlagebedingte und mechanische Einflüsse den Defekt, der aber nicht angeboren, sondern immer erworben ist. So kommen zum Beispiel hohlkreuzfördernde Sportarten wie Delphinschwimmen, Speerwerfen oder Kunstturnen als Schubkräfte der Spaltbildung infrage. Etwa die Hälfte aller Fälle mit Spondylolyse führt zu Wirbelgleiten (Spondylolisthese). Das bedeutet, dass sich der klotzige Anteil des Wirbels mit dem darüberliegenden Teil der Wirbelsäule graduell über den darunterliegenden Wirbel nach vorne verlagert. Allerdings kann sich ein Wirbel auch ohne Spalt veschieben, unter anderem bei starkem Bandscheibenverschleiß (degeneratives Wirbelgleiten: Pseudospondylolisthese). Diese Variante ist in erster Linie ein Problem Erwachsener, während echtes Wirbelgleiten auch schon Jugendliche plagen kann, meist aber erst nach Abschluss des Wachstums.
Anzeichen und Symptome: Nicht alle Betroffenen haben Beschwerden. Eine Spondylolyse ist häufig ist ein Zufallsbefund. Bei (höhergradigem) Wirbelgleiten liegt ein deutliches Hohlkreuz vor (Hyperlordose), mitunter auch eine skoliotische Fehlhaltung oder, falls der Gleitwirbel sich dreht, eine Skoliose. Am unteren Rücken zeigt sich bei schlanken Menschen eine Grube, die der Stufenbildung zwischen den verschobenen Wirbeln entspricht ("Sprungschanzenphänomen"). Oft ist der fünfte Lendenwirbel druckschmerzhaft, die Muskulatur im Bereich der Lendenwirbelsäule ist verspannt oder verhärtet. Alles dies führt zu Kreuzschmerzen nach längerem Sitzen oder bei bestimmten Bewegungen. Manchmal strahlen sie in das Gesäß, die Hüfte oder das Bein aus. Das kann auf eine Nervenwurzelreizung durch Verengungen am benachbarten Zwischenwirbelloch hinweisen, begünstigt durch das Wirbelgleiten. Auch eine Pseudospondylolisthese kann Rückenschmerzen verursachen, etwa bei Drehbewegungen und Beugung beziehungsweise Streckung der Wirbelsäule nach hinten.
Zum Nachlesen gibt es den gleichnamigen Ratgeber "Wirbelgleiten".

Kreuzschmerzen, meist in der zweiten Nachthälfte, teils Schmerzen an Fersen & Co.: Morbus Bechterew ausschließen lassen

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Entzündliche Rückenschmerzen – eine weitere Kategorie des spezifischen Rückenschmerzes

Verantwortlich kann ein Morbus Bechterew sein oder ein anderes Krankheitsbild mit Gelenk- und Wirbelentzündungen, also eine Spondyloarthritis (SPA). Die Abkürzung SPA steht für "seronegative Spondyloarthritis", Seronegativ heißt, dass sich trotz rheumaartiger Beschwerden keine laborchemischen Hinweise auf Rheuma im Blut finden, etwa bestimmte Antikörper. In der Tat ist der Morbus Bechterew keine Autoimmunkrankheit, wird aber zu den rheumatischen Krankheiten gezählt. Der manchmal verwendete Zusatz "axial" bedeutet, dass es um die Wirbelsäule geht. Andererseits kommen manchmal Infektionen, zum Beispiel mit Bakterien, als Ursache von Entzündungen an der Wirbelsäule mit spezifischen Rückenschmerzen in Betracht. Zu diesen Themen nachfolgend mehr.

Schmerzen tief im Kreuz, Augenentzündung: Verdacht auf Bechterew-Krankheit

Der Morbus Bechterew führt zu Rückenschmerzen, die von einer Entzündung der Beckenfugen (Kreuzbein-Darmbeinfugen, Fachbegriff: Sakroiliitis) ausgehen. Die zu den rheumatischen Krankheitsbildern gehörende Erkrankung beginnt meist im späten Jugend- oder jungen Erwachsenenalter (17 bis 45 Jahre), seltener im Kindesalter oder erst im späteren Leben. Häufig liegt ein bestimmtes Zellmerkmal namens HLA-B27 vor. Männer sind häufiger betroffen als Frauen.

Zu den typischen Symptomen gehören Schmerzen und Steifheitsgefühl tief im Kreuz und Gesäß, die sich über Monate entwickeln. Manchmal werden sie zunächst nur auf einer Körperseite empfunden. Die Beschwerden sind nachts und morgens am stärksten, oft stören sie den Schlaf in der zweiten Nachthälfte. Nach den ersten Bewegungen morgens oder im Laufe des Tages lassen sie meist nach. Auch am Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule treten häufiger Schmerzen auf. Bei erkrankten Frauen beginnen die Schmerzen mitunter im Nacken. Wenn sich Sehnenansätze entzünden, können außerdem Schmerzen an den Fersen, Knien, Hüften, Ellbogen oder Schultern auftreten. Das kommt eher bei Jugendlichen mit Bechterew-Krankheit vor und führt manchmal zu Verwechslungen mit Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis). Noch mehr gilt das für Entzündungen von Gliedmaßengelenken, unter denen etwa ein Drittel der Betroffenen leidet. Viele Bechterew-Patienten machen zumindest einmal im Laufe der Zeit eine Augenentzündung (Uveitis) durch. Anzeichen hier: gerötete Augen, Augenschmerzen, unterschiedlich stark ausgeprägte Sehstörungen und vermehrte Lichtempfindlichkeit.
Der Ratgeber "Morbus Bechterew" informiert Sie ausführlicher über die Krankheit einschließlich Diagnose und Therapie.

Es gibt noch weitere seronegative (axiale) Spondyloarthritiden als mögliche Ursachen von Rückenschmerzen, etwa eine Psoriasisarthritis. Diese Gelenkentzündung kommt bei Schuppenflechte (Psoriasis) vor, meist aber erst Jahre, nachdem die Hautkrankheit aufgetreten ist. Auch nach einem Infekt können sich Gelenke entzünden (reaktive Arthritis vom Typ Morbus Reiter). Oder bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (enteropathische Arthritis).

