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Skoliose: Ursachen

Die Ursache einer Skoliose ist in den meisten Fällen unbekannt. Vor allem während des Wachstums kann sich die Wirbelsäule verkrümmen und verdrehen

aktualisiert am 30.12.2015

Idiopathische Skoliose

Die mit Abstand häufigste Form der Skoliose ist die idiopathische Skoliose. Dieser Begriff bedeutet nichts anderes, als dass die Ursache unbekannt ist. 80 bis 90 Prozent der Betroffenen gehören zu dieser Gruppe.

Ärzte vermuten eine Fehlsteuerung der Muskulatur, der Nerven oder des Stoffwechsels, die zu einem veränderten Wachstumsverhalten der Wirbelkörper führen könnten. Die betroffenen Wirbelkörper wachsen ungleich und drehen sich aus der ursprünglichen geraden Ausrichtung heraus.

Haben enge Verwandte eine Skoliose, steigt das eigene Risiko. Es gibt also eine gewisse Veranlagung für die Wirbelsäulenverkrümmung. Sie wird jedoch nicht direkt "weitervererbt".

Bei Mädchen kommt eine idiopathische Skoliose häufiger vor als bei Jungen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.

Vor allem in Wachstumsphasen kann sich eine Skoliose bemerkbar machen oder verschlimmern. Ärzte unterteilen die idiopathische Skoliose nach dem Alter, in dem sie auftritt:

0 – 3 Jahre = infantile Skoliose

4 – 10 Jahre = juvenile Skoliose

> 10 Jahre bis Wachstumsende = adoleszente Skoliose (bei Jungen ab 12 Jahren, je nach Beginn der Pubertät)

Spezialfall "Säuglingsskoliose"

Eine spezielle Form ist die sogenannte Baby- oder Säuglingsskoliose. Dabei handelt es sich aber nur um eine Fehlhaltung, nicht um eine Fehlstellung. Die "Säuglingsskoliose" ist also eigentlich keine echte Skoliose. Sie tritt in den ersten Lebensmonaten eines Kindes auf. Die Säuglinge liegen zum Beispiel schief im Bett und drehen sich immer auf eine Seite. Oft geben sich sogenannte Säuglingsskoliosen von selbst wieder oder können relativ leicht mit bestimmten Lagerungsübungen beeinflusst werden. Eltern sollten sich dazu frühzeitig vom Kinderarzt beraten lassen.

Erkennbare Ursachen einer Skoliose

In manchen Fällen lässt sich die Ursache der Skoliose ermitteln. Sie liegt dann zum Beispiel in den ...

  • Muskeln: Der myopathischen Skoliose liegen Erkrankungen der Muskulatur zugrunde. Dazu zählen zum Beispiel Muskelschwund oder Muskelfehlbildungen.
  • Knochen: Eine osteopathische Skoliose entsteht zum Beispiel durch verformte Wirbelkörper. Diese Verformungen können angeboren sein. Manchmal sind sie durch ein asymmetrisches Wachstum der Wirbelkörper, Brüche oder Entzündungen entstanden.
  • Nerven: Bei der neuropathischen Skoliose liegt die Ursache im Nervensystem. So kann zum Beispiel die Nervenversorgung des Rückens gestört sein, so dass sich die Rumpfmuskulatur in einem Ungleichgewicht befindet.

Auch angeborene Fehlbildungen wie ein "offener Rücken" (Spina bifida) können schuld an einer Skoliose sein, ebenso Narben nach Verletzungen oder Operationen an Wirbelsäule oder Brustkorb.