Chronische Mittelohrentzündung: Formen

Mediziner unterscheiden drei Formen der chronischen Mittelohrentzündung
aktualisiert am 15.01.2014

Wo sich die Mittelohrentzündung abspielt, zeigt diese Grafik. Das Mittelohr ist über die Ohrtrompete (Tube) mit dem Nasenrachenraum verbunden. Für die komplette Grafik bitte auf die Lupe oben links klicken

W&B/Dr. Ulrike Möhle

1) Chronische Schleimhauteiterung

Die Entzündung betrifft hauptsächlich die Schleimhaut des Mittelohrs. Die das Mittelohr umgebenden Knochen (das Mastoid) mit ihren mit Schleimhaut ausgekleideten kleinen Knochenhöhlen entzünden sich aber häufig auch mit (siehe weiter unten). Die chronische Schleimhautentzündung kann aber auch auf die Gehörknöchelchen im Mittelohr übergreifen, wodurch narbige oder sogar knöcherne Verwachsungen entstehen. Der von Fall zu Fall unterschiedlich große Trommelfell-Defekt befindet sich in der Regel in der Mitte, deswegen bezeichnen die HNO-Ärzte diese Erkrankung auch als chronische medio-tympanale Otitis media.

2) Chronische Schleimhaut- und Knocheneiterung

Hierbei hat sich die Entzündung ausgedehnt – in die das Mittelohr umgebenden Knochen mit ihren mit Schleimhaut ausgekleideten kleinen Knochenhöhlen (das Mastoid). Die HNO-Ärzte bezeichnen auch diese Erkrankung als chronische medio-tympanale Otitis media, hier aber mit Mastoiditis. Der von Fall zu Fall unterschiedlich große Trommelfell-Defekt befindet sich in der Regel in der Mitte.

3) Cholesteatom

Hierbei handelt es sich um eine Sonderform einer chronischen Mittelohrentzündung, die in seltenen Fällen angeboren ist oder nach einem Bruch des Felsenbeins entsteht (post-traumatisches Cholesteatom).

In den meisten Fällen bildet sich ein Cholesteatom aber im Laufe der Zeit durch eine chronische Belüftungs- und Druckausgleichs-Störung des Mittelohres über die Tube (Ohrtrompete, Eustach'sche Röhre).

Infolge des Unterdrucks im Mittelohr kommt es zu einer Einziehung (Retraktion) des hinteren oberen Trommelfellteils in Form einer Retraktionstasche. Darin sammeln sich abgeschilferte Trommelfellschichten (Epithelien) und / oder Gehörgangs-Hautzellen in Form einer zwiebelartigen weißlich-gelblichen Perl-Geschwulst und können sich entzünden. Dadurch entsteht irgendwann an dieser Stelle ein Defekt (sogenannter epi-tympanaler randständiger Trommelfelldefekt) und das Wachstum der Perl-Geschwulst schreitet weiter in das Mittelohr und das Mastoid fort.

Deswegen bezeichnen die HNO-Ärzte das Cholesteatom auch als chronische epi-tympanale Otitis media. Mitunter kann der Arzt mit dem Ohr-Mikroskop die recht aggressiven Epithelien in Form der Perl-Geschwulst sehen, in anderen Fällen sieht er nur die Retraktionstasche oder den Defekt.


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