Nahrungsmittelallergien: Therapie

Die Behandlung einer Nahrungsmittelallergie besteht vor allem darin, das allergieauslösende Lebensmittel zu meiden. Eine Ernährungsberatung und das Mitführen von Notfallmedikamenten kann sinnvoll sein
aktualisiert am 21.06.2016

Ob Hummer, Nüsse oder Milch: Auf Speisen, auf die man allergisch reagiert, sollte man lieber verzichten!

W&B/CreativeCollection, Winfried Fischer, PhotoDisc

Die Therapie einer Nahrungsmittelallergie besteht in erster Linie darin, das allergieauslösende Lebensmittel zu meiden. Allerdings ist dies nicht immer einfach. Gerade bei Allergien gegen häufig konsumierte oder mehrere Nahrungsmittel kann es schwierig werden, trotzdem abwechslungsreich zu essen und Defizite zu vermeiden. Eine ernährungstherapeutische Begleitung durch eine allergologisch geschulte Ernährungsfachkraft ist für die Betroffenen und / oder deren Eltern sinnvoll.

Beim Einkauf oder Restaurantbesuch brauchen Betroffene geradezu detektivischen Spürsinn: Wurde der Pizzateig eventuell mit Ei angerührt? Sind der Schokolade vielleicht auch Nüsse beigemengt? Nachzufragen ist im Extremfall lebenswichtig, denn Allergene können auch dort "versteckt" sein, wo man sie nicht unbedingt vermutet. Dies zeigt sich darin, dass Nahrungsmittelallergiker selbst bei vorsichtigem Verhalten im Durchschnitt alle drei Jahre einen Zwischenfall erleiden.

Notfallmedikamente für den Ernstfall

Daher ist es für die schwer Betroffenen lebenswichtig, stets ein Set mit Notfallmedikamenten bei sich tragen. Dieses Notfallset enthält in der Regel

  • ein Antihistaminikum in Form von Tropfen oder Tabletten, das die Wirkung des Botenstoffes Histamin aufhebt.
  • ein Kortisonpräparat als Zäpfchen oder Flüssigkeit. Es wirkt antiallergisch, entzündungshemmend und abschwellend.
  • ein Präparat mit dem Hormon Adrenalin. Es wird üblicherweise über eine automatische Spritze in den Oberschenkelmuskel injiziert und wirkt einem Kreislaufversagen entgegen.

Lagen bereits einmal Luftnot oder andere Atemwegsbeschwerden aufgrund einer allergischen Reaktion vor, muss zu diesen Arzneimitteln auch noch ein bronchienerweiterndes Spray hinzukommen.

Das Set ist jedoch nur dann hilfreich, wenn Allergiker und eventuell auch ihnen nahestehende Menschen wissen, wann und wie sie es einsetzen sollen. Nahrungsmittelallergiker können ihren Arzt darauf ansprechen, ob ein solches Notfallset auch für sie in Frage kommt. Gegebenenfalls können die Medikamente dann verordnet werden.

Welche Therapien helfen?

Der Nutzen anderer therapeutischer Maßnahmen ist noch nicht ganz klar. Unter die Haut gespritzte oder unter die Zunge eingebrachte Extrakte aus Baumpollen scheinen die Kreuzallergie gegen Äpfel zu bessern (subkutane oder sublinguale Immuntherapie). Es gibt auch Versuche zur subkutanen Hyposensibilisierung mit Nahrungsmittelextrakten, die aber aufgrund der teilweise schweren Nebenwirkungen bisher wenig Erfolg versprechend sind.

Eine orale Toleranzinduktion kommt nur in einzelnen Fällen bei einer Allergie gegen nicht meidbare Lebensmittel in Frage und muss immer unter ärztlicher Anleitung erfolgen. Es werden täglich kleine Mengen des allergieauslösenden Nahrungsmittels verabreicht, um eine Art Gewöhnung zu erzielen. Es gibt Hinweise auf eine Wirksamkeit dieser Methode. In placebokontrollierten Studien ist dies jedoch noch nicht belegt und es fehlen Daten darüber, wie lange eine derartige Behandlung durchgeführt werden muss.

Insgesamt gilt: Die sicherste Methode ist es, das allergieauslösende Lebensmittel zu meiden. Es kann sinnvoll sein, den Befund nach ein bis zwei Jahren erneut überprüfen zu lassen, denn manche Allergien – insbesondere bei Kindern – verschwinden im Laufe des Lebens wieder.


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