Neben Gliedmaßengelenken können gemäß der Definition einer SPA jeweils Wirbelsäule und Beckenfugen erkranken (Sakroiliitis), womit entzündliche Rücken- und Kreuzschmerzen programmiert sind. Alles in allem sind es eher seltene Krankheitsbilder. Obwohl bestimmte Instrumente wie die sogenannten ASAS-Kriterien (ASAS = Assessment of Spondyloarthritis International Society) die Diagnose erleichtern können, ergibt diese sich manchmal nur mit Verzögerung.

Bandscheibe: Kann bei einer Infektion der Wirbel mitbetroffen sein

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Andere Entzündungen am Rückgrat

Wenn Krankheitserreger, zumeist Bakterien, Wirbel oder Bandscheiben befallen, was nicht häufig vorkommt, entsteht dort durch die Infektion eine Entzündung: eine Knochen(mark)entzündung (Osteomyelitis) eines Wirbels (auch Spondylitis), eine Bandscheibenentzündung (Discitis intervertebralis) oder beides (Spondylodiszitis). Die Folgen sind hochakute, manchmal allerdings auch chronische und je nach Erreger weniger aufregende Krankheitsbilder. Zu den möglichen Komplikationen bakterieller Wirbelentzündungen gehören eitrige Gewebeeinschmelzungen (Abszess).

Im Kindesalter sind mitunter Infektionsherde, etwa ein entzündeter Blinddarm, Ausgangspunkt einer Knochenentzündung. Dabei gelangen die Keime auf dem Blutweg in den Knochen. Bei Erwachsenen begünstigt eher Abwehrschwäche "innere" Knocheninfektionen, etwa bei Diabetes mellitus oder Dämpfung der Immunabwehr durch Medikamente. Risiken für direkte bakterielle Wirbelentzündungen sind offene Verletzungen, Einschleppen von Keimen bei Injektionsbehandlungen und chirurgischen Eingriffen an der Wirbelsäule, sowie Operationswunden.

Zu möglichen Symptomen bei bakteriellen Wirbelenzündungen gehören je nach Ursache starke bis stärkste Rückenschmerzen, die im Stehen oder beim Gehen zunehmen, aber auch in Ruhe überdeutlich spürbar sind. Es zeigt sich außerdem meist eine deutliche Druck- und Klopfschmerzhaftigkeit der Wirbelsäule, manchmal eine äußerlich sichtbare Rötung und Schwellung im betroffenen Abschnitt. Dazu kommen bei akuten Infektionen Krankheitsgefühl, Schwäche, Fieber und Schüttelfrost (Notfall, Notruf 112). Chronische Knocheninfektionen können aber vergleichsweise beschwerdearm verlaufen, daher zunächst als Verschleiß-Beschwerden durchgehen. Sie bestehen nach Definition länger als sechs Wochen und können beispielsweise noch Jahre nach einem medizinischen Eingriff am Knochen auftreten oder wiederaufflammen. Mehr über die "Osteomyelitis" lesen Sie hier.

- Eine besondere Form der chronischen Knochenentzündung ist die chronische, nicht bakterielle Osteomyelitis im Kindes- und Jugendalter. Meist findet sich die Entzündung im Schienbein, am Oberschenkelknochen, Schlüsselbein. Ist die Wirbelsäule betroffen, kommt es zu Rückenschmerzen. Auslösende Bakterien lassen sich nicht finden. Es gibt Überlappungen mit den oben genannten SPA, zumal bei dem Krankheitsbild auch Hautveränderungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) oder Akne mit ausgeprägten Pusteln, manchmal auch Darm- und Augenentzündungen, auftreten. Zuständig für die betroffenen Patienten sind Kinderrheumatologen.

Spezifische Rückenschmerzen bei Erwachsenen

Gelenkverschleiß und Abnutzungserscheinungen am Rückgrat betreffen früher oder später jeden von uns. An den Bandscheiben setzen sie übrigens schon frühzeitig ein, daher sind Bandscheibenprobleme bei jüngeren Erwachsenen gar nicht so selten.

Dennoch: In der zweiten Lebenshälfte lassen sich bestimmte Krankheiten häufiger blicken – sei es am Bewegungssystem selbst, sei es in anderen Körperbereichen. Jedesmal kann das Rückgrat "spezifisch" leiden oder mitleiden.

Einige der weiter oben genannten Erkrankungen, etwa die Bechterew-Krankheit, treten nicht selten erst im Erwachsenenalter auf. Oder sie begleiten Betroffene von jung auf, so etwa der Scheuermann-Rundrücken und Skoliosen. Je nach Krankheitsbild ist in der Spätphase neben Rückenschmerzen manchmal auch mit Bewegungseinschränkungen zu rechnen. Umso wichtiger können hier regelmäßige, passende Übungen sein, um die Wirbelsäule lange so beweglich wie möglich zu halten.

Seltene Stoffwechselerkrankung, die auf das Skelett zielt: Osteomalazie

Rachitis ist ein Problem des wachsenden, Osteomalazie das Analog des erwachsenen Skeletts. Mit anderen Worten: Rachitis betrifft Kinder, während an Osteomalazie Erwachsene erkranken, meist im mittleren und höheren Lebensalter. Sowohl Rachitis als auch Osteomalazie sind heute eher selten geworden.
Bekannteste Ursache ist (ernährungsbedingter) Vitamin-D-Mangel. Daneben können Störungen des Stoffwechsels oder des Aufbaus von Vitamin D und Probleme an den Nieren verantwortlich sein. Vitamin-D-Mangel kann außerdem bei Darmerkrankungen auftreten. In der Folge ist jeweils die Härtung (Mineralisation) des Skeletts beeinträchtigt. Der Knochen ist weich und verbiegt sich leicht.
Hauptsymptome der Osteomalazie sind Muskelschwäche und
-schmerzen, besonders auch Rückenschmerzen, sowie rasche Ermüdbarkeit der Muskulatur. Neben Beinachsenfehlern – X- und O-Beinen – als Folge der Knochenerweichung können sich – auch bei Erwachsenen – die Rippen verformen, sodass der Brustkorb die Form einer Glocke annimmt. Wie bei der Osteoporose (siehe unten), die nicht selten gemeinsam mit einer Osteomalazie auftritt, verformen sich die Wirbel durch schleichende Brüche. Das Ergebnis sind sogenannte Keil- und Fischwirbel. Eventuell entsteht ein Rundrücken (Kyphose).

