Thema: Psychologie

Minderwertigkeitskomplexe überwinden, so geht's!

Das lähmende Gefühl, nicht gut genug zu sein, führt zu Ängsten und Hemmungen. Ein Psychotherapeut gibt Tipps, was gegen solche Komplexe hilft
von Dr. med. Roland Mühlbauer, aktualisiert am 28.11.2016

Minderwertigskomplexe besiegen per Autosuggestion: Sich das angestrebte Ziel vorstellen und die Etappen dorthin genau planen

iStockphoto/Willie B. Thomas

Fehler unterlaufen allen Menschen, niemand ist vollkommen. Um seinen Klienten dies zu verdeutlichen, lässt sie Psychotherapeut und Coach Dr. Stephan Lermer an einer Zimmerpflanze in seiner Praxis ein perfektes Blatt suchen. Überrascht stellen sie dann fest, dass jedes Blatt kleine Schrammen, Wellen oder Flecken hat. Genauso wenig wie es ein rundum perfektes Blatt gibt, sind auch Menschen nicht makellos.

Minderwertigkeitsgefühle gehören zur normalen Entwicklung

Die Erkenntnis, nicht frei von Fehlern zu sein, befällt fast jeden früher oder später. Das muß aber noch nicht Komplexe auslösen. "Jeder klar denkende Mensch erfährt schon früh im Leben moderate Minderwertigkeitsgefühle, das ist völlig normal", sagt Lermer.

Das fängt damit an, wenn ein Kind nach und nach die Regeln des Zusammenlebens erkennt. Es begreift schließlich, dass die eigene Leistung wichtig für den Rang in der Gesellschaft ist. Und es entdeckt, dass die Erwachsenen Fähigkeiten haben und Tätigkeiten verrichten, die es selbst noch nicht beherrscht. Essen kochen zum Beispiel. Fahrrad fahren. Oder Geld verdienen.

Wenn Minderwertigkeitsgefühle zu Komplexen werden

"Insofern ist ein normal ausgeprägtes Minderwertigkeitsgefühl eine starke Motivation, um sich neue Fähigkeiten anzueignen", sagt Lermer. Manchmal wird aber das Gefühl so stark, dass der Mensch glaubt, Erwartungen nicht erfüllen zu können. Ursache kann der Vergleich mit anderen sein oder auch die Irritation, wenn sich ein Freund oder Partner abwendet. Häufen sich solche Erlebnisse, können sie schließlich das ganze Denken prägen. Das Gefühl wird zu einem vielschichtigen Komplex. Dann entsteht mitunter ein Leidensdruck, der Betroffene in die Praxis eines Psychotherapeuten oder Coaches führt.

"Bestimmte Lebensphasen und Einschnitte lösen die Problematik öfter aus", berichtet Experte Stephan Lermer: zum Beispiel in der Pubertät der Übergang zum Erwachsensein oder wenn der Erwachsene die ersten Karriereschritte macht. "Auch wenn mit vierzig Jahren die Midlife-Crisis kommt oder wenn ein Sechzigjähriger denkt, das Leben wäre vorbei, kann das Minderwertigkeitskomplexe triggern", erklärt Lermer. Er hat zudem Menschen erlebt, die zwar beruflich erfolgreich sind, sich aber im privaten Bereich als Versager fühlen.

Diese Ratschläge können dann helfen, die Komplexe zu überwinden:

Sechs Tipps, um Minderwertigkeitskomplexe aufzulösen


Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Haben Sie Schlafprobleme?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages