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Reisekrankheiten kurieren und vorbeugen

Zurück aus dem Urlaub und krank? Hier finden Sie Tipps für eine schnelle Genesung

von Konstanze Faßbinder, 20.09.2019
Krank zurück: Da läuft man einmal barfuß über den Strand und schwupps, hat man sich eine Erkältung eingefangen. Wann sich ein Besuch beim Arzt empfiehlt

Krank zurück: Da läuft man einmal barfuß über den Strand und schwupps, hat man sich eine Erkältung eingefangen. Wann sich ein Besuch beim Arzt empfiehlt


Manches Mitbringsel schleppen Urlauber unfreiwillig mit nach Hause. "Durchfall, Erkältung aufgrund des Klimawechsels oder der Klimaanlage im Flugzeug sind neben Verletzungen ein großes Thema", berichtet Gaby Leopold, Apothe­kerin aus Soest. Einige bringen auch Hautkrankheiten mit oder Kopfläuse. Wie Sie Beschwerden richtig behandeln und wann Sie dringend zum Arzt gehen sollten, darüber informieren hier drei Experten.

Mitbringsel auf Haut und Haar

Oft kommen Reisende mit infizierten Insektenstichen oder Abszessen nach Hause. Auch Sonnenbrände oder  andere lichtbedingte Hautreaktionen sind möglich. "Dagegen helfen Antiallergika und Salben mit Kortison. Umschläge mit kühlenden Lösungen wirken entzündungshemmend", sagt Leopold. Auch gegen Kopfläuse gibt es spezielle Mittel, die Apotheke berät zu deren Anwendung.

Wann zum Arzt?

Bei unklaren Hautveränderungen, die nicht rasch von alleine abklingen, entzündet sind, schmerzen oder jucken, sagt Professorin Esther von Stebut-Borschitz, Direktorin der Klinik für Dermatologie und Venerologie am Uniklinikum Köln. Vielleicht handelt es sich um eine seltene Tropenkrankheit, die zum Teil erst lange nach der Rückkehr auftritt.

Gabriele Leopold

Wie künftig vermeiden?

Insektenrepellents anwenden, Moskitonetz aufhängen. Damit Stiche sich nicht entzünden, mittels Spray oder Gel desinfizieren; ein Hitzestab hilft gegen ­Juckreiz. Vor Läusen, etwa in fremden Betten, schützt gegebenenfalls ein Hüttenschlafsack.

Ist es eine Tropenkrankheit?

Die Hautmaulwurf genannte Larva migrans kommt zum Beispiel in asiatischen Ländern wie Thailand, aber auch in Mittel- und Südamerika vor. Die Larven des Wurms werden von Katzen und Hunden ausgeschieden und verursachen schnell stark juckende Rötungen, die sich serpentinenartig unter der Haut schlängeln.

Typischerweise infiziert man sich beim Barfußlaufen am Strand über die Füße oder beim Sitzen am Gesäß. Sandalen oder geschlossene Schuhe sowie Sitz­unterlagen schützen. "Der Arzt verschreibt ein Mittel gegen den Juckreiz und eine Creme mit Ivermectin oder Albendazol gegen die Larve, gegebenenfalls auch eine innerliche Therapie mit Ivermectin", erklärt von Stebut-Borschitz.

Moskitonetze bieten Schutz

Leishmaniose stammt eigentlich aus tropischen und subtropischen Regionen. "Aber von Mallorca bringen deutsche Touristen es inzwischen am häufigsten mit", berichtet von Stebut-Borschitz. Überträger ist die nachtaktive Sandmücke. Durch ihren Stich entsteht nach zwei Wochen bis sechs Monaten eine juckende Papel mit kraterartigem Rand, die in der Mitte ­­einschmilzt – ein Fall für den Tropenmediziner oder Hautarzt.

Prof. Dr. Esther von Stebut-Borschitz

"Die unterschiedlichen Spezies haben jeweils typische Symptomatik, die nur die Haut oder aber auch den Darm befallen kann", so die Expertin. Je nach Befund und Immunstatus wird innerlich oder äußerlich behandelt. Imprägnierte Moskitonetze und Mückenspray schützen. Sinnvoll ist ein Zimmer im ersten Stock oder höher: "Die Mücken fliegen nicht hoch."

Erreger im Gepäck

Gut erholt, aber erkältet. Da nutzt nur Geduld und das Lindern von Symptomen. Bei Schnupfen wirken abschwellende Nasensprays. Die Schleimhaut zieht sich zusammen, Atemwege und Neben­höhlen werden frei. Jedoch sollten die Mittel nicht dauerhaft angewendet werden. Hustensäfte helfen – je nach Wirkstoff –, den Hustenreiz zu unterdrücken oder den Schleim zu lösen. Lutschbonbons lindern Halsschmerzen.

Wann zum Arzt?

Bei starken Beschwerden, wenn die Symptome nicht innerhalb weniger Tage abklingen und immer bei Fieber. ­Gerade wer aus einem Malariagebiet zurückkommt, sollte schleunigst einen Arzt auf­suchen und unbedingt die vorangegangene Reise erwähnen.

Wie künftig vermeiden?

Unterwegs warme Kleidung bereithalten, damit Hals, Kopf und Füße nicht auskühlen. Die Schleimhäute mit Meersalz-Nasenspray befeuchten.


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