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Morbus Menière: Therapie

Welche Therapie hilft bei Morbus Menière? Medikamente können die Beschwerden lindern und dazu beitragen, weiteren Anfällen vorzubeugen. In schweren Fällen kommt eine Operation infrage

aktualisiert am 29.03.2017
Frau nimmt Tablette ein

Verschiedene Medikamente eignen sich zur Behandlung von Morbus Menère


Da die Ursache der Menière-Krankheit unbekannt ist, können lediglich die Krankheitssymptome behandelt werden. Eine ursächliche Therapie der Erkrankung gibt es nicht. Die Menière-Krankheit kann nicht geheilt werden. Ihr Verlauf ist nicht vorhersehbar (siehe Kapitel Symptome und Verlauf). Oft nimmt die Zahl der Schwindelanfälle allmählich ab. Die Schwerhörigkeit kann sich jedoch verschlechtern und bis zur Taubheit auf dem betroffenen Ohr führen.

Man unterscheidet in der Therapie die Behandlung akuter Anfälle von der Anfallsprophylaxe. Bestimmte Medikamente, die gezielt gegen die Symptome eingesetzt werden, aber auch chirurgische Eingriffe können Teil der Therapie sein.

Behandlung der Menière-Attacken

Während eines akuten Anfalls helfen Medikamente – sogenannte Antivertiginosa – gegen Schwindel und Antiemetika gegen Übelkeit. Sind die Beschwerden sehr ausgeprägt, verabreicht der Arzt die Wirkstoffe eventuell als Infusion über die Vene. Bei starkem Erbrechen muss manchmal auch der Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch Infusionen ausgeglichen werden.

Wie lässt sich weiteren Menière-Anfällen vorbeugen?

Gesund leben: Um nach der akuten Attacke weiteren Menière-Anfällen vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil empfehlenswert. Eine eher salzarme Kost und der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und zu viel Koffein können dazu beitragen, die Anfallshäufigkeit zu reduzieren. Viele Patienten machen gute Erfahrungen mit Gleichgewichtstraining, regelmäßiger Bewegung und Entspannung. Ob diese Maßnamen allerdings im Einzelfall unterstützend wirken, muss ausprobiert werden. Einen eindeutigen wissenschaftlichen Beleg dafür gibt es nicht.

Medikamente: Wenn Anfälle sehr häufig auftreten und stark belasten, kann eine Intervallbehandlung mit Medikamenten versucht werden. Wirkstoffe wie Betahistin sollen die Zahl der Schwindelattacken reduzieren. Aber auch hier ist bislang kein sicherer Therapieeffekt nachgewiesen. Ob die Arzneien im individuellen Fall sinnvoll erscheinen, sollte am besten mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Er informiert auch über mögliche Nebenwirkungen. Bei gehäuftem Auftreten von Schwindelattacken kann auch die Gabe niedrig dosierter Diuretika (Entwässerungsmedikamente) sinnvoll sein. Aber auch hier fehlt letztlich noch ein wissenschaftlich stichhaltiger Wirksamkeitsnachweis.

Was tun bei häufigen Menière-Attacken?

Das Gleichgewichtsorgan ausschalten: Wenn andere Maßnahmen versagen, kommt zur Behandlung des Morbus Menière als letzte Möglichkeit die teilweise Ausschaltung von Abschnitten des Innenohrs infrage. Der Arzt verabreicht ein Medikament – ein Antibiotikum (Gentamycin) oder auch ein Lokalanästhetikum – durch das Trommelfell direkt ins Mittelohr. Per Diffusion gelangt es zum Innenohr. Das Medikament schaltet das Gleichgewichtsorgan sozusagen aus. Im besten Fall verschwinden die Schwindelanfälle auf diese Weise. Allerdings kann sich das Hörvermögen deutlich verschlechtern.

Operationen: Der Schwindel kann auch per Operation abgestellt werden – indem der Arzt den Gleichgewichtsnerv durchtrennt. Da diese Methode zur Taubheit auf dem betroffenen Ohr führt, kommt sie nur dann in Frage, wenn bereits ein vollständiger Verlust des Gehörs vorliegt. Es ist alternativ auch möglich, das Innenohr von Druck zu entlasten, indem der endolymphatische Sack (Sakkulus) entlastet wird (sogenannte Sakkotomie). Dadurch kann die Endolymphe besser resorbiert werden (siehe dazu auch Kapitel Ursachen). Es gibt aber auch für den Erfolg dieser Operation keine zuverlässigen Zahlen, so dass darauf heutzutage meist zugunsten einer nicht-operativen Therapie verzichtet wird.

Was hilft gegen lästige Ohrgeräusche und Schwerhörigkeit?

Tinnitus kann neben Morbus Menière zahlreiche andere Ursachen haben. Viele Kliniken und HNO-Ärzte bieten spezielle Tinnitus-Sprechstunden an, die zu Behandlungs- und Bewältigungsstrategien beraten. So können Rauschgeräte (Tinnitus-Masker oder Tinnitus-Noiser) helfen, die Störgeräusche zu überdecken oder davon abzulenken. Manche Patienten profitieren auch von Entspannungstechniken oder Verhaltenstherapie. Überschreitet die Schwerhörigkeit ein bestimmtes Maß, empfiehlt sich ein individuell angepasstes Hörgerät. Viele Informationen zum Thema finden Sie in diesen Beiträgen:

Selbsthilfegruppen bieten Austausch und Unterstützung

Dass die Krankheit so unberechenbar verläuft, verunsichert viele Patienten. Manche leiden sehr stark unter den Menière-Beschwerden – und daher auch an Ängsten vor der nächsten Attacke. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann entlastend wirken. Um sich gegenseitig zu unterstützen und Informationen weiterzugeben, haben sich Betroffene in Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen (Links weiter unten auf dieser Seite). Manchmal macht auch eine zusätzliche psychologische Unterstützung Sinn.