Prostatakrebs: Nachsorge und Rehabilitation

Auch nach der eigentlichen Behandlung stehen regelmäßige Arzttermine an

aktualisiert am 05.10.2017

Etwa alle drei Monate stehen Nachsorgeuntersuchungen an


Die Nachsorge hat folgende Funktionen:

  • rechtzeitig zu erkennen, wenn die Erkrankung wieder auftritt, um neue Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Ärztliche Nachsorgeuntersuchungen finden in den ersten zwei Jahren etwa alle drei Monate statt. Bei neu aufgetretenen Knochenschmerzen oder "rheumatischen" Beschwerden raten Experten dringend, sofort den behandelnden Arzt aufzusuchen. Denn das Prostatakarzinom bildet im fortgeschrittenen Stadium häufig Tochtergeschwülste im Skelett, die solche Beschwerden verursachen können.
  • Komplikationen, Nebenwirkungen der Therapie sowie Begleiterkrankungen festzustellen, zu behandeln und zu lindern.
  • dem Patienten zu helfen, im Rahmen einer Nachbetreuung auch psychische und soziale Probleme in den Griff zu bekommen. Das kann bereits in der Klinik beginnen, wo Ärzte, Sozialdienst oder Psychologen Rat geben. Außerdem bieten Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen Informationen sowie Gelegenheit zum Kontakt mit anderen Patienten.

Nach dem Krankenhausaufenthalt wird oft eine Anschlussheilbehandlung oder eine Kur empfohlen, um den Genesungsprozess zu beschleunigen. In speziellen Nachsorgekliniken wird auf die Situation der Betroffenen eingegangen. Dort erhalten sie auch Rat, wie sie am besten mit den möglichen Folgen der Krebsbehandlung wie Harninkontinenz oder Impotenz umgehen können.

Harninkontinenz

Harninkontinenz ist die Unfähigkeit, den Urin zu halten. Meist ist diese Störung nur vorübergehend, in seltenen Fällen aber dauerhaft. Ursache ist das Versagen des Verschlussmechanismus am Blasenausgang. Meist unter körperlicher Belastung, beim Husten, Niesen oder Pressen, treten geringe Urinmengen unkontrolliert aus.

Saugfähige Einlagen können den Harn auffangen. Oft kann die Störung durch eine konsequente Beckenbodengymnastik behoben werden. Bei chronischer Inkontinenz können verschiedene operative Verfahren Besserung bringen, etwa die Einpflanzung eines künstlichen Schließmuskels.

Eingeschränkte Sexualität

Die gute Nachricht: Die Produktion der männlichen Geschlechtshormone wird auch durch eine Operation nicht beeinflusst. Das bedeutet: Lustempfinden und Orgasmusfähigkeit bleiben erhalten. Jedoch können Erektionsstörungen auftreten. Zeitliche begrenzte Störungen können Folge einer Schädigung, dauerhafte Probleme Folge einer Entfernung der Nerven im Rahmen operativer Eingriffe sein. Manchmal stecken jedoch auch psychische Beschwerden dahinter.

Ist eine sexuelle Aktivität nur eingeschränkt möglich, ist das für viele Betroffene belastend. Die Unterstützung durch den Sexualpartner vor allem durch offene, verständnisvolle Gespräche kann hier eine große Hilfe sein.