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Morbus Scheuermann: Diagnose

Der Arzt erkennt Morbus Scheuermann an der verstärkten und dauerhaften Rückenkrümmung. Auf Röntgenbildern sind Veränderungen an manchen Wirbelkörpern zu sehen

aktualisiert am 07.04.2014
Arzt betrachtet Röntegenbild vom Rücken

Auf Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule können Hinweise auf die Scheuermann-Krankheit feststellbar sein


Eltern sollten den Rücken ihrer Kinder öfter mal genauer ansehen. Bei allen Auffälligkeiten ist auf jeden Fall ein Arztbesuch ratsam.

Morbus Scheuermann kann optisch durch einen ausgeprägten Rundrücken (eine Kyphose) auffallen. Eventuell ist außerdem die Lendenwirbelsäule übermäßig gebogen, um die Fehlhaltung der Brustwirbelsäule auszugleichen. In einigen Fällen der Scheuermann'schen Krankheit ist die Lendenwirbelsäule aber auch zu schwach gebogen oder weist eine abnorme Form auf (siehe auch Kapitel Symptome).

Erster Ansprechpartner ist oft der Hausarzt oder auch der Kinderarzt. Er wird bei Bedarf zum Spezialisten für Erkrankungen des Bewegungsapparates überweisen – zum Orthopäden.

Der Arzt erkundigt sich nach den Beschwerden wie Schmerzen oder Einschränkungen der Beweglichkeit. Auch möchte er wissen, ob besondere Belastungen für den Rücken bestehen, so etwa am Arbeitsplatz oder durch Sport. Außerdem wird er sich über eine frühere Behandlung und andere Erkrankungen sowie Krankheitsfälle in der Familie informieren.

Körperliche Untersuchung

Es folgt eine genaue körperliche Untersuchung. Insbesondere testet der Arzt die Beweglichkeit der Wirbelsäule. Dazu beugt sich der Patient nach vorne (Flexion) und nach hinten (Extension). Der Orthopäde misst dabei die Rückenlänge aus (Methode nach Schober und Ott). Er kann außerdem die Beweglichkeit zur Seite (Seitbeugung) und die Drehbarkeit (Rotation) prüfen. Anhand der Dornfortsätze der Wirbel ertastet der Arzt den Verlauf der Wirbelsäule. Damit kann er einen Rundrücken oder andere Haltungsschäden erkennen. So zeigt sich bei der Untersuchung, dass manche Wirbelsäulenabschnitte beim Vorneigen (in Flexion) fixiert bleiben, also nicht aufdehnbar sind. Mit einem Kyphometer lässt sich der Grad der Wirbelsäulenkrümmung ermitteln.

Der Arzt muss zudem andere Wirbelsäulenerkrankungen, beispielsweise Morbus Bechterew oder eine Skoliose ausschließen.

Röntgenuntersuchung und MRT

Mit Hilfe einer Röntgenaufnahme der Wirbelsäule kann die Scheuermann'sche Krankheit meist sicher nachgewiesen werden. Keilwirbel und Schmorl-Knötchen (siehe Kapitel Ursachen) sind deutliche Anzeichen für M. Scheuermann. Bei Heranwachsenden beurteilt der Arzt mittels Röntgen-Untersuchung die Knochenentwicklung bestimmt das Skelettalter.

Die Magnetresonanztomografie (MRT) und – in seltenen Ausnahmefällen – auch die Computertomografie (CT) sind weitere bildgebende Verfahren, die bei M. Scheuermann infrage kommen. Auf MRT-Aufnahmen sind bereits frühe Veränderungen feststellbar.