Nasendusche: Tipps zur Anwendung

Wer von einer Nasenspülung profitiert, was Anwender beachten sollten und wie oft sie ihre Nase reinigen dürfen

von Dr. Martina Melzer & Julia Rudorf, aktualisiert am 11.10.2018
Nasendusche

Sieht nicht gerade angenehm aus, befreit aber die Nase: eine Nasendusche


Eine Dusche für die Nase? Solange man keine Probleme mit der Nasenatmung hat, könnte man Nasenduschen für eine abwegige Idee halten. Die Nasenschleimhaut wird dabei mit einer salzhaltigen Flüssigkeit gespült. Schleim, Sekret, Pollen oder Staub werden dabei abtransportiert, und auch Krankheitserreger aus der Nase befördert.

Eine Nasendusche empfiehlt sich unter anderem bei Erkältung, Heuschnupfen, trockenen Schleimhäuten, einer akuten Mittelohrentzündung, nach einer Operation an Nase oder Nebenhöhlen sowie entzündeten Nebenhöhlen – wenn von ärztlicher Seite nichts dagegen spricht.

Wann man keine Nasendusche machen sollte

Ist die Schleimhaut zu sehr angeschwollen, etwa bei Schnupfen, kann es passieren, dass die Spülflüssigkeit nicht richtig abfließt. In diesem Fall hilft die Nasendusche nur bedingt. Wer kurze Zeit vorher ein abschwellendes Nasenspray anwendet, kann dem vorbeugen. Sind die Nebenhöhlen stark entzündet und vereitert, dann raten Experten eher von einer Nasendusche ab. Ebenso, wenn die Nase blutet.

Ob regelmäßiges Nasenduschen Gesunden hilft, einem Infekt vorzubeugen, beurteilen Experten unterschiedlich. Ebenso, ob Anwender über lange Zeit sorgenfrei "duschen" dürfen. Menschen, deren Nasennebenhöhlen chronisch entzündet sind, kann regelmäßiges Spülen allerdings durchaus helfen. Auch wenn jemand – bedingt durch eine Pollenallergie – ständig niest, kann er während dieser Phase täglich die Nase reinigen. Klären Sie vorher mit dem Arzt, ob Sie eine Nasendusche längerfristig anwenden sollten.

Lösung richtig dosieren

Gefäße für eine Nasendusche gibt es diverse, von der Spülkanne aus Glas bis hin zur Kunststoffflasche mit Nasenaufsatz. Die Spüllösung kann man mit Wasser und Salz selbst herstellen. "Achten Sie unbedingt auf die Salz-Konzentration," rät Apotheker Henning Pusch aus Stadthagen. Davon hängt nämlich ab, ob eine Nasenspülung unangenehm ist oder nicht. Meist wird eine sogenannte isotone Salzlösung empfohlen – hier liegt die Salzkonzentration auf einem ähnlichen Niveau wie der Salzgehalt in den menschlichen Zellen.

Dafür werden 9 Gramm Salz in einem Liter körperwarmem Wasser aufgelöst. Bei der Dosierung helfen Messstriche für das Wasser an der Nasendusche und abgepackte, vorportionierte Salze. Zwar kann man auch Speisesalz verwenden, etwa 4,5 g Salz auf einen halben Liter Wasser. "Doch häufig wird mehr Salz gelöst", weiß der Apotheker. Die Lösung ist dann hyperton. "Dann brennt es – und kann sich mitunter anfühlen, als hätte man Nordseewasser in der Nase." Zu wenig Salz ist allerdings auch nichts - Der osmotische Unterschied an den Zellen reizt die Schleimhaut, dadurch entsteht das unangenehme Gefühl.

So lässt man es richtig fließen

Mit einem Finger das Ventil oder Loch an der Oberseite verschließen und das Gerät an der Nase ansetzen. Dann den Mund öffnen und Kopf leicht vom Gerät wegneigen.
Dann das Ventil öffnen und die Lösung laufen lassen. Die Lösung fließt nun über das andere Nasenloch wieder ab.

Manchmal ist die Nase so zugeschwollen, dass die Lösung nicht ihren Weg findet und nichts aus der Nase läuft. Dann können Sie zunächst das andere Nasenloch spülen. Eine weitere Möglichkeit bei stark verstopften Nasen ist die kombinierte Anwendung von Nasensprays und Nasenduschen: Zuerst das Nasenspray anwenden, kurz warten, und dann spülen.

Wichtig: Behälter sauber halten

Die Nasendusche soll reinigen, keine Infekte übertragen. Deshalb sollte die Spüllösung immer frisch hergestellt werden. In den meisten Fällen kann man Leitungswasser verwenden. "Bei frisch operierten Patienten oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollte man das Wasser vorher abkochen und abkühlen lassen", rät HNO-Ärztin Tanja Hildenbrand von der Universitätsklinik in Freiburg.

Nach und vor Gebrauch dann die Dusche mit fließendem warmem Wasser auswaschen und zwischen den Einsätzen trocknen. "Dann können sich Keime schlechter ausbreiten", sagt Hildenbrand. Dazwischen kann man sie in der Spülmaschine reinigen und bei regelmäßigem Gebrauch auch irgendwann austauschen.