Diagnose und Therapie der Osteomalazie (Vitamin-D-abhängige Formen): Neben Blutuntersuchungen – Bestimmung von Vitamin D, der Mineralien Kalzium (leicht erniedrigt) und Phosphat (deutlich erniedrigt) sowie des "Markers" alkalische Phosphatase (meist erhöht) – sichert die feingewebliche Analyse einer kleinen Gewebeprobe aus dem Knochen die Diagnose. Mitunter lässt der Arzt den Spiegel des Parathormons im Blut bestimmen (siehe weiter unten). Röntgenbilder können sogenannte Loosersche Umbauzonen in den langen Röhrenknochen nachweisen. Das sind horizontale Aufhellungslinien mit verringerter Knochendichte an schleichenden Bruchstellen.

Konsequenterweise sieht die Therapie bei "gewohnheitsbedingtem" Vitamin-D-Mangel Erwachsener die Einnahme von Vitamin D vor (mindestens 800 IU, im Durchschnitt 1000 IU Vitamin D3 täglich; IU bedeutet Internationale Einheit). Eine ergänzende Behandlung gegen Knochenschwund wird bei begleitender Osteoporose praktiziert (siehe unten). Eine echte Osteomalazie bedarf einer intensivierten Therapie mit Vitamin D3 in speziell angepassten Dosierungen pro Zeit, bei Aufnahmestörungen in Form von Spritzen. Bei Vitamin-D-Stoffwechseldefekten ist eine Behandlung mit stoffwechselaktiven Vitamin-D-Abkömmlingen wie Calcitriol notwendig. Zugleich überwacht der Arzt den Kalziumspiegel im Blut und die Kalziumausscheidung im Urin. Ob zusätzlich die Einnahme von Kalzium nötig ist, wird der Arzt individuell entscheiden.

Osteoporose: Risiko steigt nach den Wechseljahren

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Gewissermaßen Frauenleiden: Osteoporose

Wenn Kalziummangel und andere Faktoren die Balance im Knochen stören, kann er vermehrt brüchig werden. Schon ab dem 30. bis 35. Lebensjahr sinkt die Knochenmasse leicht. Bei Frauen beschleunigt sich der Knochenabbau – das Minus betrifft nun Masse und Struktur – nach den Wechseljahren deutlich. Schuld daran ist der entstehende Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen, insbesondere der Östrogene. Männer erkranken weniger als halb so oft an Osteoporose, im Schnitt auch erst zehn Jahre später und weniger stark, sofern nicht andere Erkrankungen das Knochensystem schwächen.
Symptome: Typische Zeichen der Osteoporose sind Knochenbrüche aus geringfügigem Anlass, vor allem der Wirbel und des Oberschenkelknochens. Wirbelbrüche können erhebliche Rückenschmerzen verursachen, zum einen durch das Sintern der Wirbel selbst, zum anderen durch die Schonhaltung, die den Rücken überanstrengt. Manchmal verlaufen die Wirbelschäden eher schleichend und bereiten kaum Beschwerden. Eine Abnahme der Körpergröße – manchmal um mehrere Zentimeter –, ein Rundrücken und Hautfalten am Rücken ("Tannenbaumphänomen") sind weitere Hinweise auf die Krankheit.

Im Ratgeber "Osteoporose" lesen Sie mehr über den Knochenschwund und was sich dagegen tun lässt

Lageplan der Nebenschilddrüsen

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Überfunktion der Nebenschilddrüsen

An der Rückseite der Schilddrüse sitzen auf beiden Seiten oben und unten die vier reiskorngroßen Nebenschilddrüsen. Ihr Parathormon sorgt dafür, dass das Kalzium im Blut konstant bleibt. Das Mineral ist lebensnotwendig – nicht nur für das Skelett, sondern beispielsweise auch für die Herz- und Muskeltätigkeit. Sind die winzigen Drüsen krankhaft überaktiv (Hyperparathyreoidismus), steigt der Kalziumwert im Blut unkontrolliert. Das kommt teilweise dadurch zustande, dass die Nieren mehr Kalzium zurückhalten. Vor allem aber geben die Knochen vermehrt Kalzium ans Blut ab. Der Überschuss sucht sich neue Wege: Kalzium kristallisiert beispielsweise in den Nieren zu Steinen aus.

Symptome: So zahlreich die Ursachen einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen sein können, so vielfältig sind auch die Symptome, beispielsweise Muskelschwäche und -schmerzen, psychische Veränderungen wie Trugwahrnehmungen (Halluzinationen), im Extremfall ein Koma. Am Skelett kann die Stoffwechselstörung Defekten im Knochen (Osteolysen) führen. Die Höhlen oder Zysten, die auch im Röntgenbild erkennbar sind, werden von entzündlich wucherndem Bindegewebe aufgefüllt. Die betroffenen Knochen, gerade auch die Wirbel, sind dadurch mechanisch weniger belastbar und werden brüchig. Die Folgen: sinternde Wirbelkörper, Verkrümmungen der Wirbelsäule (verstärkte Kyphose, also Krümmung nach hinten), Rückenschmerzen.
Der Beitrag "Hyperparathyreoidismus" beschreibt die Hormonstörung näher.

Osteodystrophie deformans (Paget-Krankheit des Knochens)

Bei dieser Knochenerkrankung, die auch Ostitis deformans oder Paget-Krankheit des Knochens heißt, kommt es in bestimmten Skelettbereichen zu einem krankhaften Umbau und Entzündungen. In erster Linie betrifft dies das Becken, die Oberschenkelknochen, Schienbeine, den Schädel und die Lendenwirbel. An den erkrankten Stellen ist der Knochen minderwertig, neigt zu Verbiegungen und Verdickungen, manchmal auch zu Brüchen. Das kann Gelenk- und Nervenschäden sowie Schmerzen mit sich bringen.

Es erkranken häufiger Männer – nach dem 40. oder 50. Lebensjahr – als Frauen. Die Ursache der Erkrankung ist unklar, zur Debatte stehen erbliche Einflüsse, familiäre Belastung und Virusinfektionen. Die eigentlich gutartige Knochenerkrankung kann selten in einen Knochenkrebs übergehen (zum Beispiel in ein Osteosarkom, siehe weiter unten, Abschnitt "Betreffen alle Altersgruppen: Tumore an der Wirbelsäule").
Symptome: Bei manchen Patienten verläuft der "Knochen-Paget" eher symptomlos und wird dann höchstens zufällig festgestellt. Andere Betroffene leiden durch die beschriebenen Veränderungen unter Schmerzen, beispielsweise im Rücken. Verdickte Lendenwirbel können "Ischias-Beschwerden" (siehe auch Kapitel: "Ursachen unspezifischer Rückenschmerzen") auslösen, wenn sie die nahe gelegenen Wurzeln des Ischiasnervs beengen und reizen. Ein typisches Symptom ist die Beobachtung, dass manchen Betroffenen eines Tages der Hut nicht mehr passt. Oder dass sich die Beine verbiegen und verkürzen.

Diagnose: Röntgenbilder und Laborwerte wie erhöhte alkalische Knochenphosphatase und Feststellung eines Knochenabbau-Markers im Urin sind hilfreich für die Diagnose. Den Knochenumbau kann außerdem ein Knochenszintigramm aufzeigen. Gegebenenfalls ist eine Gewebeentnahme aus dem Knochen sinnvoll. Bei Tumorverdacht ist zudem ein bildgebendes Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie, MRT) üblich.

Therapie: Bewährte Arzneistoffe sind Bisphosphonate, dazu Kalzium und Vitamin D. Dabei muss man einen zeitlichen Einnahmeabstand zwischen den Medikamenten einhalten, falls das Bisphosphonat nicht gespritzt wird. Die genauen Dosierungen legt der behandelnde Arzt fest. Bei Bedarf helfen mechanische Stützen (Orthesen, Korsett). Auch Physiotherapie (Krankengymnastik) und physikalische Therapie (außer Wärme!) können günstige Wirkungen entfalten. Knochenbrüche oder Fehlstellungen von Gelenken erfordern stabilisierende oder korrigierende Maßnahmen.

Wirbelsäulenarthrose: Das Kreuz ist morgens oft steif

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Wirbelsäulenarthrose: Zwischen unspezifischen und spezifischen Rückenschmerzen

Wirbelsäulenarthrose oder Spondylarthrose betrifft die Facettengelenke. Die kleinen Gelenke, auch Wirbelbogengelenke genannt, verbinden die Wirbel rückseitig nach oben und unten miteinander. Nach vorne stellen die Bandscheiben eine feste Verbindung zwischen den Wirbelkörpern her. Die Stabilität ist also doppelt gesichert, wobei zahlreiche Bänder die Gelenkverbindungen festigen und Muskeln das System insgesamt stärken.

Arthrose tritt vor allem an der stark belasteten Lendenwirbelsäule auf, in zweiter Linie an der Halswirbelsäule. Die Überlastung von Muskeln und Bändern, aber auch eine Instabilität bei Wirbelgleiten oder Bandscheibenschäden setzt die Gelenkflächen und den angrenzenden Knochen unter Druck. Es kommt zum Verschleiß des Gelenkknorpels, zu Knochenabrieb und Reizzuständen wie bei jeder anderen Arthrose auch.

Ersatzmäßig bildet sich an den Facettengelenken neuer Knochen in Form von Randzacken und Spornen (Spondylose). Das ist eher von Nachteil, denn so können die Wirbelgelenke sich verdicken und die Durchtrittsstellen für die Rückenmarksnerven einengen.

Wenn Bandscheiben verschleißen, kann dies ein degeneratives Pseudo-Wirbelgleiten nach sich ziehen (siehe oben: Pseudospondylolisthese). Echtes wie Pseudo-Wirbelgleiten kann die Arthrose an den Facettengelenken verstärken. Eine aktive, entzündliche Arthrose ist auch an der Wirbelsäule schmerzhaft.

! Achtung: Die hier auftretenden Rückenschmerzen sind als unspezifisch zu bewerten, solange kein Schmerzmuster vorliegt, das einer Nervenwurzelschädigung entspricht, also etwa ischiasartige Beinschmerzen. Die Bewertung hängt immer von den Umständen im Einzelfall ab. Das gilt auch für die Therapie und letztlich die Frage, ob die Krankenkasse die Kosten für ein vorgeschlagenes Behandlungsverfahren übernimmt.

Symptome: Möglich ist alles – von Beschwerdefreiheit oder mäßiger Druckempfindlichkeit im Bereich der betroffenen Lendenwirbeldornen bei der ärztlichen Untersuchung über Schmerzen morgens nach dem Aufstehen und morgendliche Steifigkeit des Rückens bis hin zu hartnäckigen Schmerzen, vor allem bei Belastung, im Kreuz oder Gesäß (sogenanntes Facettensyndrom). Bücken oder Beugen beziehungsweise Strecken der Wirbelsäule nach hinten kann die Beschwerden verstärken, im Liegen lassen sie häufig nach. Die Schmerzen können auch in das Gesäß, die Leiste oder den Oberschenkel ausstrahlen. Dabei wird der Arzt genau prüfen, ob es Hinweise für eine Nervenwurzelreizung gibt. Sehr große Knochenwülste an den Facettengelenken können tatsächlich die Nervenwurzeln am Lendenwirbelkanal beengen (vgl. weiter unten, Anschnitt "Bandscheiben auf Wanderschaft...": "Wurzelkompressionssyndrom").

Diagnose: Die Art der Beschwerden und der ausführliche körperliche Untersuchungsbefund ergeben meist die Diagnose. Weitere Untersuchungen, etwa Röntgenbilder, eventuell als Funktionsaufnahmen mit Vor- und Rückwärtsbeugen der Wirbelsäule aufgenommen, eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (Kernspintomografie, MRT), um das Rückenmark, die Nervenwurzeln, Nervendurchtrittsöffnungen, Wirbel und Bandscheiben genauer zu beurteilen, werden nur bei Warnzeichen empfohlen, etwa bei kurzfristiger Zunahme von Schmerzen oder bei deutlichen Beschwerden, die trotz angemessener Behandlung nach sechs Wochen immer noch bestehen (siehe unten).

Therapie: Häufig wird der Arzt zunächst eine konservative Therapie mit einem geeigneten entzündungshemmenden Medikament und muskelaufbauender Physiotherapie wählen. Zu den sogenannten perkutanen oder minimal-invasiven Schmerztherapien gehören wirbelgelenknahe Injektionen (Facettengelenkblockaden) mit einem örtlich betäubenden Mittel unter bildgebender Kontrolle (Röntgen oder Computertomografie; Achtung: Strahlenbelastung). Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das betäubende Mittel an die Nervenwurzel zu spritzen (periradikuläre Therapie). Zusätze von entzündungshemmendem Kortison schneiden in Studien nicht eindeutig schmerz- und prognoseverbessernd ab, sondern erhöhen das Risiko von Nebenwirkungen.
! Achtung: Minimal-invasive Verfahren werden bei chronischen unspezifischen (nichtspezifischen) Kreuz- und Rückenschmerzen nicht von den Krankenkassen bezahlt.

Bei anhaltend starken spezifischen Beschwerden, etwa nicht abklingenden Ischiasschmerzen oder Lähmungsanzeichen wie zum Beispiel zunehmender Schwierigkeit beim Gehen (Fersen- oder Zehenstand erschwert) ist eine Operation nach entsprechender Diagnostik angezeigt, bei Notfällen wie Blasen- und Mastdarmlähmung absolut unerlässlich.
Ergänzende Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten gibt das Kapitel "Therapien bei spezifischen Rückenschmerzen".

Engste Nachbarn: Bandscheibe, Rückenmark, Wurzeln der Rückenmarksnerven (Spinalnerven), Zwischenwirbelloch, Wirbelgelenk

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Engpass im Wirbelkanal: Bandscheibenvorfall, Spinalkanalstenose, Wirbelgelenkzyste

Bei einem Bandscheibenvorfall (Prolaps) oder einer Vorwölbung der Bandscheibe (Protrusion, siehe unten) kann es eng werden im Wirbelkanal. Auch knöcherne Anbauten an den Wirbeln (Randzacken und Sporne, Spondylose, siehe oben) und Verdickungen der Längsbänder – eine Reaktion auf den Verschleiß an der Wirbelsäule – können den Rückenmarkskanal einengen. Eine solche Enge heißt Spinalkanalstenose. Dabei kann auch eine hier abgehende Nervenwurzel beeinträchtigt werden.

Beides – Bandscheibenvorfälle oder -vorwölbungen und Spinalkanalstenosen – betreffen vor allem die Halswirbelsäule und noch mehr die Lendenwirbelsäule. Denn das sind die Etagen mit der größten Belastung.

Bandscheiben auf Wanderschaft: unschöne Vorfälle

Bandscheiben wirken als Stoßdämpfer und halten die Wirbelsäule elastisch. Da die Scheiben zwischen den Wirbelkörpern selbst nicht durchblutet werden, neigen sie schon recht früh zur Abnutzung (Degeneration), vor allem bei Überlastung. Die Quellfähigkeit des Kerns in der Bandscheibe nimmt im Laufe des Lebens natürlicherweise ab, er trocknet aus. Dadurch verteilt sich der Druck ungünstiger, sodass der den Kern umgebende Faserring verschleißt: Er wird brüchig und bildet kleine Einrisse, in die bei entsprechendem Druck Material aus dem Kern entweichen kann.

! Tipps zur Vorbeugung von Bandscheibenschäden

Nährflüssigkeit erreicht das Bandscheibengewebe nur  bei Bewegungen und in entlastender Liegeposition gut. Daher belastende Haltungen regelmäßig unterbrechen, eine andere Position einnehmen, "muskelaktiv" sitzen. Ideal, wenn man sich zwischendurch kurz in der Horizontalen strecken kann. Eventuell Nacken, Kreuz und Knie mit kleinen Kissen oder aufgerollten Handtüchern stützen.

Achtung: Durch Flüssigkeitsaufnahme in die Bandscheibe, die vor allem in der Ruhelage, also normalerweise nachts stattfindet, kann bei bestehender Protrusion ein Nachtschmerz auftreten, da die Vorwölbung verstärkt wird. Umso wichtiger ist wiederholte Entlastung tagsüber.


An stärker ausgedünnten Stellen kann der Faserring regelrecht reißen, sodass Anteile aus dem Bandscheibenkern noch mehr verrutschen und das dahinter liegende Längsband ausbeulen oder vorwölben (Protrusion). Dieses hintere Längsband bedeckt die Rückseite der Bandscheiben und bildet zugleich die Vorderseite des Wirbelkanals. Schon bei Vorwölbungen des ausgesprochen schmerzempfindlichen und nicht sehr widerstandsfähigen Bandes können erhebliche Schmerzen im Kreuz (Lumbalgie) auftreten.

Wenn das vorgewölbte Bandscheibengewebe seitlich liegt und Kontakt zu einer Nervenwurzel hat, kann diese gereizt werden. Ein Vorfall der Bandscheibe durch das hintere Längsband hindurch heißt Prolaps oder Hernie. Seitlich liegende Vorfälle können die Nervenwurzel deutlich beengen (Fachbegriff: Wurzelkompressionssyndrom).

