Rheumatoide Arthritis: Symptome

Neben Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen kann sich eine rheumatoide Arthritis auch durch verschiedene andere Anzeichen bemerkbar machen

aktualisiert am 29.02.2016

Erschwert das Aufstehen: Wenn morgens die Gelenke weh tun, kann eine rheumatoide Arthritis dahinter stecken


Zu Beginn der Erkrankung kann es zu ganz unspezifischen Symptomen wie Müdigkeit, Erschöpfungszuständen, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme und Temperaturen bis 38°C kommen. Bei manchen Patienten setzt diese Phase schlagartig ein, bei anderen eher schleichend. In dieser frühen Erkrankungsphase ist es besonders schwierig, die Diagnose zu stellen.

Gleichzeitig entwickeln die meisten Patienten typische Symptome am Bewegungssystem. Verlauf und Intensität können aber individuell sehr unterschiedlich sein. Neben den Gelenken können auch andere Organe von der rheumatoiden Arthritis betroffen sein.

Gelenkbeschwerden

  • Morgensteifigkeit: Vor allem morgens haben die Betroffenen steife und schmerzende Gelenke. Meist sind die Finger betroffen. Die Beschwerden können mehrere Stunden andauern und bessern sich dann allmählich.

  • Gelenkentzündung: Die Gelenke schwellen an, schmerzen und sind manchmal gerötet. Meist sind auf beiden Körperseiten die Fingergrund-, und –mittelgelenke, die Handgelenke sowie die Zehengrundgelenke betroffen, später geht die Entzündung auch auf andere große und kleine Gelenke über (Polyarthritis). Im Verlauf führt sie häufig zur Gelenkschädigung, welche starke Schmerzen zur Folge hat. Die Gelenke verformen sich, die Beweglichkeit nimmt ab.
  • Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis): Schwellung und Schmerzen meist im Hand- und Sprunggelenksbereich. Durch Schädigung benachbarter Nerven können Nervenschmerzen oder Missempfindungen entstehen (zum Beispiel ein Karpaltunnel-Syndrom)

Im weiteren Krankheitsverlauf entwickeln sich typische Fehlstellungen der Gelenke:

  • Abweichung der Hand nach außen in Richtung des kleinen Finger
  • Fixierte Beugestellung im Fingermittelgelenk und Übersteckung im Fingerendgelenk (Knopflochdeformität)
  • Fixierte Beugestellung des letzten Fingergliedes bei gleichzeitiger Überstreckung im Fingermittelgelenk (Schwanenhalsdeformität)
  • Fixierte Beugestellung im Daumengrundgelenk und Überstreckung des Daumenendgelenkes
  • An den Streckseiten der Gelenke, vor allem an den Ellenbogen und Händen, aber auch an der Achillessehne und der Unterschenkelvorderseite, entwickeln sich bei etwa 20 Prozent der Patienten gutartige, derbe und teilweise verschiebliche Knoten unter der Haut oder direkt an den Sehnen (Rheumaknoten)


Frühzeitig bemerken die Betroffenen eine abnehmende Greifkraft der Hände und haben zunehmende Schwierigkeiten bei Alltagstätigkeiten, wie zum Beispiel dem Aufschrauben von Marmeladengläsern.

Schmerzen durch die Gelenkentzündung treten häufig in Ruhe auf, oft sind sie nachts am stärksten. Druck auf das Gelenk und maximale Beugung oder Streckung verstärken die Schmerzen.

Beteiligung anderer Organe

In seltenen Fällen können auch andere Organsysteme wie Blutgefäße, Herz, Lunge, Speichel- oder Tränendrüsen und Augen betroffen sein:

  • Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)
  • Entzündung mit Bindegewebsvermehrung der Lunge (Lungenfibrose) und Rippenfellentzündung (Pleuritis)

Erhöhtes Risiko für andere Krankheiten

Die Rheumatoide Arthritis erhöht das Risiko für bestimmte, weitere Erkrankungen. Komorbidität nennen Mediziner dieses gleichzeitige Auftreten unterschiedlicher Krankheiten. Diese zusätzlichen Leiden können die Patienten in ihrem Alltag belasten und unter Umständen sogar ihre Lebenserwartung mindern. Dazu gehören:

  • Infektionen
  • Lymphome (Erkrankungen bestimmter Abwehrzellen)