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Sjögren-Syndrom: Ursachen

Das Sjögren-Syndroms zählt zu den Autoimmunerkrankungen: Das Immunsystem greift irrtümlich Strukturen des eigenen Körpers an

von Dr. Dagmar Schneck, aktualisiert am 17.07.2014
Antikörper gegen Hautzellen könnten bei der Weißfleckenkrankheit eine Rolle spielen

Beim Sjögrensyndrom bildet das Immunsystem Antikörper gegen körpereigene Strukturen


Beim Sjögren-Syndrom richtet sich das Immunsystem "irrtümlich" gegen den eigenen Körper. Mediziner sprechen von einer Autoimmunerkrankung. Abwehrzellen (weiße Blutzellen, Lymphozyten) wandern in großer Zahl in das Drüsengewebe ein. Sie bilden Abwehrstoffe (Autoantikörper) gegen die körpereigenen Strukturen. Das Sjögren-Syndrom gilt als die zweithäufigste Autoimmunerkrankung.

Die Ursache für die Fehlregulation des Immunsystems ist unbekannt. Man weiß jedoch, dass sie, ebenso wie andere Autoimmunerkrankungen, bei Menschen mit bestimmten erblichen Oberflächeneigenschaften von weißen Blutzellen gehäuft vorkommt. Diese Oberflächenmerkmale zählen zum sogenannten HLA-System. Untersuchungen der Erbanlagen werden aber nur zu Forschungszwecken durchgeführt. Für die Diagnostik können sie nicht verwendet werden.

Das Sjögren-Syndrom kann für sich allein auftreten (primäres Sjögren-Syndrom). Tritt es gemeinsam mit anderen Erkrankungen auf, spricht man von einem sekundären Sjögren-Syndrom. Zu solchen Krankheiten zählen: rheumatoide Arthritis, andere Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) oder bestimmte Lebererkrankungen – verschiedene Formen von Leberentzündung (Hepatitis) und eine primär biliäre Zirrhose.

Was bewirkt die Autoimmunreaktion beim Sjögren-Syndrom?

Im Fall des Sjögren-Syndroms bewirkt die Autoimmunreaktion eine chronische Entzündung sekretbildender Drüsen. Diese chronische Entzündung kann mit der Zeit das Drüsengewebe beeinträchtigen, so dass die Drüsen weniger Sekret bilden. Die entsprechenden Schleimhäute trocknen aus.

Vor allem die Tränendrüsen und die Speicheldrüsen sind betroffen. Seltener machen sich zusätzlich Beschwerden in den oberen und unteren Atemwegen (zum Beispiel Heiserkeit, trockener Husten), im Magen-Darm-Trakt oder im Genitaltrakt bemerkbar. (Mehr dazu im Kapitel Symptome).

Gleichzeitig regt der Autoimmunprozess die Lymphozyten an, eine Vielzahl von Autoantikörpern gegen unterschiedliche körpereigene Strukturen zu bilden. Dazu gehören auch Antikörper gegen bestimmte Bestandteile von Zellkernen (Ro- (oder SS-A) und La- (oder SS-B) Antigene).

Außerdem kann es durch die Immunreaktion zu einer Entzündung kleiner und mittlerer Blutgefäße (Vaskulitis) kommen. Folge können Hautausschläge und Muskelschmerzen sein. Bei schwerem Verlauf können auch innere Organe oder das Nervensystem betroffen sein.

Trockene Augen, trockener Mund – mögliche andere Ursachen

Es gibt viele andere Gründe für trockene Schleimhäute an Augen und Mund. In höherem Lebensalter nimmt die Sekretionsleistung der Tränen- und Speicheldrüsen mehr oder weniger stark ab. Viele Menschen trinken zu wenig und haben daher einen trockenen Mund. Manche Medikamente – wie bestimmte Psychopharmaka oder Antidepressiva – bewirken eine Austrocknung der Schleimhäute, ebenso wie Entzündungen oder Tumoren der Speicheldrüsen oder eine Bestrahlungsbehandlung im Gesichtsbereich. Vitamin-A-Mangel und trockene Heizungsluft im Winter sind weitere mögliche Ursachen der Beschwerden. Auch begleitend zu anderen Erkrankungen können trockene Schleimhäute auftreten, zum Beispiel bei Sarkoidose, HIV-Infektion oder Lymphomen. Ausführliche Informationen zu möglichen Ursachen liefern die folgenden Texte:

Symptom: Trockener Mund

Symptom: Rotes (trockenes) Auge