Pleuritis (Rippenfellentzündung)

Eine Entzündung des Brust- oder Rippenfells heißt Pleuritis. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie

aktualisiert am 23.07.2014

Blick auf die Lungen: Das Brustfell (die Pleura, im Bild nicht zu sehen) bedeckt die Lungenoberfläche und kleidet des Brustkorb innen aus


Die Pleuritis ist eine Entzündung des Brust- oder Rippenfells (Brustfellentzündung, Rippenfellentzündung).

Brust-, Rippen-, Lungenfell – was ist das?

Die Lungenoberfläche und die Innenseite des Brustkorbs sind von einer dünnen Haut bedeckt: Sie heißt Brustfell oder Pleura. Der Anteil, der die Lungenoberfläche bedeckt, wird auch Lungenfell genannt. Der Anteil, der die Brustwand auskleidet, heißt auch Rippenfell. Beide Häute sind durch eine Umschlagfalte dicht abschließend miteinander verbunden. Der feine Zwischenraum zwischen beiden Häuten ist der Pleuraspalt.

Das Rippenfell folgt den Atembewegungen des Brustkorbs; durch den im Pleuraspalt erzeugten Unterdruck folgt das Lungenfell passiv den Bewegungen des Rippenfells.

Man unterscheidet eine sogenannte trockene Brustfellentzündung, Pleuritis sicca, bei der das Ein- und Ausatmen sehr schmerzhaft sein kann, und eine feuchte Brustfellentzündung, Pleuritis exsudativa, bei der sich der Pleuraspalt mit einem mehr oder weniger großem Erguss füllt.

Welche Ursachen hat eine Rippenfellentzündung?

Eine Pleuritis ist meist eine Begleit- oder Folgeerkrankung einer anderen Erkrankung. Primäre Pleuraentzündungen können durch Viren oder Bakterien, aber auch durch Pleuratumoren verursacht sein.

Häufiger ist die Miterkrankung der Pleura bei einer Lungenentzündung, bei Tuberkulose, bei Tumorerkrankungen der Lunge, bei einer Lungenembolie oder auch krankhaften Prozessen im Bauchraum, bei rheumatischen Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen und nach einer Operation (postoperativ) oder einer Verletzung (posttraumatisch).

Eine schmerzhafte Pleuritis sicca kann übergehen in eine weniger oder nicht schmerzhafte Pleuritis exsudativa, wenn sich ein Pleuraerguss bildet. Der Pleuraerguss kann je nach Ursache eiweißreich oder -arm , blutig oder eitrig sein.

Welche Symptome sind typisch?

Das Beschwerdebild ist abhängig von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Leitsymptom bei einer Pleuritis sicca ist der atemabhängige Brustschmerz. Durch das Reiben der entzündlich veränderten Pleurablätter aufeinander ensteht das beim Abhören mit dem Stethoskop typische Reibegeräusch (Lederknarren).

Luftnot, Fieber und Husten sind weitere typische Krankheitssymptome. Die Schmerzen und der charakteristische Abhörbefund nehmen mit Ausbildung eines Ergusses ab.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Die Pleuritis, insbesondere die Pleuritis sicca, ist aufgrund der typischen Beschwerden und des Befundes beim Abhören zu diagnostizieren. Ein Pleuraerguss wird durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge und eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen. Weitere Untersuchungen wie Pleurapunktion, CT, klinisch-chemisches Labor sind zur Abklärung der Ursache notwendig.

Wie wird eine Pleuritis behandelt?

Die Therapie besteht in der Schmerzbekämpfung und – soweit möglich – der Behandlung der verursachenden Erkrankung.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.