Gehörgangsentzündung: Therapie

Um eine Otitis externa zu behandeln, reinigt der Arzt üblicherweise den erkrankten Gehörgang und verabreicht dann abschwellende, entzündungshemmende Ohrentropfen

aktualisiert am 13.11.2014
Nasentropfen

Zur Therapie von Gehörgangsentzündungen verordnet der Arzt oft Ohrentropfen


Im Gehörgang haben sich durch die Entzündung meistens Zellbestandteile und viel Sekret angesammelt. Deshalb besteht die erste Therapie-Maßnahme üblicherweise darin, dass der Arzt den Gehörgang sorgfältig reinigt. Das kann etwas unangenehm sein, ist aber nötig. Denn erst wenn die Ablagerungen beseitigt sind, können örtlich wirksame Medikamente ihren Einsatzort auch tatsächlich erreichen.

Vorsicht: Patienten sollten auf keinen Fall versuchen, ihren Gehörgang selbst zu säubern. Denn das könnte zu Verletzungen führen, welche die Entzündung noch weiter verschlimmern. Die "Reinigungsmaßnahmen" sollte unbedingt dem Fachmann überlassen werden!

Medikamente gegen die Gehörgangsentzündung

Eventuell wird der Arzt in den ersten Tagen einen in Medikamente getränkten Mullstreifen in den Gehörgang einlegen und in regelmäßigen Abständen erneuern. Der Streifen ist zum Beispiel mit (essigsaurem) Alkohol getränkt, um die Haut im Gehörgang zu trocknen und zu desinfizieren. Es können mit dem Streifen auch schmerzstillende, abschwellende und entzündungshemmende Medikamente oder auch Antibiotika verabreicht werden. Letztere töten Bakterien ab oder bremsen zumindest ihr Wachstum. Hier ist der Wirkstoff Ciprofloxacin am weitesten verbreitet. Die Medikamente können auch in Form von Ohrentropfen oder Salben gegeben werden.

Mit welchem Medikament die Gehörgangsentzündung behandelt wird, hängt von der Art der verursachenden Erreger ab. Manchmal handelt es sich Mischinfektionen, bei denen auch Pilze beteiligt sein könnten. In solchen Fällen enthalten die Ohrentropfen auch ein Antipilzmittel (Antimykotikum). Sind die Schmerzen sehr stark, helfen vorübergehend auch Schmerzmittel zum Einnehmen.

Therapie bei schwerer Entzündung

Ist die Gehörgangsentzündung massiv, hat sich bereits auf umliegendes Gewebe ausgebreitet und besteht ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, werden die Antibiotika eventuell in Form von Tabletten oder in schweren Fällen als Infusion über die Vene gegeben. Eine solche nekrotisierende Gehörgangsentzündung (Otitis externa necroticans, siehe Kapitel Ursachen) muss meist im Krankenhaus behandelt werden. Zum Glück ist ein derart schwerer Verlauf bei einer Gehörgangsentzündung aber eher die Ausnahme.

Ohren trocken halten

Während und in der ersten Zeit nach der Entzündung sollten Patienten besonders darauf achten, das Ohr möglichst trocken zu halten. So ist es ratsam, Schwimmbadbesuche oder Tauchgänge erst einmal zu meiden, bis die Entzündung völlig abgeklungen ist. Außerdem empfiehlt es sich, eine Weile auf Ohrhörer, die direkt im Ohr getragen werden, oder Ohrstöpsel zum Geräuschschutz zu verzichten. Derartige Teile sollten auch mit einer alkoholischen Lösung gereinigt werden, da ansonsten eine erneute Infektion möglich ist.