Quitte: Hartes Früchtchen

Sie schmeckt leicht herb und ist vor allem in Marmeladen und Konfitüren beliebt: die Quitte. Ursprünglich kommt die Frucht aus dem Kaukasus

aktualisiert am 19.11.2013
Quitte

Die Schale der Quitte ist grün bis leuchtend gelb gefärbt


Inhaltsstoffe: Quitten sind reich an Kalium

Quitten sind recht kalorienarm. Hervorzuheben ist der Gehalt an Kalium. Der Körper braucht das Mineral unter anderem für die Funktion von Herz, Nerven und Muskeln. Zudem enthalten Quitten Vitamin C und B-Vitamine, darunter auch Folsäure. Folsäure ist zum Beispiel wichtig für die Zellteilung und für die Blutbildung. Auf eine ausreichende Zufuhr sollten vor allem Schwangere achten. Ballaststoffe aus der Quitte regen die Verdauung an.

Herkunft: Altbewährtes Obst aus Asien

Ursprünglich stammt die Quitte aus dem östlichen Kaukasus. Schon seit etwa 4000 Jahren kultivieren dort die Menschen den Obstbaum. Hauptproduzenten heute sind Länder Asiens und Europas. In Deutschland hat der Anbau kaum wirtschaftliche Bedeutung.

Botanik: Quitten gehören zu den Rosengewächsen

Die Quitte Cydonia oblonga stammt aus der Familie der Rosengewächse. Die Frucht wächst an etwa drei bis sechs Meter kleinen Bäumen oder buschigen Sträuchern. Optisch erinnert das Gehölz an einen Apfel- oder Birnbaum. Junge Zweige lassen sich an der behaarten Rinde erkennen. Ältere Zweige verlieren die Härchen. Die Laubblätter stehen wechselständig. Sie haben glatte Ränder und sind zunächst beidseitig behaart. Bei älteren Blättern weist nur noch die Unterseite den wolligen Flaum auf. Im Herbst verlieren die Bäume ihr Laub.

An den Trieben einjähriger Zweige erscheinen von Mai bis Juni die Blüten. Sie haben je fünf Blütenblätter und sind weiß oder rosa gefärbt. Bei der Bestäubung helfen Insekten, vor allem Bienen. Im Herbst reifen die Früchte. Wie Äpfel gehören sie botanisch zu den Sammelbalgfrüchten. Ihre Schale ist grün bis leuchtend gelb gefärbt und je nach Sorte glatt oder gerippt. Wie die Blätter und jungen Zweige sind auch die Früchte von einem zarten Flaum bedeckt. In ihrem Inneren beherbergen sie in vier bis sechs Kammern die dunkelbraunen Samen. Insgesamt gibt es etwa 200 verschiedene Kultursorten weltweit.

Saison: Erste Ernte im Spätsommer

In Deutschland reifen Quitten im Spätsommer und Herbst. Haupterntezeit ist September bis Oktober. Die meisten Quitten kommen aus der Türkei nach Deutschland. Sie sind von September bis Februar erhältlich.

Quitten lagern: Von anderem Obst trennen

Quitten am besten getrennt von anderem Obst in den Kühlschrank legen. Je nach Reifegad ist das Obst dann bis zu acht Wochen haltbar. Bei zu langer Lagerung kann das Fruchtfleisch braun werden.

Tipps zur Zubereitung der Quitte

Der Flaum auf der Schale der Quitten schmeckt bitter. Er muss bei der Zubereitung entfernt werden. Dazu die Früchte mit einem groben Tuch abreiben oder mit einer Bürste bearbeiten. Einige wenige importierte Quittensorten sind süß und weich genug, dass sie sich zum Rohverzehr eignen. Sie lassen sich wie Äpfel oder Birnen schälen und als Snack zubereiten.

Heimische Sorten sind meistens eher hart und herb vom Geschmack. Sie eignen sich am besten zum Einkochen. Quitten lassen sich entsprechend gut zu Mus, Konfitüre und Gelee verarbeiten. Auch als Saft oder Sirup sind sie zu empfehlen. Herzhafte Gerichte mit Fleisch, Wild oder Geflügel lassen sich mit einer Zubereitung aus den Früchten ausgefallen variieren.

Eine Spezialität aus Spanien ist das Quittenbrot. Dazu wird ein mit Zucker eingedicktes Quittenmus auf ein Backblech ausgestrichen und im Backofen gedörrt. Anschließend die Masse in kleine Rauten schneiden und in Zucker wälzen. Die Süßigkeit ist besonders beliebt in der Weihnachtszeit. Auch Weine und Liköre lassen sich aus dem Kernobst herstellen.

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Nährwerttabelle: Quitte (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
38

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
7

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
2
Kalium (K)
185
Calcium (Ca)
10
Magnesium (Mg)
8
Phosphat (P)
20
Eisen (Fe)
0,6
Zink (Zn)
0,2

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
35
Vitamin E (mg)
0,4
Vitamin B1 (mg)
0,03
Vitamin B2 (mg)
0,03
Vitamin B6 (mg)
0,04
Folsäure (µg)
8
Vitamin C (mg)
15

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle