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Reizdarmsyndrom: Therapie – Psychologische Unterstützung

Das Zusammenwirken von Darm, Hirn und Psyche spielt in Bezug auf die Beschwerden eine wichtige Rolle. Verfahren, welche die Psyche positiv beeinflussen, können daher hilfreich sein

von Dr. Martina Melzer, aktualisiert am 07.01.2019
Psychotherapie

Eine Verhaltenstherapie kann bei Reizdarm helfen, wenn dieser stark belastet


Chronischer, negativer Stress, einschneidende Erlebnisse, eine Depression und Angststörungen  können Reizdarmbeschwerden verschlimmern und auch als Ursache infrage kommen. Durch Entspannungsmethoden, einen richtigen Umgang mit Stress sowie eine kognitive Verhaltenstherapie können Patienten gegensteuern.

Kognitive Verhaltenstherapie

Viele Studien bescheinigen der kognitiven Verhaltenstherapie einen positiven Effekt auf die Lebensqualität von Reizdarmpatienten. Ein Psychotherapeut oder Psychologe, der auf Verhaltenstherapie spezialisiert ist, geht mit dem Patienten oder der Patientin dabei unter anderem typische Situationen durch, die belastend wirken. Der Patient lernt zum Beispiel, negative Gedanken, Einstellungen und Emotionen, die mit solchen Situationen einhergehen, zu steuern und ihren Einfluss abzuschwächen bzw. neutraler zu bewerten.

Manche Menschen mit Reizdarmbeschwerden trauen sich teilweise kaum, mit anderen Essen zu gehen, weil ihr Darm danach geräuschvoll mit der Verdauung beginnt oder sie Durchfall bekommen könnten. Oder sie vermeiden zahlreiche Lebensmittel, aus Angst, diese nicht zu vertragen. Sie konzentrieren sich verständlicherweise auf ihre Beschwerden, fragen sich, was diese nun wieder getriggert hat. Das erzeugt Stress, was sich bedingt durch das Zusammenspiel von Darmnervensystem, Psyche und zentralem Nervensystem – also der Darm-Hirn-Achse – wiederum negativ auf die Symptome auswirken kann. Die kognitive Verhaltenstherapie soll diesen Kreis durchbrechen und zu einem besseren Umgang mit den Reizdarmbeschwerden sowie mehr Selbstvertrauen führen.

Entspannungsverfahren

Da sich negativer emotionaler Stress nachteilig auf die Beschwerden auswirken kann, helfen  Entspannungsverfahren oft, gegenzusteuern. Welche Methode die beste ist, muss der Patient selbst austesten. Eine einfache Möglichkeit ist zum Beispiel, tief durch den Bauch ein- und auszuatmen.

Bauchhypnose

Eine Darm- bzw. Bauchhypnose kommt ebenfalls in Betracht, um das Wechselspiel zwischen Darm und Hirn positiv zu beeinflussen. So lässt sich der Darm teilweise beruhigen, wenn der Patient oder die Patientin sich durch Suggestion und innere Bilder in einen entspannten Zustand versetzt. Er oder sie stellt sich beispielsweise etwas für ihn oder sie Schönes und Entspannendes vor.