Mispel: Spätes Obst

Die orientalische Frucht findet man nur selten bei hiesigen Obsthändlern. Die Mispel schmeckt leicht säuerlich und eignet sich gut für Marmeladen und Gelees
aktualisiert am 02.01.2014

Mispeln sind bei uns relativ selten

Panthermedia/Inacio Perez

Inhaltsstoffe der Mispel: Vitamin C und Gerbstoffe

Mispeln enthalten unter anderem Vitamin C, Stärke, Pektin und Gerbstoffe.

Herkunft der Mispel: Obst aus dem Orient

Die Mispel stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum. Im Orient bauen die Menschen sie seit etwa 3000 Jahren an. Später kam die Pflanze nach Europa und war vor allem im Mittelalter weit verbreitet. Heute spielt sie bei uns als Obstlieferant kaum noch eine Rolle. Angebaut wird sie hauptsächlich in Südostasien.

Botanik: Früchte mit Krönchen

Die Mispel Mespilus germanica stammt aus der Familie der Rosengewächse. Der Baum kann 70 Jahre und älter werden. Mit einer Höhe von nur etwa zwei bis fünf Metern ist er eher kleinwüchsig. Für die Verankerung im Boden sorgen die flachen, aber weit verzweigten Wurzeln. Die grünen Blätter sind oval und laufen spitz zu. Ihre Unterseite ist heller gefärbt als die Oberseite und filzig behaart.

Die Baumkrone ist ausladend und wirkt nahezu rund. Dadurch erscheinen viele der Gewächse breiter als hoch. Typisch ist ein üppiges Verzweigungssystem, das aus Lang- und Kurztrieben besteht. Wildwachsende Arten haben Dornen an den Trieben. Nur an den Kurztrieben entstehen die weißlichen, manchmal auch rosafarbenen Blüten. Sie erinnern an die Blüten von Apfelbäumen und erscheinen im Mai und Juni.

Gegen Ende Oktober reifen die ersten Früchte. Sie sind bräunlich und von einem harten Gewebe durchzogen. Daher kommt auch ihre Bezeichnung als Steinapfel. Ein Unterscheidungsmerkmal sind die fünf vertrockneten Kelchzipfel, die bei der Mispel an einem Ende in Form einer Krone zusammenstehen. Kulturformen tragen bis zu sechs Zentimeter lange Früchte. Wildformen bringen deutlich kleineres Obst hervor. Jedes Exemplar enthält fünf längliche Samen. Tiere wie Vögel oder Eichhörnchen fressen die zuckerreichen Früchte und verteilen die Samen. Dadurch helfen sie den Bäumen bei der Verbreitung.

Mispel-Saison: Seltene Spätzünder

Erntebereit sind Mispeln nach dem ersten Frost. In Deutschland ist das Obst im Supermarkt jedoch nur noch selten erhältlich.

Lagerung der Mispel: Fruchtfleisch soll teigig sein

Mispeln sollten einige Zeit gelagert werden, bis das Fruchtfleisch teigig ist.

Tipps zur Zubereitung der Mispel

Erst nach längerer Lagerung schmecken Mispeln angenehm aromatisch. Durch die Lagerung werden die harten Früchte auch zunehmend mürber. Zur Zubereitung das Obst aufschneiden, die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in Stücke zerteilen. Alternativ lässt es sich auch gleich aus der Schale auslöffeln. Mispeln kann man roh verzehren. Sie eignen sich aber auch zur Verarbeitung zu Marmelade, Gelee, Mus oder Saucen. Häufig werden sie dabei mit anderem Obst wie Äpfeln oder Birnen gemischt. Weitere Spezialitäten aus der alten Obstsorte sind Liköre und Wein. Unter Feinschmeckern gelten in gezuckertem Essig eingelegte Mispeln als Delikatesse. Aus getrockneten Mispeln lässt sich dank ihres hohen Stärkeanteils ein aromatisches Mehl gewinnen.

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