Pflaume: Die Botin des Herbstes

Die schnellen Energielieferanten schmecken nicht nur pur. Beliebt sind Pfaumen auch als Beilage zu Fleischgerichten oder als Blechkuchen – in Bayern Zwetschgendatschi genannt

aktualisiert am 18.08.2013
Pflaume

Die Pflaume ist ein Steinobst


Inhaltsstoffe: Ein gesundes Gesamtpaket

Pflaumen bestehen wie viele Früchte hauptsächlich aus Wasser. Darüber hinaus sind sie reich an Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink. Auch enthalten Pflaumen Provitamin A, Vitamin C, E und Vitamine aus dem B-Komplex. Pflaumen erreichen bei den Vitaminen zwar keine Spitzenwerte, sie bilden aber durch ihre breite Palette an gesunden Inhaltsstoffen ein gutes Gesamtpaket. Die wasserlöslichen Pflanzenstoffe Pektin und Zellulose sorgen für die verdauungsfördernde Wirkung des Steinobstes. Pflaumen enthalten auch viel Fruchtzucker, was sie zu schnellen Energielieferanten macht.

Herkunft: Mit den Römern nach Europa

Man vermutet, dass die in Deutschland verbreitete Kulturpflaume aus einer Kreuzung zwischen Schlehe und Kirschpflaume entstanden ist. Ihr Ursprung liegt wahrscheinlich zwischen dem Kaukasus und dem Altaigebirge. Wie viele andere Obstsorten verdanken wir auch die Pflaume den Römern: Sie verbreiteten das Steinobst um 100 vor Christus nördlich der Alpen. Vorher gelangte die Pflaume wahrscheinlich mit Kreuzfahrern über Syrien nach Griechenland. Funde belegen, dass die Menschen sie dort bereits vor 2500 Jahren angebaut haben.

Botanik: Die Frucht der Vielfalt

Das Wort Pflaume ist ein Sammelbegriff für verschiedenste Sorten des Steinobstes, die sich in Bezug auf Größe, Form, Farbe, Geschmack, Lösbarkeit des Fruchtfleisches vom Kern und Saftgehalt unterscheiden. Botanisch gesehen handelt es sich um Unterarten der Pflaume (Prunus domestica). Zu nennen sind Echte Pflaumen, Zwetschgen, Renekloden, Mirabellen, Japanische Pflaumen und Kirschpflaumen. Die bei uns gängigsten Sorten sind Echte Pflaumen und Zwetschgen. Manchmal ist es schwierig, die Früchte der einen oder anderen Art zuzuordnen, da die Übergänge fließend sind.

Echte Pflaumen sind rundlich bis oval mit einer deutlichen Naht vom Blütenende bis zum Stiel und rundlichem Stein. Ihr grünliches bis goldgelbes saftig aromatisches Fruchtfleisch ist nicht immer leicht vom Stein lösbar. Die blauvioletten Zwetschgen sind elliptischer und platter als Pflaumen, ihre Naht ist weniger deutlich, ihr länglicher Stein löst sich gut vom grüngelben und festen Fruchtfleisch, das süß und saftig schmeckt.

Saison: Heimische Pflaumen von Juli bis Oktober

Von Juli bis Oktober gibt es heimische Pflaumen aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bayern. In den Wintermonaten erhält man Pflaumen aus Südamerika und Südafrika.

Pflaumen lagern: Duftfilm nicht abwaschen

Kaufen Sie nur feste, frische Früchte. Weiche, überreife Pflaumen sind oft von Würmern befallen. Am besten kühl und dunkel aufbewahren, dann halten sich Pflaumen drei bis vier Tage. Frische Früchte erkennt man an ihrem weißlichen Duftfilm, der sie vor dem Austrocknen schützt. Deshalb sollte man Pflaumen erst kurz vor Verzehr waschen, um die Schutzschicht nicht zu zerstören. Bei Zimmertemperatur auf der Fensterbank reifen noch grüne Pflaumen in zwei bis drei Tagen nach. In einem feuchten Küchentuch eingeschlagen bewahren sie ihre Feuchtigkeit.

Tipps zur Zubereitung: So gelingt der Zwetschgendatschi

Der Klassiker ist Pflaumenkuchen oder Zwetschgendatschi, wie das Gebäck in Bayern, Baden-Württemberg und Österreich genannt wird. Am besten gelingt der Blechkuchen mit Zwetschgen, weil sie nicht so schnell verkochen wie Pflaumen. Auch zu Kompott oder Pflaumenkonfitüre verarbeitet schmecken Pflaumen gut. Wer Geflügelgerichten eine besondere Note verleihen will, erreicht das mit pikant zubereiteten Pflaumen als Füllung oder Sauce.

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Nährwerttabelle: Pflaume (pro 100 Gramm)


Energie


kcal
48

Fett


gesamt (g)
Spuren

Kohlenhydrate


gesamt (g)
10

Mineralstoffe (mg)


Natrium (Na)
2
Kalium (K)
160
Calcium (Ca)
20
Magnesium (Mg)
7
Phosphat (P)
15
Eisen (Fe)
0,3
Zink (Zn)
0,1

Vitamine


Beta-Carotin (µg)
365
Vitamin E (mg)
0,8
Vitamin B1 (mg)
0,07
Vitamin B2 (mg)
0,04
Vitamin B6 (mg)
0,05
Folsäure (µg)
2
Vitamin C (mg)
5

 

Quelle der Nährwertangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Die Nährwerttabelle