Posttraumatische Belastungsstörung: Symptome

Häufiges Symptom bei Posttraumatischer Belastungsstörung sind wiederkehrende, belastende Erinnerungen an das Trauma: Bilder, Angstgefühle, Gedanken drängen sich ungewollt auf. Aber auch Erinnerungslücken kommen vor

aktualisiert am 27.05.2014
Migräne

Quälende Erinnerung: Bei Posttraumatischer Belastungsstörung kehrt das Trauma oft in Gefühlen oder Bildern zurück


Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann unmittelbar nach einem traumatischen Erlebnis auftreten – oder erst Wochen, Monaten oder sogar Jahre später Symptome verursachen. Die Beschwerden halten üblicherweise länger als einen Monat an und bessern sich meist nicht von selbst:

Belastende Erinnerungen, Gedächtnislücken, Alpträume

Kennzeichnend für die PTBS ist, dass die Betroffenen das Trauma in Gedanken oder Gefühlen ungewollt immer wieder durchleben. Kleine, harmlose Reize – ein Geräusch, ein Geruch, ein Bild – können genügen, um das traumatische Geschehen wieder aufflackern zu lassen, als passiere es erneut im "Hier und Jetzt". Das Gefühl will sich nicht einstellen, dass das schreckliche Ereignis doch eigentlich in der Vergangenheit liegt und vorbei ist.

Die Erinnerungen an das Trauma müssen aber keineswegs vollständig sein. Es können Erinnerungslücken bestehen. So sehen längst nicht alle Betroffenen das Geschehen vor ihrem geistigen Auge ablaufen. Manche können sich überhaupt nicht an Bilder erinnern. Andere sind nicht in der Lage, über das Erlebte zu sprechen. Doch sie spüren zum Beispiel wieder dieselbe Angst und Hilflosigkeit, die sie in der traumatischen Situation erlebt haben. Sie empfinden plötzlich wieder das gleiche Herzklopfen oder den gleichen körperlichen Schmerz.

Intrusionen oder Flashbacks heißen solche sich aufdrängenden, unkontrollierbaren Erinnerungsbruchstücke. Häufig kehren die Eindrücke auch in Form von Alpträumen wieder.

Weitere Symptome: Schlafstörungen, Angst, Übererregbarkeit

Viele Betroffene leben nach dem Trauma in einem Gefühl anhaltender Bedrohung. Sie empfinden ihre Umwelt auf einmal als unsicher und gefährlich – ein ständiger Stress für Körper und Seele. Mögliche Folgen sind Ängste, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Schreckhaftigkeit oder Konzentrationsstörungen.

Mögliche Folge: Vermeidungsverhalten, Rückzug, Schuldgefühle

Betroffene versuchen oft, jegliche Situation zu meiden, die an das Trauma erinnern könnte. Sie halten sich zum Beispiel von bestimmten Orten fern. Oder sie reden nicht über das Geschehene, verdrängen alle Gedanken daran. Psychologen sprechen von Vermeidungsverhalten. Es kann Angstgefühle zusätzlich verstärken.

Menschen mit einer posttraumatischen Belastungsstörung fühlen sich häufig körperlich und emotional erschöpft. Viele ziehen sich deshalb zurück, reduzieren den Kontakt zu anderen, wirken teilnahmslos und gleichgültig.

Manche blenden ihre eigenen Gefühle völlig aus. Andere kämpfen mit depressiven Verstimmungen. Auch Schuldgefühle und Scham können mit dem Erlebten verbunden sein und bis hin zum Selbsthass führen.

Körperliche Symptome

Eine PTBS kann körperliche Beschwerden auslösen, für die der Arzt keine organische Ursache findet, beispielsweise Schmerzen. Die Belastungsstörung beeinflusst manchmal auch den Verlauf körperlicher Krankheiten wie Herz-Kreislaufkrankheiten ungünstig.

Suchtgefahr, Suizidrisiko

Um die negativen Gefühle zu betäuben, greifen manche Betroffene zu Alkohol, Beruhigungsmitteln oder Drogen. Das Risiko für eine Suchterkrankung steigt bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung stark an. Auch die Gefahr für einen Suizid wächst.

Langfristige Folgen

Erhalten Trauma-Betroffene keine geeignete Therapie, wirkt sich das in manchen Fällen langfristig auf ihre Persönlichkeit aus. Sie leben dann in einem ständigen Gefühl der Unsicherheit und Bedrohung, empfinden ihren Mitmenschen gegenüber großes Misstrauen. Sie neigen dazu, sich abzukapseln. Eine solche andauernde Persönlichkeitsänderung wird manchmal auch als Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung bezeichnet.

Unbewältigte Traumen erhöhen zudem das Risiko für Depressionen, Angsterkrankungen und Zwangsstörungen.

PTBS-Symptome bei Kindern

Bei Kindern führt eine Posttraumatische Belastungsstörung nicht selten zu vorübergehenden Rückschritten in ihrer Entwicklung. So macht ein Kind zum Beispiel wieder ins Bett, obwohl es diese Phase eigentlich schon hinter sich gelassen hatte. Manchmal äußern traumatisierte Kinder auch körperliche Beschwerden wie Bauchweh oder Kopfschmerz. Es kann vorkommen, dass die Kinder das, was sie erlebt haben, immer wieder nachspielen.