Symptome – Bandscheibenvorfall Lendenwirbelsäule: Oftmals breitet sich der Lumbalgie-Schmerz gürtelförmig bis zum Bauch aus. Die Muskulatur ist reflektorisch bretthart und steif, der Betroffene nimmt eine eventuell seitlich gebeugte Schonhaltung ein (vgl. Abschnitt "Hexenschuss" im Kapitel "Ursachen unspezifischer Rückenschmerzen" sowie Extra-Beitrag "Hexenschuss" auf unserem Gesundheitsportal). Die Reizung der Nervenwurzel – häufig ist der Ischiasnerv betroffen – treibt die Schmerzen via Gesäß ins Bein. Sich nach vorne beugen oder nahezu jede Körperhaltung ist ein Problem, der Betroffene weiß sich oft nicht mehr zu helfen. Gefühlsstörungen in bestimmten Bereichen – Kribbeln, Kältegefühl, herabgesetzte Sensibilität (Berührungsempfindlichkeit) sind möglich.

Zunehmende beiseitige Muskellähmungen oder aber Taubheitsgefühle im Intimbereich ("Sattelanästhesie"), Störungen der Blase wie Harnverhalt oder Kontrollverlust, auch Störungen der Mastdarm- und Sexualfunktion weisen auf ein Cauda-Syndrom hin: ein Notfall. Dabei ist es zur Schädigung von Nervenwurzeln im unteren Rückenmarkskanal gekommen. Das heißt: Es ist umgehend ein entlastender Eingriff erforderlich, um bleibende Funktionsstörungen zu vermeiden.

Die Beschwerden bei Bandscheibenschäden sind jedoch ausgesprochen variabel und hängen vom Einzelfall ab, beispielsweise vom verbliebenen Platz im Wirbelkanal und dessen Beschaffenheit. So gibt es Menschen, bei denen Untersuchungen der Lendenwirbelsäule einen deutlichen Bandscheibenvorfall zutage fördern, der bislang nie Beschwerden gemacht hat. Es kommt aber auch vor, dass jemand einen Bandscheibenvorfall und eine Spinalkanalstenose (siehe unten) hat. Selbst dann können die Beschwerden gering sein.

Reizungen des Ischiasnervs durch vorgefallenes Bandscheibengewebe brauchen gut und gerne einige Wochen, um wieder abzuklingen. Ist dem nicht so oder nehmen die Beschwerden zu, wird der Arzt die Diagnose überprüfen beziehungsweise abwägen, ob eine Operation sinnvoll ist. Grundsätzlich kann vorgefallenes Material im Laufe der Zeit schrumpfen, vernarben oder sogar "verknöchern". Dies dauert meist Monate oder Jahre. Die Verhältnisse am Wirbelkanal können sich also von selbst stabilisieren. Jedoch sind Rückfälle möglich. Im Beitrag "Bandscheibenvorfall" gibt es weiterführende Informationen.

Spinalkanalstenose an der Lendenwirbelsäule

Neben angeborenen Ursachen einer Spinalkanalstenose, die hier nicht näher beschrieben werden, stehen chronische Abnutzungserscheinungen der Wirbelsäule im Vordergrund. Das betrifft einmal die weiter oben dargestellte Degeneration der Bandscheiben. An den Wirbeln bilden sich oft knöcherne Anbauten (Randzacken und Sporne). Es kommt zu Verdickungen der Bänder zwischen den Wirbelbögen und auch der Facettengelenke. Der Spinalkanal kann knöchern zuwachsen und die Zwischenwirbellöcher können eingeengt werden (siehe weiter oben, Abschnitt: "Wirbelsäulenarthrose")
Symptome – Spinalkanalstenose der Lendenwirbelsäule: Typische Beschwerden sind anhaltende oder zunehmende Kreuzschmerzen. Abhängig von der Körperhaltung und körperlicher Aktivität strahlen sie eigentlich immer in beide Beine aus. Sie nehmen beim Gehen zu und sind mit Krämpfen, Kribbeln und Brennen, vor allem mit einem Schwächegefühl, eventuell auch vorübergehenden Taubheitsgefühlen im Bereich der Füße und Unterschenkel verbunden. Dies nennt der Arzt Claudicatio intermittens spinalis (vorübergehendes vom Rückgrat abhängiges Hinken). Die Beschwerden zwingen den Betroffenen, stehen zu bleiben, bessern sich aber erst im Sitzen oder bei Beugung nach vorne, weil sich dann der beengte Spinalkanal etwas weitet (sogenannte Entlordosierung). Typisch sind auch Schmerzen beim Bergab- oder Treppabgehen, während die Gegenrichtung – bergauf, treppauf – leichter fällt. In sehr schweren Fällen haben die Betroffenen sogar in Ruhelage Beschwerden. Dass es in Verbindung mit den Schmerzen auch zu einem Conus-Cauda-Syndrom kommen kann, ist ein seltene, wenn auch sehr ernste, Entwicklung (siehe oben, Abschnitt "Bandscheiben..., "Symptome:... Cauda-Syndrom...Notfall"). Mehr zu den Hintergründen im Ratgeber "Spinalkanalstenose (lumbale)".

Wirbelgelenkzyste (Synovialzyste an der Lendenwirbelsäule)

Im Zuge von Verschleißerscheinungen an den kleinen Wirbelgelenken entstehen selten Zysten an der entzündeten Gelenkinnenhaut (Synovialis). Sie können sich unter bestimmten Voraussetzungen in den Wirbelkanal vorstülpen und diesen, ähnlich wie vorgefallenes Bandscheibengewebe, einengen. Das Krankheitsbild lässt sich sowohl der Wirbelarthrose als der Spinalkanalstenose zuordnen.
Zu den Symptomen gehören teilweise ausgeprägte Kreuzschmerzen mit Ausstrahlung in das Bein, eventuell Gefühlsstörungen und Lähmungsanzeichen, also Beschwerden, wie sie auch bei einem Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelreizung vorkommen können. Die Symptome am Bein können manchmal auch ohne Rückenschmerzen auftreten.
Diagnose, Therapie: Die genaue Diagnose ergibt sich in der Regel aus der Anamnese (Arztgespräch, Krankengeschichte) und aus den bei der klinischen Untersuchung (körperliche Untersuchung, neurologische Untersuchung) sowie mittels Magnetresonanztomografie festgestellten Befunde. Die Therapie umfasst zunächst eine Schmerzbehandlung. Sollten die Beschwerden nicht darauf ansprechen oder zunehmen, was häufig der Fall ist, wird die Zyste operativ entfernt. Der Eingriff behebt allerdings das Grundproblem, nämlich die bestehende Wirbelgelekarthrose, nicht. 

Betreffen alle Altersgruppen: Tumore an der Wirbelsäule, sind aber selten

Geschwülste – gut- oder bösartige Tumoren – gibt es auch im Skelettsystem, darunter an der Wirbelsäule. Entweder gehen sie von Strukturen des Rückgrats selbst aus (primäre Geschwülste), oder sie stammen von bösartigen Tumoren anderer Organe (Metastasen) ab.

Unter den primären Tumoren finden sich häufiger gutartige Neurinome (wachsen in Nervenhüllen, etwa an den Nervenwurzeln von Rückenmarksnerven), Meningeome der Rückenmarkshäute oder gutartige Zysten. An den Wirbelbögen können sich Osteoblastome bilden, in den Wirbelkörpern wachsen mitunter Knochenhämangiome, ausgehend von kleinsten Blutgefäßen. Sarkome, zum Beispiel Osteosarkome (treten in erster Linie bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf, meist aber an langen Röhrenknochen) oder Plasmozytome gehören zu den bösartigen Geschwülsten. Insgesamt sind primäre bösartige Tumoren der Wirbelsäule eher selten.

Skelettmetastasen gehen hauptsächlich von Brustkrebs, Lungen-, Prostata-, Nieren- und Schilddrüsenkrebs aus. Falls  zum Beispiel die Lendenwirbelsäule oder das Becken betroffen ist, sind Rückenschmerzen möglich, eventuell auch Sensibilitätsstörungen und Muskelschwächen. Die Symptome können als "Ischiasbeschwerden" eingeordnet werden, sind aber als solche spezifische Beschwerden und machen immer eine genaue Untersuchung notwendig. Akute Lähmungen oder Störungen der Blasen- und Mastdarmfunktion sind immer Notfälle (siehe oben, Abschnitte "Bandscheiben..." und "Spinalkanalstenose").

Beschwerden durch Geschwülste, insbesondere gutartige, nehmen meist nur allmählich zu, da diese langsam wachsen. Die Größenzunahme kann jedoch behandlungsbedürftige Störungen verursachen, etwa Ischiasbeschwerden und Muskelschwäche am Bein. Anders verhalten sich Metastasen. Nach Ansiedlung im Knochen wird aus den zunächst locker organisierten Zellen ein Verband. Vom Primärtumor ausgehend ist dann eine Tochtergeschwulst entstanden. Sie kann die knochenabbauenden Zellen (Osteoklasten) des umgebenden Knochens dazu veranlassen, wachstumsfördernde Stoffe zu bilden, von denen sie selbst profitiert, während örtliches Knochengewebe sich auflöst (osteolytische Metastase). Andererseits können Metastasen auch "osteoplastisch" wirken. Dabei verdichtet sich der Knochen an erkrankten Stellen. In beiden Fällen ist die Knochenbrüchigkeit erhöht, bei osteoplastischen Metastasen aber weniger.

! Wichtig: Ein Wirbelbruch ohne adäquaten Verletzungshergang, aber zum Beispiel nach schwerem Heben, muss immer abgeklärt werden. Das liegt eher nahe, wenn starke Schmerzen vorhanden sind. Manchmal besteht nur ein Gefühl der Instabilität. Möglicherweise gibt es aber noch andere Warnzeichen, etwa Rückenschmerzen auch in Ruhe oder nachts, Größenabnahme, Appetitstörungen, Gewichtsverlust, auffallende Müdigkeit, Nachtschweiß, eine Behandlung mit Kortison (begünstigt zum Beispiel eine Osteoporose).

Diagnose und Therapie: Zur Diagnose zieht der Arzt den sorgefältig erhobenen körperlichen Untersuchungsbefund, eine ausführliche Krankengeschichte, Blutanalysen, Röntgenaufnahmen, Schnittbildtechniken wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) und Computertomografie (CT) heran. Auch nuklearmedizinische Verfahren (Szintigrafie und Positronen-Emissions-Tomografie (PET), die auch mit der CT kombiniert werden können (PET-CT), sind unter Umständen für die Diagnose wichtig.

Gutartige Geschwülste kontrolliert der Arzt in bestimmten zeitlichen Abständen und entfernt sie meistens nur bei Komplikationen, beispielsweise wenn sie wegen Größenzunahme Beschwerden bereiten. Bei bösartigen Geschwülsten und Metastasen richtet sich die Therapie nach den für die jeweilige Tumorart geltenden Regeln.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei bösartigen Erkrankungen haben inzwischen große Fortschritte gemacht. Dies reicht von chirurgischen Eingriffen oder endoskopischen und katheterbasierten Maßnahmen über Chemotherapien und gezielte Behandlungen mit neuen Substanzen bis hin zu strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Verfahren.

Chemotherapie kann zum Beispiel einen Tumor verkleinern, sodass er im Anschluss vollständig entfernt werden kann. Das durchgängige Konzept und die Planung der Therapie bei Tumorerkrankungen werden heute in Krebszentren mithilfe sogenannter Tumorboards, interdisziplinärer ärztlicher Arbeitsgruppen, festgelegt.

Tender points: Schmerzempfindliche Druckpunkte bei Fibromyalgie

W&B/ Neisel

Vielfältige Schmerzen und mehr: Fibromyalgie-Syndrom

Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine nicht entzündliche Erkrankung mit Schmerzen, die länger als drei Monate andauern und mehrere Körperbereiche betreffen. Das können zum Beispiel Gelenk- und Muskelschmerzen wechselnder Lokalisation sein, etwa am Rücken, an Beinen und Armen, außerdem kann es zu Beschwerden an den Händen und zu Bauchschmerzen kommen. Daneben treten Schlafstörungen beziehungsweise nicht erholsamer Schlaf und Müdigkeit oder Neigung zu geistiger oder körperlicher Erschöpfung auf. Das Krankheitsbild kann mit depressiven Störungen verbunden sein. Auch Beschwerden wie Kopfschmerzen, Beklemmungsgefühle, Darmunregelmäßigkeiten, verstärktes Schwitzen, kalte Hände, Kreislaufbeschwerden, Schwindel, Herzjagen und Pulsunregelmäßigkeiten machen den Betroffenen häufiger zu schaffen.

