Preiselbeere: Außen rot, innen weiß

Die sauren Beeren eignen sich nur bedingt zum direkten Verzehr, besser schmecken sie als Kompott, Marmelade oder Gelee

aktualisiert am 10.07.2014

Sauer macht lustig: Preiselbeeren sind roh nicht Jedermanns Sache


Inhaltsstoffe der Preiselbeere: Enthält Salicylsäure

Preiselbeeren enthalten Vitamin C, das unter anderem wichtig für den Aufbau von Bindegewebe und Knochen ist. Daneben kommen Vitamine der B-Gruppe sowie Provitamin A in Preiselbeeren vor. Zudem enthalten Sie unter anderem die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Magnesium und Phosphor.

Der saure Geschmack der Beeren geht auf die Fruchtsäuren zurück. Eine von ihnen ist Salicylsäure, die schmerzlindernd wirkt. In einigen Schmerzmitteln ist ihr Abkömmling Acetylsalicylsäure zu finden. Saft aus Preiselbeeren soll zudem helfen, Harnblaseninfektionen vorzubeugen.

Vorkommen der Preiselbeere: Weitverbreitet

Verbreitet ist die Preiselbeere in Europa, Asien und Nordamerika. Von alters her gelten die Früchte als sehr gesund. Schon Hildegard von Bingen setzte sie im 12. Jahrhundert als Heilmittel ein.

Botanik: Außen rot, innen weiß

Der Preiselbeerstrauch Vaccinium vitis-idaea aus der Pflanzenfamilie der Heidekrautgewächse ist kleinwüchsig. Er erreicht nur Höhen von unter einem halben Meter. Die immergrüne Halbschattenpflanze wächst kriechend oder aufrecht. Anzutreffen ist sie in Mooren, Bergheiden, in Fichten- und Kiefernwäldern sowie in den Alpen bis in eine Höhe von 3000 Metern. Die Blätter sind wechselständig angeordnet. Sie werden bis zu zwei Zentimeter lang und sind elliptisch oder verkehrt-eiförmig. Während die Oberseite höchstens am Hauptnerv behaart ist, ist die Blattunterseite komplett von Drüsenhaaren bedeckt. Der Blattrand ist nach unten gebogen.

Die glockenförmigen Blüten erscheinen von Mai bis August. Sie stehen in flaumig behaarten Ständen in Gruppen von zwei bis acht zusammen. Die Blütenknospen sind dunkelrot, die vier Kronblätter weißlich bis hellrot gefärbt. Insekten wie Bienen und Hummeln fliegen die Blüten an und bestäuben sie. Bereits fünf bis sechs Wochen nach der Befruchtung haben sich aus den Blüten Früchte entwickelt. Die Beeren stehen in kurzen Trauben zusammen und sind jeweils bis zu einen Zentimeter lang. Bei Vollreife leuchten sie in einem kräftigen Rot. Ihr weißes Fruchtfleisch enthält viele kleine Samen. Zu unterscheiden ist die Preiselbeere von der Cranberry, der amerikanischen Moosbeere (Vaccinium macrocarpon). Ihre Bezeichnung als "Kulturpreiselbeere" ist irreführend.

Preiselbeer-Saison: Der Spätsommer

Haupterntezeit in Mitteleuropa ist August bis Anfang September, unter guten Bedingungen auch schon früher. Einige kultivierte Arten tragen sogar zwei Mal jährlich Früchte.

Lagerung: Im Kühlschrank bleiben sie frisch

Die empfindlichen Beeren sollten am besten frisch verarbeitet werden. Unversehrte Früchte können im Kühlschrank kurzzeitig gelagert werden. Vorher beschädigte Exemplare aussortieren, da sie schnell schimmeln. Preiselbeeren vor dem Verzehr immer gründlich waschen.

Tipps zur Preiselbeer-Zubereitung: Lecker zu Wild

Die herbsauren Früchte sind nur bedingt für den Rohverzehr geeignet. Dafür lassen sie sich gut zu Marmelade, Gelee oder Kompott verarbeiten. In der Küche ist die Preiselbeere beliebt als fruchtige Beilage zu Wildgerichten. Auch als Grundlage für Eiscreme, in Desserts und Kuchen oder als Chutney schmecken die roten Früchte.

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Nährwerttabelle: Preiselbeere (frisch, pro 100 Gramm)


Energie


kcal
35

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
6

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
2
Kalium (K)
80
Calcium (Ca)
15
Magnesium (Mg)
6
Phosphat (P)
10
Eisen (Fe)
0,5
Zink (Zn)
0,3

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
20
Vitamin E (mg)
1,0
Vitamin B1 (mg)
0,01
Vitamin B2 (mg)
0,02
Vitamin B6 (mg)
0,01
Folsäure (µg)
3
Vitamin C (mg)
10

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle