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Was tun bei einer Rippenfellentzündung?

Eine Entzündung des Brust- oder Rippenfells heißt Pleuritis. Mehr zu Ursachen, Symptomen und Therapie

aktualisiert am 10.07.2019
Illustration einer Lunge

Rippen- und Lungenfell werden zusammen als Brustfell oder Pleura bezeichnet. Dazwischen liegt der Pleuraspalt


Rippenfellentzündung – kurz zusammengefasst

Das Rippen- und das Lungenfell werden zusammen auch als Brustfell oder Pleura bezeichnet. Wenn sie sich entzünden, tun sie das meistens im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen wie einer Lungenentzündung, einer rheumatischen oder Autoimmunkrankheit. Anzeichen einer Brustfellentzündung können beispielsweise sein:

  • atemabhängige Brustschmerzen
  • Luftnot
  • Fieber
  • Husten

Beim Verdacht auf eine Pleuritis bitte unbedingt zum Arzt. Er kann den Verdacht bestätigen und weiterführende Untersuchungen einleiten, um der Ursache der Rippenfellentzündung auf den Grund zu gehen und dann eine entsprechende Behandlung zur ermöglichen.

Brustfellentzündung, Rippenfellentzündung, Lungenfellentzündung, Pleuritis: Vier Begriffe, die letzendlich das gleiche Krankheitsbild bezeichnen.

Wo liegt das Brust-, Rippen- oder Lungenfell?

Die Lungenoberfläche und die Innenseite des Brustkorbs sind von einer dünnen Haut bedeckt: Sie heißt Brustfell oder Pleura. Der Anteil, der die Lungenoberfläche bedeckt, wird auch Lungenfell genannt. Der Anteil, der die Brustwand auskleidet, heißt auch Rippenfell. Beide Häute sind durch eine Umschlagfalte dicht abschließend miteinander verbunden. Der feine Zwischenraum zwischen beiden Häuten ist der Pleuraspalt.

Das Rippenfell folgt den Atembewegungen des Brustkorbs; durch den im Pleuraspalt erzeugten Unterdruck wird das Lungenfell quasi mitgezogen und folgt den Bewegungen des Rippenfells.

Die Bezeichnungen Rippen- oder Lungenfellentzündung sind zwar gängig, eigentlich sind aber üblicherweise beide Pleurahäute betroffen, wenn eine Pleuritis oder Brustfellentzündung vorliegt.

 

Welche Arten von Brustfellentzündung gibt es?

Man unterscheidet eine sogenannte trockene Brustfellentzündung, Pleuritis sicca, bei der das Ein- und Ausatmen sehr schmerzhaft sein kann, und eine feuchte Brustfellentzündung, Pleuritis exsudativa, bei der sich der Pleuraspalt mit einem mehr oder weniger großem Erguss füllt.

Welche Ursachen hat eine Rippenfellentzündung?

Eine Pleuritis ist meist eine Begleit- oder Folgeerkrankung einer anderen Erkrankung. Das bedeutet, dass eigentlich eine andere Krankheit vorliegt, das Lungen- oder Rippenfell aber mit reagiert und sich entzündet. Dies kann zum Beispiel der Fall sein bei:

  • einer Lungenentzündung,
  • Tuberkulose,
  • einer Lungenembolie,
  • Tumorerkrankungen der Lunge,
  • krankhaften Prozessen im Bauchraum,
  • rheumatischen Erkrankungen,
  • Autoimmunkrankheiten
  • nach einer Operation (postoperative Pleuritis) oder
  • nach einer Verletzung (posttraumatische Pleuritis).

Selten entsteht das Krankheitsbild eigenständig durch Viren oder Bakterien. Manchmal ist eine Rippenfellentzündung auch durch einen Pleuratumor verursacht.

Eine schmerzhafte Pleuritis sicca kann übergehen in eine weniger oder nicht schmerzhafte Pleuritis exsudativa, wenn sich ein Pleuraerguss bildet. Der Pleuraerguss kann je nach Ursache eiweißreich oder -arm , blutig oder eitrig sein. Die häufigsten Ursachen eines Pleuraergusses sind:

  • Linksherzschwäche
  • bösartige Tumore
  • Lungenentzündung
  • Lungenembolie
Prof. Dr. Med. Wolfram Delius

Welche Symptome sind typisch?

Das Beschwerdebild ist abhängig von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung.  Leitsymptom bei einer Pleuritis sicca ist der atemabhängige Brustschmerz. Dieser ist beim Einatmen am stärksten, während beim Ausatmen keine oder nur geringe Schmerzen verspürt werden. Durch das Reiben der entzündlich veränderten Pleurablätter aufeinander ensteht das beim Abhören mit dem Stethoskop typische Reibegeräusch (Lederknarren). Die Atmung ist beim Pleuraerguss häufig oberflächlich und schnell.

Luftnot, Fieber und Husten sind weitere typische Krankheitssymptome. Die Schmerzen und der charakteristische Abhörbefund nehmen mit Ausbildung eines Ergusses ab. Beim Verdacht auf eine Rippenfellentzündung unbedingt zum Arzt.

Wie erkennt der Arzt eine Rippenfellentzündung?

Die Rippenfellentzündung, insbesondere die Pleuritis sicca, kann der Arzt aufgrund der typischen Beschwerden und des Befundes beim Abhören diagnostizieren. Ein Pleuraerguss wird durch eine Röntgenuntersuchung der Lunge und eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen. Um die Ursache abzuklären, sind weitere Untersuchungen wie eine Untersuchung des Blutes, eine Computertomografie (CT) des Brustkorbes oder die Gewinnung von Untersuchungsmaterial durch die Punktion eines Pleuraergusses notwendig.

Therapie: Was tun bei einer Rippenfellentzündung?

Die Therapie besteht in der Schmerzbekämpfung mit Medikamenten und – soweit möglich – der Behandlung der verursachenden Erkrankung. Bei einer bakteriellen Pleuritis helfen beispielsweise Antibiotika, liegt ein Pleuraerguss vor, muss dieser eventuell punktiert und mit einer Drainage abgelassen werden.

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.