Es sind dies aber alles Allgemeinsymptome, die für sich allein oder bei vielen anderen Krankheiten auftreten können und daher sorgfältig abgeklärt werden müssen. Dabei ist auch eine fachpsychotherapeutische Untersuchung wünschenswert.

Die Ursache des FMS ist unklar. Möglicherweise ist die zentrale Schmerzverarbeitung verändert. Zudem könnten auch Störungen auf bestimmten Hormonachsen, die der Regulierung im Gehirn unterliegen, und schmerzerzeugende Faktoren im Körper eine Rolle spielen. Rheumatische Erkrankungen, Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie traumatische Erfahrungen in der Kindheit und im Erwachsenenalter begünstigen die Krankheitsentwicklung. Der Ratgeber "Fibromyalgie-Syndrom" informiert Sie ausführlicher über das Krankheitsbild.

Weitere Ursachen von Rückenschmerzen

- Erkrankungen innerer Organe

Innere Krankheiten können mit Schmerzen einhergehen, die manchmal in den Rücken ausstrahlen. Mitunter werden sie dort sogar hauptsächlich empfunden, in einigen Fällen besonders im Kreuz oder in der Flanke. Typisches Beispiel für den Flankenschmerz sind Koliken durch Nierensteine, die über das Nierenbecken zum Harnleiter gelangt sind. Begleitend können Fieber und Schüttelfrost auftreten.

Auch andere akute Krankheitsentwicklungen – vom Herzinfarkt über einen Riss der Hauptschlagader (Aorta), etwa an einer ausgebuchteten Stelle (Aneurysma), oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung bis hin zur Gallenkolik – können mit ausgeprägten Rückenschmerzen einhergehen. Je nach Ursache liegt der Hauptschmerz hier in der Regel im Brustkorb beziehungsweise Oberbauch. Außerdem kann es im Akutfall zu mehr oder weniger ausgeprägten vegetativen Begleiterscheinungen kommen, zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Unruhe oder Schweißausbrüche. Ein Herzinfarkt oder ein eingerissenes Aortenaneurysma können einen akuten Kreislaufschock auslösen. In der Regel sind bei diesen Krankheiten, die einen Notfall darstellen, ein notfallmäßiger Gefäßeingriff und eine intensivmedizinische Betreuung in der Klinik notwendig.

Ein Zwerchfellbruch mit eingeklemmter Dickdarmschlinge gehört eher zu den seltenen Notfallereignissen. Leitsymptom hier sind starke Rückenschmerzen und Schulterschmerzen auf der betroffenen Seite.

- Frauenkrankheiten

Myome sind gutartige Wucherungen des Muskelgewebes (Myometrium) der Gebärmutter. Nicht immer bereiten sie Beschwerden. Zu den Leitsymptomen gehören Störungen der Monatsblutung (Menstruationsstörungen): deutlich verlängerte Blutungen, Zwischenblutungen oder Dauerblutungen. Je nach Größe, Anzahl und Lage der Geschwülste kann es durch Druck auf die Umgebung auch zu Symptomen wie Blasen- oder Darmentleerungsstörungen oder zu Kreuzschmerzen kommen.

Akute Unterleibserkrankungen bei Frauen wie Eileitererentzündung oder Eileiterschwangerschaft sind vor allem durch heftige bis hochakute Bauchschmerzen gekennzeichnet. Insbesondere die Eileiterschwangerschaft kann sich zu einem Notfall mit Schockgefahr entwickeln. Diese Aspekte stehen gegenüber möglichen Schmerzausstrahlungen in das Kreuz klar im Vordergrund.

Eine Eileiterentzündung verursacht nicht selten auch Fieber. In der Folge entstehende Narben können das Befinden in verschiedener Hinsicht stören, etwa in Form von Kreuzschmerzen, die häufig nach dem Geschlechtsverkehr auftreten.
- Neurologische Erkrankungen

Entzündungen der Nervenwurzeln (Polyradikulitis), Beispiel: Guillain-Barré-Syndrom: Polyradikulitis-Erkrankungen haben vielfältige Ursachen, darunter Infektionen mit Bakterien wie Borrelien (Borreliose) oder Herpes-Zoster-Viren. Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine mehr oder weniger akute Entzündung von Rückenmarkswurzeln (Polyradikulitis) und peripheren Nerven (Polyneuritis). Dabei kommt es zu entzündlichen Schäden an Nervenhüllen und / oder Nervenfortsätzen. Zu den Beschwerden gehören hartnäckige Rückenschmerzen. In der Hälfte der Fälle treten sie in der frühen Krankheitsphase auf.

Meist geht ein Atemwegsinfekt oder eine Durchfallerkrankung voraus, die aber bald wieder vergessen ist. Etwa zwei Wochen später können erste Anzeichen des GBS wie Muskelschwäche in den Beinen auftreten. Die genauen Zusammenhänge mit dem Infektionsgeschehen sind unklar, vermutlich spielen Immunvorgänge eine Rolle.

Symptome: Die häufigsten Formen der Erkrankung beginnen mit Lähmungen symmetrisch auf beiden Körperseiten, die in den Beinen beginnen, von ziehenden Rückenschmerzen begleitet werden und in Arme und Oberkörper aufsteigen können. Bei manchen Betroffenen erkranken auch Hirnnerven, seltener kommt es zu lebensbedrohlichen Funktionsstörungen wie Atemschwäche oder Herzproblemen. Das ist einer der Gründe, weshalb die Betroffenen auf einer Intensivstation behandelt und überwacht werden müssen. Frühe Therapie mit Immunglobulinen und einer speziellen Blutwäsche (Plasmapherese) kann die Erkrankung durchbrechen. Im Durchschnitt dauert es bis zur Beschwerdefreiheit etwa 66 Tage. Mitunter halten Störungen wie Muskelschwäche, seltener Schmerzen, länger an. Zum Nachlesen: Ratgeber Guillain-Barré-Syndrom (GBS).


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